Nichts ist gut nach den griechischen Wahlen

Für die Euro-Krise hat Samaras hauchdünner Sieg exakt keine Bedeutung

"Die Märkte", die Sensiblen, atmen auf: Der "gefährlichste Mann Europas" - Griechenlands Linken-Chef Alexis Tsipras - wird ganz knapp doch nicht Regierungschef in Athen. Stattdessen geht Antonis Samaras, ein Repräsentant des alten Regimes, als Sieger aus den Wahlen hervor. Also geht jetzt doch nicht sofort die Welt unter.

Aber für die Euro-Krise hat das letztlich überhaupt keine Bedeutung. Über die wird nicht in Griechenland entschieden, auch nicht in Spanien oder Italien, sondern in Brüssel, Paris und vor allem Berlin. Werden die konservativen europäischen Eliten, allen voran Angela Merkel, endlich einsehen, dass ihre bisherigen Ideen zur Eurorettung gescheitert sind, dass eine Währungsunion von 17 unterschiedlichen Ländern, in denen Fiskalpolitik und Schuldenaufnahme national geregelt sind, einfach nicht funktionieren kann? Ohne Bankenunion, ohne Eurobonds, ohne rasche Schritte in Richtung "Vereinigte Staaten von Europa" ist der Euro in ein paar Monaten Geschichte.

Plus: Maria Fekter findet, sie sei "der einzige Mann in der Regierung". Was sagt das eigentlich über ihr Männerbild aus? Und vor allem: Was sagt es über ihre Frauenbild aus? Aber vielleicht wollen wir die Antwort auf diese Fragen gar nicht wissen. Sie würde womöglich viel zu deprimierend ausfallen.

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