Ein Blick in die Online-Redaktion der "Kleinen Zeitung"

  • Elisabeth Zankel ist seit 2008 Chefredakeurin von kleinezeitung.at.
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    Elisabeth Zankel ist seit 2008 Chefredakeurin von kleinezeitung.at.

  • Das kleinezeitung.at-Videoteam in Aktion.
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    Das kleinezeitung.at-Videoteam in Aktion.

  • Ein Teil der jungen Online-Redaktion posiert in Graz.
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    foto: jürgen fuchs

    Ein Teil der jungen Online-Redaktion posiert in Graz.

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Aufbruchstimmung in Graz: Ein neues Headquarter sowie ein digitaler Relaunch inklusive erster Schritte hin zu bezahlten Digitalinhalten sind im Entstehen

Die Online-Redaktion der "Kleinen Zeitung" zählt mit 33 Mitarbeitern zu den stärksten des Landes. Neben 28 Redakteuren, die im aktuellen Dienst beschäftigt sind, gibt es ein mobiles Videoteam, dessen fünf Mitglieder die Redaktion mit lokalen Reportagen versorgen. 

Jeder Redakteur im aktuellen Dienst ist einem spezifischen Channel zugeteilt. Darüber hinaus gibt es Zuständige für die Bundeslandnews aus Kärnten und der Steiermark, den Sport und die Themen Video und Social Media. Ein täglicher Chef vom Dienst und ein sogenannter Webscout, der für exklusive Inhalt sowie für die Unterstützung bei Breaking News und Großevents verantwortlich ist, komplettieren das Team.

Schwerpunkt Video

Neben der täglichen Routine wird allen Onlinern die Möglichkeit geboten, an Kongressen und Seminaren teilzunehmen. Zusätzlich werden bedarfsweise Experten für Schulungen zu Bildbearbeitung, Social Media oder Titelfindung ins Haus geholt, vergangenes Jahr lag der Schwerpunkt auf dem Bereich Video-Aus- und -Weiterbildung.

Fortsetzung der Themenserien

Der Großteil der Nachrichten auf kleinezeitung.at ist agenturgetrieben, für Eigengeschichten wird pro Tag einem Redakteur Zeit eingeräumt. Ausnahmen sind Kommentare und die im vergangenen Jahr gestarteten Themenserien, für die sich Redakteure nach Bedarf in den Dienst ein- und ausklinken.

"Im letzten Jahr hatten wir eine Serie zum Thema 'Wutbürger'. Jeden Tag wurden drei bis vier Beiträge und Videos auf unserem Blog veröffentlicht", berichtet Chefredakteurin Elisabeth Zankel, "am Ende der Woche gab es in Graz eine abschließende Diskussion mit Politikern. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass unsere Leser Eigengeschichten dieser Art hoch goutieren." Weitere redaktionelle Serien mit starkem lokalen Akzent sind in Planung.

Ein neues Headoffice

"Die nationalen und internationalen Nachrichten werden in der Steiermark produziert, weswegen das Team in Graz auch stärker positioniert ist", erklärt Zankel das System. "Der aktuelle Dienst in Kärnten beziehungsweise der dortige Chef vom Dienst entscheiden individuell, welche Themenanordnung für ihr Bundesland die sinnvollste ist." Sowohl in der Steiermark als auch in Kärnten, wo aufgrund der modernen Bürostruktur in einer integrierten Redaktion gearbeitet wird, ist bei jeder Morgenkonferenz der Print zumindest ein Mitglied der Onlineredaktion anwesend, um die Tagesinhalte aufeinander abzustimmen.

Um die Verschmelzung der Bereiche hin zum modernen Newsroom voranzutreiben, wird derzeit an einem neuen Headquarter für die Styria Media Group gebaut, in dem Print, Online und der Radiosender Antenne ein neues Zuhause finden sollen.

Relaunch inklusive Bezahlmodellen

Für 2012 ist erstmals ein virtueller Umbau geplant, ein umfassender Relaunch soll noch dieses Jahr über alle Plattformen initiiert werden. Nachdem in den vergangenen Jahren der Fokus auf das Bedienen mobiler Endgeräte gerichtet war, soll nun ein einheitlicher "Look" alle Produkte unter der Marke "Kleine Zeitung" vereinen.

Nebst der optischen Überarbeitung ist auch geplant, "im Paid-Content-Bereich Fuß zu fassen", so Zankel. Der erste Schritt wird die Vergebührung der iPad-App sein, die demnächst um einen Online-Teil erweitert werden soll. Weiters sollen die Produktionsprozesse in der Zusammenarbeit zwischen Print und Online weiter intensiviert werden, unter anderem um mehr Zeit für die Vertiefung von Eigeninhalten zu schaffen. In puncto Bewegtbild will kleinezeitung.at in Zukunft mit Livestreams von populären Events bei den Usern punkten. 

