Die Bonzenvilla als Streetart-Galerie und Spielplatz

18. Juni 2012, 18:18
  • Tunesische Kinder schwänzen die Schule und spielen in der Villa von Imed
 Trabelsi: "Das gehört jetzt uns, dem Volk!"
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    foto: gianluca wallisch

    Tunesische Kinder schwänzen die Schule und spielen in der Villa von Imed Trabelsi: "Das gehört jetzt uns, dem Volk!"

Geplündert, abgebrannt, neu gestaltet: Die Residenzen des verhassten Ben-Ali-Clans werden zum öffentlichen Raum

Tunis - Ein Besuchsprogramm für Tunis umfasst die antiken Stätten in Karthago, einen Pfefferminztee im malerischen Café des Nattes und einen Bummel durch den pittoresken Bazar. Die eigentlichen Highlights stehen aber in keinem Reiseführer: die geplünderten Villen des Clans von Ex-Machthaber Zine El-Abidine Ben Ali.

"Es gibt so viele davon", sagt der Fahrer lachend und biegt in die Rue Hannibal ab. "Dort vorne hatte Imed Trabelsi, ein Neffe von Ben Ali, einen seiner Paläste." Dieser entpuppt sich dann nicht gerade als herrschaftliches Anwesen, aber doch als stattliche Villa - wobei: stattlich, das war früher. Jetzt fehlen alle Fenster und Türen, das obere Stockwerk ist ausgebrannt, auf den Mauern außen und innen prangen bunte Graffiti.

In den Tagen der Revolution vor eineinhalb Jahren, als Ben Ali und seine Vertrauten das Land fluchtartig verließen, enterte die Bevölkerung zahlreiche Häuser des verhassten Clans. Nur was niet- und nagelfest war, blieb. Alles andere wurde demontiert: Möbel, Fenster, sogar Stromleitungen wurden aus der Wand gerissen und Fußböden herausgebrochen.

Dann kamen die Sprayer, dar unter echte Künstler, die den internationalen Vergleich kaum zu scheuen bräuchten. "Das hier ist kein Haus, das hier ist eine Kunstgalerie", ist zu lesen. Stimmt. Aggression versus Ironie: Hunderte Graffiti decken die ganze Bandbreite politischer Meinungsäußerung ab.

Zwischen den Glasscherben und den Putzbrocken und auch draußen im Garten mit Pool und ausgebranntem Geländewagen spielen Buben. "Das gehört jetzt uns, dem Volk!", erklärt einer. "Wir sind oft nach der Schule hier. Manchmal auch statt der Schule." Lachen, Schulterklopfen.

Und, wie fühlt man sich als "das Volk"? "Wir wissen nicht, was morgen sein wird. Früher wussten wir es. Das war besser." Bedrückend - auch wenn dieser Satz vielleicht nur einem Erwachsenen nachgeplappert war. (gian, DER STANDARD, 19.6.2012)

Das ist nicht Streetart. Das ist Graffiti. In seiner reinsten Form. Bitte nicht immer Kraut und Rüben durcheinander mischen.

die größte Provokation im öffentlichen Raum: nachts heimlich Graffities übermalen. Einfach ein Kübel Farbe und die Graffities weiß übermalen. Eine weißgestrichene Wand - das macht die Sprayerspießer fertig. Versuchen Sie es mal

Ah, Sie sind das!

Das ist allerdings in Wien mit Vorsicht zu geniessen.
Anno dazumal hat mal jemand, will jetzt keine Namen nennen, Hakenkreuze übermalt und hatte dann in der U-Haft drei Monate Zeit zur Reflektion.

pfff wo leben sie denn,

das ist doch bitte nur ein Problem wenn man nicht die richtigen leute kennt,

in der BananenRepublico Uno, geht 'olles' - wenn man die richtigen Leute kennt... tu felix austria!

Hamma auch: Schönbrunn

Das Bonzen-Schloss dem gemeinen Volk geöffnet.

hört sich an...

als ob über griechenland gesprochen wird...nicht wissen was morgen ist...lol

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