Ertrinken ist die häufigste Todesursache bei Kleinkindern

19. Juni 2012, 12:02
  • Die meisten Unfälle mit Kleinkindern ereignen sich in der näheren Wohnumgebung oder im eigenen Garten, in Pools und Biotopen.
    foto: ap/sven kaestner

    Die meisten Unfälle mit Kleinkindern ereignen sich in der näheren Wohnumgebung oder im eigenen Garten, in Pools und Biotopen.

Schon geringe Wassertiefen von zehn bis 20 Zentimetern können Kindern zum Verhängnis werden

Wien - Ertrinken ist für Kinder unter fünf Jahren neben Verkehrsunfällen die häufigste Todesursache.

Bereits wenige Zentimeter Wassertiefe können nach Angaben des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) zur tödlichen Gefahr werden. Das Tückische dabei: Kinder ertrinken leise, das heißt, sie gehen einfach unter ohne wild um sich zu schlagen. Grund dafür ist die unverhältnismäßige Verteilung ihres Körpergewichtes. Kinder können ihren schweren Kopf nicht selber aus dem Wasser ziehen.

Der Schock beim plötzlichen Eintauchen in das kalte Wasser kann die Atmung blockieren und zum Atemstillstand führen, erklärte das Wiener Rote Kreuz. Drei Minuten unter Wasser genügen um zu ertrinken.

Gefahr schon bei 20 Zentimetern Wassertiefe

Schon geringe Wassertiefen von zehn bis 20 Zentimetern können den Kleinen zum Verhängnis werden. Die meisten Unfälle ereignen sich im eigenen Garten oder in der näheren Wohnumgebung, Pools und Biotope sind häufige Unfallorte.

Bauliche und technische Schutzmaßnahmen können diese sicherer machen. Für Biotope empfehlen die Experten eine Anlage an gut einsehbaren Stellen. Grill- oder Picknickplätze sollten nicht unmittelbar neben dem Gewässer liegen.

Im Uferbereich ist es ratsam, auf stabile, griffige Materialien zu achten. Häufig sind Unfälle auf zu tiefe oder instabile Randbereiche zurückzuführen. Die Wassertiefe legt man am sichersten im Stufenbau fest: Die Randzone sollte maximal 20 Zentimeter tief und mindestens einen Meter breit sein. Jede weitere Stufe legt man erneut um 20 Zentimeter tiefer und mit einem Meter Breite an.

Im Notfall zählt jede Sekunde

Wirksamen Schutz bieten Umzäunungen. Allerdings müssen dafür bestimmte Kriterien, wie die Mindesthöhe von einem Meter, erfüllt werden. Gitterkonstruktionen, die man unter der Wasseroberfläche montiert, sind eine gute Alternative für jene, die keinen Zaun wollen.

Das Rote Kreuz rät im Ernstfall ruhig zu bleiben, nach der Bergung die Lebensfunktionen zu kontrollieren und dann entsprechende Erste-Hilfe-Maßnahme durchzuführen. Beatmung und Herzdruckmassage müssen bei Kleinkindern mit besonderer Vorsicht durchgeführt werden.

Im Notfall zählt jede Minute: Es gilt schnellstmöglich die Rettung verständigen und die nasse Kleidung durch eine Decke oder Aluminiumfolie ersetzen, um eine Unterkühlung zu vermeiden, so ein weiterer Tipp. (APA, 19.6.2012)

Daten und Zahlen:

Seit 2004 (bis 2011) starben in Österreich 32 Kinder unter fünf Jahren durch Ertrinken. Im vergangenen Jahr waren es drei. Ebenfalls 32 Kleinkinder starben im gleichen Zeitraum bei Verkehrsunfällen. Dahinter rangieren als Todesursachen von Unter-Fünfjährigen: Mord und Totschlag, Stürze und Feuer.

Zum Thema:

Ertrinkungstod wäre oft vermeidbar

Ertrinken: Lautloser Tod

64 Opfer im Jahr 2009

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21 Postings
Kleinkinder ertrinken nicht, sondern sie ersticken!!

