Produktive Kritik

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    foto: apa/georg hochmuth

Respektvoll, sachlich, konkret via E-Mail oder Posting

Liebe Community,

heute fanden wir in unserer elektronischen Post folgende Nachricht:

"Na servus, ihr seids aber leicht ang'rührt! Ich finde, wenn man schon dem obskuren Gewerbe eines Zensors nachgeht, dann braucht man hinterher nicht auch noch zimperlich zu tun!"

Das Zitat gibt übrigens den vollständigen E-Mail Text wieder, abgesehen von einer neutralen Verabschiedung. Dieses und noch destruktivere Beispiele sind Grund genug, hier zu thematisieren, was wir unter produktiver Kritik verstehen und von Ihnen zu hören, wie Sie dieses Thema sehen.

Kritik an unserer Arbeit ist willkommen: Uns ist bewusst, dass es bei nahezu allen Themen, über die wir berichten, ExpertInnen in unserer Community gibt, die über ein großes Spezialwissen verfügen. Wir sind daher sehr dankbar, wenn Sie uns Zusatzinformationen zukommen lassen. Leider, auch das müssen wir zugeben, unterlaufen uns, trotz großen Bemühens um Präzision, manchmal Fehler, inhaltlich sowie sprachlich. Auch wenn es unangenehm ist, darauf aufmerksam gemacht zu werden: Wir sind natürlich froh, wenn Sie uns dabei helfen, aus diesen Fehlern zu lernen.

Medium der Kritik: E-Mail oder Posting

Es gibt zwei wesentliche Wege für Sie, uns Kritik zukommen zu lassen: Unter jedem Artikel finden Sie einen Feedback-Link, den Sie für Kritik via E-Mail nützen können. Das E-Mail geht an das jeweilige Ressort und wird sicher bearbeitet. Die zweite Möglichkeit ist, dass Sie unter dem jeweiligen Artikel ein Posting verfassen. Wir bemühen uns, auch hier auf die Kritik einzugehen und zu antworten, allerdings ist das nicht immer machbar: Bei vielen Artikeln gibt es innerhalb kurzer Zeit hunderte oder sogar tausende Kommentare und da kann Ihr Posting übersehen werden. Doch wir arbeiten intensiv an organisatorischen Maßnahmen, um mit Ihnen - unseren PosterInnen, die wir sehr schätzen - häufiger in Dialog treten zu können.

Art der Kritik: respektvoll, sachlich, konkret

Unabhängig vom Medium, das Sie für Kritik wählen, sind uns vor allem drei Punkte wichtig, die auch Teil der Community Richtlinien sind und daher generell gelten:

  1. Respektvoller Umgang: Kommunizieren Sie mit uns - sowohl in Postings als auch in E-Mails - auf Augenhöhe. Bei entsprechender Formulierung ist es für uns deutlich einfacher, auf berechtigte Kritik zu reagieren.
  2. Sachlicher Bezug: Persönliche Angriffe durch Beschimpfungen, Drohungen und Beleidigungen sowie ruf- oder geschäftsschädigende Äußerungen sind nicht Teil einer produktiven Kritik. Daher ersuchen wir Sie, sich auf sachlicher Ebene zu äußern.
  3. Konkrete Argumente: Zitieren Sie die Textpassagen, die Sie kritisieren. Führen Sie auch Argumente für Ihre Aussagen an und verwenden Sie keine Stilmittel wie Ironie oder Sarkasmus. Dadurch vermeiden Sie Missverständnisse.

Das eingangs zitierte E-Mail ist leider ein Beispiel für eine Kritik, die keinem der drei oben genannten Punkte gerecht wird. Wir bitten Sie um Verständnis, dass wir in solchen Fällen nicht antworten oder reagieren. Postings dieser Art werden gelöscht und destruktive Kritik kann auch zur Sperre Ihres User-Accounts führen. Im Gegenzug sichern wir Ihnen zu, dass produktive Kritik, die alle drei Voraussetzungen erfüllt, bei uns ernst genommen wird. (cmb, derStandard.at, 19.6.2012)

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Liebe Community-Betreuer,

ich denke ein großes Problem bei dieser Sache ist, dass wenn von eurer Seite bzw. von seiten der Redaktion Dinge geschrieben werden, die euren eigenen Anforderungen nicht entsprechen, es schwer ist, respektvoll und sachlich zu antworten.

Darüber hinaus antwortet ihr - zumindest mir - nicht auf respektvolle, sachliche und absolut freundlich formulierte E-Mails. Und auf die User-Postings weiter unten wird auch nicht geantwortet. Das ergibt ein ziemlich stimmiges, aber sehr negatives Bild. Ich bin mir einigermaßen sicher ihr seid euch dessen bewusst. Ihr sitzt hier am längeren Ast. Damit kann ich leben. Dann liest sich aber der obige Artikel eher wie ein Satire-Beitrag. Und ich glaube so war er nicht gemeint.

