Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

Bahrain ist eine Insel im arabischen Golf. Die konstitutionelle Monarchie wird von Sunniten geführt, die Bevölkerung ist aber mehrheitlich schiitisch. Die Schiiten fühlen sich benachteiligt, unter anderem weil sie bei der Vergabe von Stellen im öffentlichen Dienst und bei Führungspositionen kaum berücksichtigt werden. Protestbewegungen (Foto) werden gewaltsam niedergeschlagen.
Ab Herbst soll die Top Level Domain (TLD) der konstitutionellen Monarchie Bahrain ".bh" technisch in Österreich liegen. Mit liberaleren Vergabebedingungen und gemäßigteren Preisen soll der wenig genutzten .BH-Zone Leben eingehaucht werden. Während technisch alles fertig ist, muss in Bahrain noch ein Gesetz geändert werden.
Ausschreibung
Vergangenes Jahr hatte die österreichische Firma IPcom gemeinsam mit der deutschen SBR Juconomy Consulting AG eine entsprechende Ausschreibung des Golfstaates gewonnen. IPcom ist eine Tochter der Salzburger Firma Nic.at, die als Registry die .at-Zone betreibt (ausgenommen der behördliche Bereiche .gv.at).
Der ursprünglich anvisierte Start im Herbst 2011 musste verschoben werden, weil die Rechtslage in Bahrain noch an die neue Situation angepasst werden muss. Derzeit sind die Vergabebedingungen für .BH-Domains sehr restriktiv, dazu kommen hohe Jahresgebühren, so dass es nur etwa 4.000 bahrainische Domains gibt.
100.000 Registrierungen als Ziel
Die Regulierungsbehörde des Inselstaates möchte innert dreier Jahre den Bestand auf 100.000 Domains vervielfachen. Um die Online-Präsenz des kleinen Landes zu erhöhen sollte die Zone auf neue Beine gestellt werden.
Dazu wird eine Domain Name Registry Organisation (DNRO) als Tochter der Regulierungsbehörde eingerichtet. Die DNRO wird als verwaltende Registry fungieren. Sie wird die Vergabebedingungen und -preise festlegen. Bei Konflikten zwischen verschiedenen Personen, die Anspruch auf die selbe Domain erheben, soll ein Grievance Committee entscheiden, das aus Vertretern der Regulierungsbehörde und einigen Ministern zusammengesetzt sein wird.
Die Vergabebedingungen stehen im Detail noch nicht fest, dürften aber keine Pflicht zu einem Firmen- oder Wohnsitz in Bahrain mehr vorsehen. Auch Zusammenarbeit mit Registrys aus anderen Ländern wird angepeilt.
Kontrolle
Allerdings wird die DNRO vergebene Domains kontrollieren: Schmähungen Allahs oder des Koran sind in dem muslimischen Land ein No-Go. Es gilt islamisches Recht (Scharia). Wie auf Alkohol- oder Erotik-Inhalte oder Meinungsäußerungen der unterdrückten Opposition reagiert wird, bleibt abzuwarten. Technisch ist auch eine "vorbeugende" Filterliste für Domainnamen möglich.
Im Unterschied zu .at-Domains, wo Nic.at selbst die Registry ist und inhaltliche Entscheidungen aufgrund der österreichischen und europäischen Rechtslage treffen muss, liegt die Entscheidungsgewalt im Falle .BH bei der bahrainischen Registry DNRO.
"Wir haben die Behörde beraten und sind technischer Dienstleister", erläuterte Nic.at-Geschäftsführer Richard Wein derStandard.at, "Der Betrieb der Server wurde zu uns outgesourcet, die inhaltlichen Entscheidungen fallen alle in Bahrain nach dortigem Recht."
Vorzeigeprojekt
Während Nic.at/IPcom die technischen Dienste aber auch umfangreiche Beratungsleistungen für die zuständige Regulierungsbehörde bereitstellen, ist SBR Juconomy für das Projektmanagement und Marketing zuständig. "SBR hat entscheidenden Anteil am Projekt", streut Wein dem Partner Rosen, "Sie haben das Projekt hervorragend organisiert und kennen die Gepflogenheiten im Nahen Osten sehr gut."