Eigentlich sollte dies zumindest Medizinern bekannt sein. Kleinkinder, die in eine flache Pfütze mit dem Gesicht voran fallen, erfahren eine Schockstarre und können sich nicht mehr selbständig bewegen (ist von der Natur so vorgesehen- eigentlich als Überlebensstrategie bei Mäusenbabys etc.). Das heißt: die Aufsichtspersonen (Tiere sind da perfekter) muß das Kind sofort aufheben. Ähnliche Situation tritt bei manchen Kindern bei einem Affektkrampf auf, wo bei vorheriger starker Erregung es zu einen Komazustand bis zum Herzaussetzer für ein paar Sekunden kommen kann. Nach 2 - 3 Sekunden löst sich der Krampf- das Herz schlägt wieder und die Atmung setzt wieder ein - eine Pfütze würde dies aber verhindern. Daher AUFSICHT-bei Wasser besonders!

Pools gefaehrlicher als Pistole

waere auch eine Ueberschrift gewesen.

Abschaffen

Wasser ist einfach zu gefährlich.
Ich bin dafür, dass wir alle Seen, Flüsse und Meere bis auf die letzte Pfütze leerpumpen und das ganze Nass auf den Mars schießen. Dann haben die entlich auch AUF der Oberfläche Wasser.

"Mord und Totschlag" unter den top-5-Todesursachen bei unter 5-Jährigen???

Naja, auf natuerliche Weise sterben solche Zwerge selten.

da wirds wohl hauptsächlich um erweiterten Suizid gehen.

Alle Menschen ertrinken leise, es ist ein Irrtum das Ertrinkende wild um sich schlagen und schreien. In dieser Extremsituation verwendet der Körper alle Kraft um den Kopf über Wasser zu halten und zu atmen, schreien wäre gar nicht möglich.

logo schlagen die um sich, beim versuch sich über wasser zu halten

und das "schreien" ist das geräusch des panischen nach-luft-schnappens wenn der kopf ein stückerl aus dem wasser kommt...

Da ich deine Kompetenz in dieser Sache nicht einschätzen kann vertraue ich lieber der Erfahrung eines U.S. Cost Guards, er scheint beruflich damit öfters zu tun zu haben http://mariovittone.com/2010/05/154/

Ein Coast Guard ist am Meer. Da gibt es Wellen und Stroemungen. Befragen Sie lieber einen Teichwaechter.

na so ein cooler coast guard bin ich nicht

ich habe aber auch schon selbst gesehen wie es aussieht wenn einer dabei ist abzusaufen - ein ziemliches geplansche

und ich habe auch nicht behauptet das die um hilfe rufen.

Genau darum wollte ich nie einen Pool

eine viel zu großé Gefahrenquelle für Kind und Haustier. Und in Wahrheit sind die Kosten weit über der Jahrekarte im nächsten Schwimmbad.

auto?

man kann sich auch zu tode fürchten

Zumindest scheinen laut obiger Statistik..

...mehr Kinder zu ertrinken als sich zu Tode zu fürchten. Aber am nächsten Stammtisch kommt Ihr Argument sicher super.

Z'Tod gfiacht is aa gsturbn.

interessant auch:

http://derstandard.at/130329118... ei-Kindern

aber was soll's: rechtzeitig vor dem sommer noch mal 'ne monsterschlagzeile...

im schnitt vier kinder/jahr

und das ist die häufigste todesursache? kann das stimmen?

außerdem könnte die schlagzeile

wie im kleingedruckten am ende zu lesen ist genauso gut lauten: verkehrsunfälle sind häufigste todesursache bei kleinen kindern...

lt. statistik.at starben in diesem zeitraum durchschittlich ca. 350 4-jährige pro jahr. die verkehrsunfälle werdens also wohl eher auch nicht sein.

eh nicht. aber es ist eine gute schlagzeile

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