Darüber hinaus macht es die Beschränkung auf 750 Zeichen oftmals nicht einfach die o.g. Anforderungen zu erfüllen. Das auch insofern, weil man durch euch bzw. den Foromaten gezwungen wird, einfache Sachverhalte kompliziert zu formulieren, damit sie überhaupt erscheinen. Manche Wörter sind bei euch - und ich finde zu unrecht - auf der "schwarzen Liste".

Wenn jemand z. B. absichtlich Unwahrheiten verbreitet, die auch relativ leicht (mittels Google) aufgedeckt werden können, darf man trotzdem nicht "Lüge" schreiben. Das mag der Foromat gar nicht. Und das ist ungut, wenn es sich um einen Mitposter handelt, aber besonders bitter, wenn es um einen Redakteur geht.

"ruf- oder geschäftsschädigende Äußerungen "

Na das kann so ziemlich alles sein.

Also wenn ich etwa schreibe, eine bestimmte Bundesländerzeitung oder eine Automarke hätte Marktanteile verloren .....

Selbst der Bericht über ein nicht rechtskräftiges Urteil samt Bemerkung, daß selbiges (noch) nicht rechtskräftig ist, kann als rufschädigend interpretiert werden.

Karl Kraus

hätte hier wohl kaum jemals ein Posting durchgebracht

Ich bitte um eine Erklärung, warum der Terminus "Jubelartikel*" zensiert wird. Die gleichzeitige Proklamation des Rechts auf freie Meinungsäußerung wirkt angesichts der Zensur solcher Nebensächlichkeiten lächerlich.
Bis jetzt ist die einzige Erklärung, die ich finden konnte, dass die Kritik an diversen Firmen* der Blattlinie widerspricht.
Dann ist aber auch der Terminus "unabhängig" vor "Tageszeitung" grob irreführend.
Bitte hier die Zensurpolitik überdenken.

*bekannter Technologie-Betrieb unter der Rubrik Innovation

"stimmchen"

Danke für das "Stimmchen erheben".
So ein Abend mit diesem Wortspiel, einfach wunderbar!
MfG. G.

Oh! Da sucht sich wer aus, welche Art von Kritik erlaubt ist: Nur "konstruktive".

Mit Verlaub, das erinnert an den Völkischen Beobachter.

Ich hoffe ernsthaft, daß sich das die Verantwortlichen noch überlegen: Denn nur "destruktive" Kritik ist auch Kritik, konstruktive ist Beihilfe.

Und: Obige Zuschrift sagt natürlich wenig aus ohne das Mail, auf das geantwortet wurde.

mimosa pudica
http://www.youtube.com/watch?v=g0LFBM3hOLs
(ist so lustig - inkl. musik)

hab gerde eine offline-variante der foromatin entwickelt, wer interesse hat auch im realen leben zensiert zu werden, bitte 100€ an prorogat@gmail.com paypalen

"Na servus, ihr seids aber leicht ang'rührt!"

Tja - wenn "Stilmittel wie Ironie und Sarkasmus" der ónline-Redaktion vorbehalten

bleibt, stellt sich die Frage der Sinnhaftigkeit.

bin nicht einmal mit meinem youtube diskussionsbeitrag durchgekommen (mimose in aktion).
:-(

"Um Ironie erkennen zu können - ob sarkastisch (also beißend spöttisch) oder nicht-sarkastisch intendiert - müssen verschiedene Teile des Gehirns zusammenarbeiten."
http://de.wikipedia.org/wiki/Sarkasmus

Irgendwie habe ich da schon ein Problem mit der Vorgabe "produktiver Kritik".

Eines meiner letzten Postings wurde gesperrt und per Mail erhielt ich die Drohung eines Rauswurfs aus dem Forum. Anbei das Posting - die Namen wurden ausgeXt um die Schuldigen zu schützen:
---
Uii, ein Artikel von XXX. Ohne ihn gelesen zu haben mal eine Vorabschätzung:
- Die HW ist ganz nett, aber nicht auf der Höhe der Zeit (gilt auch, wenn sie besser als Apple-HW ist).
- Das OS ist aber nicht gut (ist ja kein iOS)
- Das Softwareangebot ist schlecht - oder es gibt nicht so tolle Apps wie bei iOS
- Die Usability ist schon schlecht.
Das Schöne ist, dass man Artikel von XXX nie lesen muss - mit der Vermutung liegt man bei nicht-Apple-Teilen eigentlich immer richtig.
Das spart Zeit |-D.

Der Witz ist nun...

... dass der Post zutraf, wie sich bei nachträglichem Lesen des Artikels herausstellte.

IMHO eine produktive Kritik, die nicht beleidigend war. Wenn man dafür mit Sperre bedroht wird - wie stellt man sich produktive Kritik _genau_ vor?

