Oracle hält sich mit Software über Wasser

Angestammtes Geschäft läuft rund

Redwood Shores - Der teure Ausflug ins Hardware-Geschäft bereitet Oracle Probleme. Die leistungsstarken Firmenrechner des vor zwei Jahren für 7,4 Mrd. Dollar (5,86 Mrd. Euro) übernommenen Spezialisten Sun Microsystems verkaufen sich immer schlechter. Nur ein gut laufendes Software-Geschäft verhinderte im vierten Geschäftsquartal einen Absturz.

Zusammengenommen stieg der Umsatz von März bis Mai noch um 1 Prozent auf 10,9 Mrd. Dollar. Konzernchef Larry Ellison wies am Montag vor allem auf das Wachstum im sogenannten Cloud-Computing hin, bei dem Software auf zentralen Rechnern lagert. Der Gewinn verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8 Prozent auf unterm Strich 3,5 Mrd. Dollar.

Ergebnis über Erwartungen

Mit den vorzeitig vorgelegten Zahlen schnitt Oracle besser ab als Analysten erwartet hatten. Nachbörslich stieg die Aktie um 3 Prozent. Zu dem Sprung trug auch die Ankündigung von Oracle bei, für weitere 10 Mrd. Dollar eigene Aktien zurückzukaufen. Damit dürfen sich die verbleibenden Aktionäre auf einen größeren Anteil am Gewinn freuen.

Oracle ist eigentlich Spezialist für Datenbanken, hat sich durch zahlreiche Zukäufe aber immer breiter aufgestellt. So versucht Oracle bei der Unternehmenssoftware zu SAP aufzuschließen. Mit den Deutschen liegen die Amerikaner im Dauerclinch. Mit derartigen Programmen erledigen Firmen etwa ihre Buchhaltung oder verwalten ihre Kunden. Oracle verleibte sich unter anderem die Rivalen Siebel und Peoplesoft ein.

Im Jahr 2010 kaufte Oracle Sun Microsystems. Die Hardware-Verkäufe brachen nun aber um 16 Prozent auf 977 Mio. Dollar ein. Auch das Servicegeschäft schwächelte. Dagegen stieg das wichtige Neugeschäft mit Software-Lizenzen um 7 Prozent auf 4,0 Mrd. Dollar. Der Zuwachs ist besonders bedeutsam, weil neue Software-Lizenzen später zumeist weitere Geschäfte mit Updates und Wartung nach sich ziehen.

Im gesamten Geschäftsjahr stieg der Konzernumsatz um 4 Prozent auf 37,1 Mrd. Dollar und der Gewinn legte um 17 Prozent auf knapp 10 Mrd. Dollar zu. Damit gehört Oracle trotz der Probleme bei den Firmenrechnern immer noch zu den profitabelsten Technologiefirmen überhaupt.

Der SAP-Aktienkurs wurde Dienstagfrüh gestützt, das Papier legte in Frankfurt nach den besser als erwarteten Oracle-Zahlen um 1,08 Prozent zu. (APA, 19.6.2012)

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