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Sie hat nicht den Hass ihres Großvaters, nicht die Häme ihrer Tante. Aber Marion Maréchal-Le Pen vertritt deren Ideen und trägt deren Namen - "eine Last und eine Ehre", wie sie im Wahlkampf zum Standard sagte: Die 22-jährige Jusstudentin hat am Sonntag als eine von zwei Kandidaten des rechtsextremen Front National (FN) den Einzug in die fran zösische Nationalversammlung geschafft. Damit ist sie die jüngste Abgeordnete der Fünften Republik. Sie macht gerade ihre Doktorarbeit, doch ihre schüchternen Auftritte lassen eher an einen Teenager denken, der zu früh in die Erwachsenenwelt gestoßen wurde.
Und gestoßen wurde die schlanke Blonde, auch wenn sie das heftig bestreitet. "Der Alte" schickte seine Enkelin Marion vor, eine von der "guten Rasse" Le Pen, wie er sich auszudrücken beliebt. Sie, die unbedarfte Studentin, die im Pariser Nobelvorort Saint-Cloud aufgewachsen ist und von ihrem südfranzösischen Wahlkreis Carpentras so gut wie nichts kannte, sollte zwei engagierte Linkskandidaten ausbremsen und den lokalen, mit allen Wassern gewaschenen Platzhirsch der bürgerlichen Partei UMP vom Sockel stoßen. Marion in der Löwengrube, feixten viele.
Jeanne d'Arc gegen "Zionisten und Freimaurer"
Doch Marion, das Löwenkind, fraß sie alle auf. Auf den Markt plätzen ließ sie ihren jugendlichen Charme spielen; lächelnd sprach sie sich gegen Vetternwirtschaft und Immigration aus. Das schöne Gesicht des Rechtsextremismus punktete als Light-Ausgabe ihrer Tante Marine, der heutigen FN-Präsidentin, die poltert und wettert wie ihr Vater Jean-Marie. Marion bringt es harmlos. Aber wenn ihr Opa geifert und herfällt über die Araber, die Juden und die "Sozialkommunisten" (dazu zählt er auch die Bürgerlichen), dann applaudiert Marion. Den Vorwurf der Fremdenfeindlichkeit weist sie zurück, aber den Hasstiraden ihrer älteren Verwandten jubelt sie trotzdem zu. Von den Online-Kommentaren ihrer Anhänger, die sie als Jeanne d'Arc gegen die "Zionisten und Freimaurer" feiern, hat sie sich nie distanziert.
In der Nationalversammlung muss Marion Le Pen selber dran. Neben ihr sitzt nur noch Gilbert Collard, ein redegewandter Staranwalt, für den FN im Parlament. Für die schüchterne Marion scheint der Job angesichts anstehender Redeschlachten gegen 575 gegnerische Abgeordnete noch eine Nummer zu groß. Aber das behauptete schon ihr gewiefter Rivale im Wahlkreis von Carpentras. (Stefan Brändle, DER STANDARD, 19.6.2012)
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Immer diese grossen Worte.
"Fremdenhass"
Wenn ihr Guten Menschen wollt, dass das Abenland in der Zukunft so aussehen soll, wie gewisse Viertel von französischen Grossstädten, dann sagt es einfach.
Nur erwartet von den Rauschebärten keinen Dank, denn ihr passt nicht in deren Weltbild.
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