Griechenlands rechter Wahlsieger Antonis Samaras

Havard-Absolvent mit Hang zur Unnachgiebigkeit

Im zweiten Anlauf hat es geklappt. Antonis Samaras hat mit einer Furcht-und-Schrecken-Kampagne von den griechischen Wählern die Möglichkeit bekommen, eine Koalition zu führen, die Griechenland im Euro halten will und gleichzeitig das Sparprogramm der Kreditgeber etwas zu lindern versucht.

Der 61-jährige Abgeordnete aus dem Distrikt Messenia am südwestlichen Zipfel des Peloponnes hat in der griechischen Politik den Ruf des unberechenbaren Außenseiters. Die Nea Dimokratia, die Samaras 2009 nach der Wahlniederlage des früheren Premiers Kostas Karamanlis durch einen Mitgliederentscheid übernommen hatte, steuerte er von der politischen Mitte nach rechts. Den Einzug der Faschisten und einer rechtspopulistischen Anti-Euro-Partei ins Parlament hat er damit nicht verhindert.

Schwerwiegender für das Land war Samaras' lange Weigerung, angesichts des drohenden Staatsbankrotts die drastischen Sparmaßnahmen gemeinsam mit den regierenden Sozialisten zu schultern. Erst im Herbst 2011, als der überforderte Giorgos Papandreou abtrat, stellte Samaras einige Parteimänner für die Übergangsregierung des Technokraten Lukas Papademos ab. Mit der Koalition wollte er möglichst wenig zu tun haben. Samaras habe sich bei den Verhandlungen mit Kreditgebern und Gläubigerbanken stets hinter seinem Rücken versteckt, klagt Evangelos Venizelos, der damalige Finanzminister und jetzige Pasok-Chef.

Samaras wurde 1951 in Athen als Sohn eines angesehenen Kardiologen geboren. Seine Großmutter, die Schriftstellerin Penelope Delta, brachte sich 1941, als die deutsche Wehrmacht in Athen einmarschierte, aus Verzweiflung um. Mit Giorgos Papandreou teilte der junge Samaras ein Zimmer im elitären Amherst College in Massachusetts. Nach dem Wirtschaftsstudium in Harvard ging er gleich in die Politik und erbte den Wahlkreis seines Onkels.

Als Außenminister in den 1990er-Jahren ritt Samaras Griechenland in den Namensstreit mit Mazedonien. Seine nahezu selbstzerstörerische Kompromisslosigkeit rühmen viele von Samaras' Anhänger bis heute. "Er will seinen Namen mit dem Erfolg verbinden", erklärte eine ND-Wählerin bei einer von Samaras' Wahlkampfauftritten und erinnerte an diese Episode: "Er hatte es damals versucht, er will es jetzt wieder tun."

Griechenlands Kreditgeber können sich auf unangenehme Gespräche einstellen. (Markus Bernath /DER STANDARD, 18.6.2012)

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19 Postings
Samaras hat doch schon jahreland bewiesen dass er eben kein Reformpolitiker sondern ein korrupter Einbetonierer des alten Systems ist!

Samaras hat doch in der Oppostion gegen Papandreios Sparkurs gewettert und behauptet er könnte das alles weniger schmerzhaft machen. Aber wie will er das bitte machen? Seine Partei muss genauso wie die Pasok überall extrem schmerzhafte Einschnitte vornehmen. Ich vermute eher dass er die Lasten des Sparkurses noch stärker zu Gunsten der Reichen und der Reeder und auf Kosten der Mittelschicht und der Armen verteilen wird. Das wird aber die gesamtwirtschaftliche Situation noch weiter verschlechtern! Die einzige Chance den Karren noch aus dem Dreck zu ziehen wären jetzt endlich harte Einschnitte bei den Reichen und den Reedern sowie ein Ende der Straflosigkeit für die Steuerbetrüger und korrupten Politiker! Samaras wird das aber nicht bringen!

"Furcht-und-Schrecken-Kampagne"

eine treffende Bezeichnung; nicht nur für Griechenland, sondern für ganz europa.

traurig ...

