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Mode, Kunst und Reflexion

14. Juni 2012, 20:30

Pixi mit Milch war beim Opening der Kunst- und Mode-Ausstellung "Reflecting Fashion" im mumok. Hier ihre Eindrücke

Mode, Kunst und Reflexion

"Kunst und Mode seit der Moderne" lautet der Untertitel der im „Mumok - Museum moderner Kunst" laufenden Ausstellung "Reflecting Fashion", die gestern eröffnet wurde. Eine vielfältige und umfassende Ausstellung, mit Zeichnungen, Gemälden, Fotografien, Skulpturen, Textilien und Videos. Von Surrealismus über Pop Art bis in die Gegenwart. Fotografien von Cindy Sherman treffen auf das überdimensionale "Wedding Dress" von Christo und der "Genitalpanik"-Hose von Valie Export.

Mode begegnet uns in jedem Moment unseres Lebens. Nicht nur an uns selbst, sondern auch an anderen. Durch Mode unterscheiden wir uns oder zeigen, dass wir zu einer gewissen gesellschaftlichen Gruppe gehören. Sei es durch Arbeitskleidung oder durch einen gewissen Kleidungsstil. In der Ausstellung wird Mode zu Kunst, und somit nicht immer ganz ernst genommen beziehungsweise ironisch aufgeladen. Wie bei Sylvie Fleury, die aus einem Formel-1-Anzug, einem männlich dominierten Sport, ein Kleid zaubert. Oder auch bei Christo, der ein Hochzeitskleid der anderen Art entwirft, welches mit Tauen gezogen werden muss. Man könnte die Last der Ehe, vor allem für die Frau, die nun gewisse Verpflichtungen hat, in diese Installation hineininterpretieren. Die Rolle der Frau, die durch Kleidung festgeschrieben wird, thematisiert auch Valie Export. Mode gilt hier als Korsett, dass es zu sprengen gilt.

Mode darf heutzutage fast alles, glaubt man. Doch auch heute gibt es noch gewisse Regeln und Kleidervorschriften, an die man sich still hält. Mode verändert sich stets und auch wir sollten unsere eigene Mode und unseren Kleiderschrank reflektieren. Brauchen wir 50 verschiedene Kleider und 30 Hosen? Und warum machen wir eigentlich jeden Trend mit, obwohl er gar nicht zu uns passt? Was tragen wir und wo kommt unser Lieblingsshirt eigentlich her? Habe ich schon jemals über die Geschichte meiner Kleidung nachgedacht?

Kleidung erzählt Geschichte. Wer erinnert sich nicht an das Kleid, dass man beim ersten Date getragen hat. Oder die Lieblingsjeans, die schon so viel mitgemacht und erlebt hat. Das Künstlerinnenkollektiv „Factory of Found Clothes“ lässt im „Shop of Utopian Clothing“ die Kleider zu Wort kommen. Kleidungsstücke erzählen die Geschichte der Trägerin. Ihre Wünsche, Hoffnungen und Ängste. Mode als Sprachrohr und Vermittler.

„Reflecting Fashion" befasst sich mit vielen Aspekten von Mode und Kunst. Auf insgesamt vier Ebenen zeigen nationale und internationale Künstler ihre verschiedensten Werke. Um den Zusammenhang und einzelne Exponate verstehen zu können, reicht der schlichte Blick auf den Gegenstand nicht aus. Bei der Rezeption ist Reflexion nötig und eine Führung mit Sicherheit von Vorteil. Denn nur mit einem gewissen Hintergrundwissen lässt sich diese Ausstellung im Ganzen erfassen.

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    foto: petra gschwendtner
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