Vorbildwirkung

Wer sich einen Überblick über die Social-Media-Aktivitäten des Nachrichtenportals verschaffen will, kann sich auf Facebook, Twitter, Google+ und einem eigenen Youtube-Channel informieren.

Vorbilder sucht man sich in der Steiermark vor allem international. "Im skandinavischen Bereich gibt es etliche erfolgreiche Online-Redaktionen, von denen man sich viel in Sachen Live- und TV-Berichterstattung abschauen kann. Beim Thema Unique Content sind spiegel.de bzw. derStandard.at natürlich große Vorbilder", sagt Zankel. "Am wichtigsten ist und bleibt es für uns jedoch, den Benchmark mit großen regionalen Newsportalen wie beispielsweise boston.com zu suchen." (Tatjana Rauth, derStandard.at, 20.6.2012)

ÖWA-Facts im Mai 2012

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Zum Thema

Bericht zur Posting-Kultur vom 12. Juni 2012: "'Müll'-Abfuhr fegt durchs Forum der 'Kleinen Zeitung'"

Info

Nächsten Dienstag gewährt die Online-Redaktion der "Tiroler Tageszeitung" einen Blick hinter die Kulissen.

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Scheints keiner mehr übrig von der alten Garde

Frage

Kann es sein dass die Frau Chefredakteur mit dem ehemaligen Chefredakteur der Kleine Zeitung, Dr. Erwin Zankel, verwandt ist?

Ja, sie ist dessen Tochter.

War hier schon Thema, ist aber der Zensur zum Opfer gefallen. Auch der Artikel wurde zwischenzeitlich umgeschrieben.

...Qualitätsleser müssen ja nicht alles wissen.

Alle wollen's Gebühren von iPad-Nutzern!?

Das muss so ein super Gefühl sein, am iPad mit den Fingern rumzutapsen statt mit der Maus zu klicken, dass die iPad-User gerne dann auch noch für den Content, den sie per Internet gratis kriegen auch noch zahlen.
Was für unsere Allerbesten eben . . .

Die wurden halt von Apple darauf konditioniert.

Dass eigene GEschichten gut ankommen, ist ja jetzt nicht die große Erkenntnis. Aber unter der Frau CR würd' ich trotzdem gern arbeiten...

das wort headquarter ist wohl ein bisschen hoch gegriffen. aber es klingt natürlich nach mehr.

Zu besuch beim steirischen kirchenblatt

Im Gegensatz zu deinen linken Blättern bekommt die Kleine aber öfter internationale Auszeichnungenfür guten Journalismus (also, sowas mit Wahrheit und Objektivität).

Die Preise hat die kleine hauptsächlich für das layout
der printausgabe bekommen.
Die Printausgabe wurde 2002 Umgestellt und ist wirklich nicht schlecht. Als Frühstückszeitung absolut Top!

Für Journalistische Leistungen hat die Kleine ausser vielleicht national keinen Blumentopf gewonnen.

Die Printausgabe ist top - die Onlinezeitung ist ein ein Schmarrn mit einem extrem reguliertem Forum. Verglichen damit, ist die Standard-Zensur ja schon fast harmlos.

Jugend ist zwar schick

aber Objektivität kommt meist vermehrt erst mit der Weisheit, wenn überhaupt.

Also wenn ich als Medium meine Redakteure stolz präsentieren würde, dann wären die sicher aus einer anderen Altersgruppe.

Alles andere riecht nach "Bild"-Niveau.

1,2,3,4...10, 11 aha, mindestens 11 Mitarbeiter - die Chefin ist ja offenbar gar nicht drauf, auf'm Gruppenfoto.

Kann sich eine/r von euch einmal der unbrauchbaren Android App widmen? Die funktioniert ja nun schon seit längerem nicht mehr...es soll ja sogar eine Handvoll Abonnenten geben, die für den Mi.. bezahlt haben.

Sonst dürften sie's dort eh recht lustig haben.

Paid Content

Sehr sehr peinlich.
Und sehr lustig. Und sehr bezeichnend für das Image der "Kleinen Zeitung".

Die Kleine hat den uninteressantesten und fadesten Webauftritt in Ö überhaupt. Ob das wohl mit der Erbfolge zusammenhängt?

Ja übrigens; viel Spaß und einen RIESENerfolg bei der "Vergebührung" wünsche ich noch.

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