Kaum hat er gewonnen

schon ist er ein phöser Rechter.

Seltsam, wie hier Doppeldenk schon zum Standard geworden ist...

Er war vorher schon rechts

Was kann der Standard für Samaras Vergangenheit?

... es geht eben nichts über ein g'sundes feindbild.

(denn das gfrett ohne grund gibt uns kern, halt uns g'sund)

Samaras ist ein Sklave Merkels..

..und erinnert mich sehr stark an Wolfgang Schuessel.

stimmt, er glaub mit 25% erster zu sein.....

die amerikanischen elite-universitäten dienen der FI (finanzindustrie) zur heranzüchtung ihres nachwuchses und der zufuhr von frischem blut in ihre netzwerke. samaras' verknüpfung mit denselben wird noch zu seinem fallstrick werden.

die wachsende bewegung für das

BEDINGUNGSLOSE GRUNDEINKOMMEN für alle,

der auch die SYRIZA angehört, wird europa in dem kommenden jahren von der gewaltherrschaft und kriegspolitik der FI befreien. in deutschland und österreich strömt die jugend der BGE-partei der piraten zu, die deutschen linken gehen mit katja kippling verstärkt auf BGE-kurs, die schweizer sozialisten sind schon voriges jahr BGE-püartei gewordenä

die mitteleuropäische demokratie-erneurung steht in engstem kontakt mit der SYRIZA.

Ich liebe auch immer diese sprache von santa fe

differenziert, unaufgeregt, immer hart am thema. Das muss doch überzeugen.

"die mitteleuropäische demokratie-erneurung steht in engstem kontakt mit der SYRIZ" - bist das du?

;-))))))

Wer da nicht alles das BGE will, sagenhaft! Und? Die Sozialdemokratie stand mal für Sozialismus...

das BGE

gibt es bereits in der österreichischen BL (Bundesliga), und dort führt es auch nicht zur Reinheit und Schönheit.

BGE - etwas ungerechteres gibt es kaum

Ein Arbeitsloser der schuldlos seine Arbeit verloren hat und bereits ein gewisses Alter hat, der soll ein grechtes Grundeinkommen haben. Damit hat niemand ein Problem. Aber jene, die nicht arbeiten wollen (und davin gibt es genug) gleichzustellen, das ist eine Ungerechtigkeit und Frechheit. Wer nicht arbeiten will hat auch kein Recht auf ein Grundeinkommen!

würdest du arbeiten wollen?

Wenn ja: wieso hältst du dich für so viel anders und besser als die anderen, dass du arbeiten würdest und die anderen nicht?

Wenn nein: dann brauchst du hier auch keine große klappe haben

die 2 hauptargumente gegen das BGE lauten:

1) nicht finanzierbar
2) die faulen dürfen nicht unterstützt werden

ad 1) die FI kann jederzeit unsummen in "die märkte" pumpen und verfügt offensichtlich über unerschöpfliche geldproduktion - auf kosten von 99%.

ad 2) "die faulen" sind ein winziger teil der arbeitslosen und ärmsten, denn kaum jemand will (der menschlichen natur nach) aus der gesellschaft ausgeschlossen werden. das BGE bekommen ausserdem ALLE, den die geldproduktion der FI beraubt die gesamte gesellschaft - ihrer gerechten löhne, ihrer würde, ihrer freiheit, ihrer anständigen arbeit: durch zwangs-kollaboration mit der FI und ihrer verbrecherischen kriegspolitik.

"Wer nicht arbeiten will hat auch kein Recht auf ein Grundeinkommen!"

Und die, die nicht arbeiten wollen, es aber tun?

Dass sämtliche österreichische Medien, einschliesslich des Standard, einen infamen Boykott gegen das allein seeligmachende BGE aufrechterhalten, haben sie jetzt nur weggelassen., weil sie keine ZeiEhen mehr übrig hatten oder?

das trifft in etwa zu.

Na dann träum mal weiter, heilige Fee :-)

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