Die Ausschreibung sei "sehr sauber" gelaufen, "besser als in Europa üblich", fügt Wein hinzu. Für Nic.at ist .BH ein Vorzeigeprojekt. Hier kann sich die österreichische Registry in einem exotischen Land beweisen - und in einigen Jahren womöglich weitere Auftraggeber gewinnen.
"Ich erwarte eine Konsolidierung unter den Betreibern von Country Code Top Level Domains", so Wein, "Schon in den nächsten ein bis drei Jahren könnte da einiges in Bewegung geraten."
Politisch Brisant
Die Zusammenarbeit der österreichischen Firma mit den Behörden Bahrains ist politisch brisant. Das Land ist von heftigen Konflikten zwischen der sunnitischen Königsfamilie und der schiitischen Bevölkerungsmehrheit geprägt. Vergangenes Jahr wurde eine Protestbewegung gewaltsam niedergeschlagen. Sogar Ärzten und Krankenpfleger, die Verletzten helfen wollten, stehen dafür vor Gericht.
Auch Nic.at-Manager Wein hat sich mit der Lage in Bahrain beschäftigt, die sich nach der Ausschreibung wesentlich verschärft hat: "Wir sind uns der schwierigen Situation bewusst. Wir hoffen, dass die Öffnung des Internets bzw. der Domainregistrierung ein kleiner Schritt in die richtige Richtung ist."
.BH-Ablauf
Die Details zum Neustart der .BH-Zone wurden noch nicht veröffentlicht. Voraussichtlich wird es aber eine Sunrise-Periode geben, bei der bahrainischen Registraren und bahrainischen Endabnehmern der Vortritt gelassen wird.
Anschließend dürfte es zu einer zweiten Sunrise-Phase kommen, an der sich auch andere Registrare und Endkunden beteiligen dürfen. Im Regelbetrieb schließlich wird es so wie bei .at-Domains möglich sein, noch nicht vergebene Ziffern- und Zahlenkombinationen (ASCII) zu registrieren. (Daniel AJ Sokolov, derStandard.at, 19.06.2012)
Netzaktivist in Spanien festgenommen - soll für DDoS-Attacke auf Spamhaus verantwortlich sein
Internetkommunikation soll bei Bedarf einfach "mitgeschnitten" werden können
Gerichtsbeschluss gegen Kanzlei ist mit "Star Trek"-Anspielungen gespickt
Deutscher BGH entschied, dass Autocomplete-Begriffe im Einzelfall gelöscht werden müssen
Deutsche Bundesregierung bezog Stellung zum im März vorgelegten "Tallinn Manual"
Strongbox soll es ermöglichen, anonym und sicher Informationen einzureichen
Smartphone-App informiert, welche Unternehmen und Interessensgruppen hinter einem Produkt stehen
Im Chat verschickte https-URLs bekommen unangemeldeten Besuch von Microsoft
Die von Google vorgeschlagenen Suchwort-Ergänzungen können im Einzelfall rechtswidrig sein
Baupläne waren innerhalb von 48 Stunden über 100.000 Mal heruntergeladen worden
Innenministerin Mikl-Leitner will digitale Straftaten auch bei StGB-Novelle diskutieren
Entwickler wählten Mega zur Verbreitung, u.a. weil sie mit Gründer Dotcom sympathisieren - Update: Vorlagen entfernt
Wird Datenschutzbestimmungen prüfen und dem Direktorium berichten
Internetbanking betroffen - Bankchef Cernko: "Das war ein krimineller Akt, wir verfolgen das mit aller Härte"
Politiker haben Fragen zu Schutz von Privatsphäre
Seit 2007 trainiert die Gruppe Computernetzwerk-Operationen in der Eifel für den Cyber-Krieg
Experiment von zwei Reportern jedoch nur zum Teil aussagekräftig
Netzwerk schließt solche Dienste auch dann aus, wenn sie im Land der NutzerInnen legal sind
Angriffe auf Webseiten des Vatikans und der italienischen Regierung
BGH legt Urheberstreit um sogenanntes Framing dem EuGH vor
Unternehmen mahnte Veranstalter ab und verlangte 2.500 Euro Lizenzgebühren - nach Kritik wurde eingelenkt
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.