Community
171
13.2.2013, 15:40
Produktive Kritik

Zur Beantwortung zitiere ich aus http://derstandard.at/133963828... ive-Kritik

1) Respektvoller Umgang: Kommunizieren Sie mit uns - sowohl in Postings als auch in E-Mails - auf Augenhöhe. Bei entsprechender Formulierung ist es für uns deutlich einfacher, auf berechtigte Kritik zu reagieren.
2) Sachlicher Bezug: Persönliche Angriffe durch Beschimpfungen, Drohungen und Beleidigungen sowie ruf- oder geschäftsschädigende Äußerungen sind nicht Teil einer produktiven Kritik. Daher ersuchen wir Sie, sich auf sachlicher Ebene zu äußern.
3) Konkrete Argumente: Zitieren Sie die Textpassagen, die Sie kritisieren. Führen Sie auch Argumente für Ihre Aussagen an und verwenden Sie keine Stilmittel wie Ironie oder Sarkasmus. Dadurch vermeiden.

Das war jetzt nicht "auf Augenhöhe", das war herablassend, arrogant und beleidigend.

Respektvoller Umgang?
Dann dürfte, bei gewissen Themen, etwa in Asylfragen, die Zensur erheblich scheitern. Denn dort sind Beschimpfungen auf kritische Meinung Normalzustand.
Aber ich fürchte, das ist bekannt nur warum wird es dann toleriert?

"verwenden Sie keine Stilmittel wie Ironie oder Sarkasmus" - nur bei kritik oder allgemein?
und: was ist kritik, was "nur" eine meinung? wo ist da die grenze zu ziehen?

Community
141
14.2.2013, 09:20

Das bezieht sich auf Kritik. Kritik ist "die Beurteilung eines Gegenstandes oder einer Handlung anhand von Maßstäben" (http://de.wikipedia.org/wiki/Kritik ) und damit immer auch eine Meinung.

das kritik eine form von meinung ist, ist mir schon klar, nur, was ist nur mehr eine meinung, ohne kritik?
denn alles andere würde ja unter das ironie/sarkasmusverbot für kritik fallen.

Community
120
14.2.2013, 15:18

Zu Ironie/Sarkasmus: Das sind Stilmittel, die in der Online-Kommunikation häufig zu Missverständnissen führen (weil uns da Mimik, Gestik, Tonfall, etc. fehlen) - da gibt es viel Forschung aus der Psychologie und Kommunikationswissenschaft. Teilweise kann man das kompensieren ;) - aber häufig kommt die Bedeutung beim Empfänger nicht so an, wie sie gemeint war. Wenn man jemanden kritisieren will, dann ist hilft ein Verzicht solcher Stilmittel, eine funktionierende Kommunikation sicherzustellen.

Wir werden dennoch in so gestalteten Foren

nie eine funktionierende Kommunikation haben, weil Rezipienten und Sender intellektuell, in ethischer Hinsicht, in der humanistischen Ausprägung, in der Bildung viel zu weit voneinander entfernt sind.

In schriftlichen Dokumenten generell fehlen immer Mimik, Gestik etc. In Ihrer Argumentation dürfte es in der schriftlichen Kommunikation überhaupt kein Niveau geben und keine sprachliche Hürde, weil wir viele andere User haben, um die Sie sich sorgen, sie könnten nicht bloß englische, sondern auch deutsche Sätze nicht verstehen. Es gibt viele Bücher, die ich nicht verstehe: soll ich deswegen deren Verbot verlangen dürfen? Wer Angst hat, andere könnten die Satire mißverstehen,braucht nur <achtung, sarkasmus/ironie/satire/parodie>hinzufügen.

Sogar im direkten Gespräch wird Sarkasmus oder Ironie sinnlos, wenn man dazu blöd grinst oder sonst wie extra ausdrücken muss, dass das Gesagte ironisch gemeint ist. Wenn jemand es schriftlich nicht versteht, dann meist im direkten Gespräch genauso wenig. Missverständnisse gibts in beiden Fällen, die man dann eben aufklären muss. Zu sagen, man "solle auf Ironie des besseren Verständnisses wegen verzichten", halte ich für eine vergewaltigende Beschneidung der Ausdrucksform!

es kann natürlich zu missverständnissen kommen, aber nachdem man im forum ja miteinander redet, kann man diese ja auch aufklären.
und was die funktionierende kommunikation angeht: stilmittel bereichern die kommunikation, ohne diese wird sie eintönig und, mmn, uninteressant. (abgesehen davon, dass es mir um etwas ganz anderes geht: die abgrenzung zwischen "meinung" und "kritik" (hab ich auch schon (2x) erwähnt).
(jedes posting ist eine meinung, jedes posting hat maßstäbe, beurteilt (wenn auch nicht immer offensichtlich und direkt), etc. der übergang zur kritik ist da ein subjektiver und fließender, da aber kritik in den forenregeln anders behandelt wird als eine meinung, muss es definitionen geben, was was ist.)

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