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Wenn sich der reichste Mann der Welt in einen österreichischen Konzern einkauft, dann klingt das nach einer Öffnung, Fortschritt und einer großen Chance für den heimischen Wirtschaftsstandort.
Doch der mexikanische Multimilliardär Carlos Slim, der mithilfe der Staatsholding ÖIAG nun neuer Großaktionär der Telekom Austria (TA) wird, ist weder ein innovativer Unternehmensgründer oder ein visionärer Anleger. Er ist ein lateinamerikanischer Oligarch - und als Partner eine Katastrophe.
Slims Vermögen ist entstanden, weil er dank guter politischer Beziehungen bei teils korrupten Privatisierungen in den achtziger und neunziger Jahren teilgenommen hat und dann für den 1990 erworbenen Telekomkonzern Telmex die Monopolstellung auf Jahrzehnte erhalten konnte. Noch heute hat Telmex 90 Prozent Marktanteil im Festnetz und 70 Prozent in der Mobiltelefonie in Mexiko.
Die vielen Beschwerden unzufriedener Kunden über das Service von Telmex und seine Mobiltochter Telcel sind legendär. Telmex ist eines jener politisch abgesicherten Monopole, die dazu beigetragen haben, dass in Mexiko der Wettbewerb nicht funktioniert und das Land wirtschaftlich kaum vom Fleck kommt.
América Movil, Slims internationales Telekomunternehmen, ist Marktführer in Lateinamerika. Der TA hat es allerdings nichts zu bieten – weder Technologie, noch Marketingexpertise oder Zugänge zu interessanten neuen Märkten.
Wie sein Finanzchef Carlos Garcia Moreno im Standard-Gespräch einräumte, steigt America Movil bei der TA ein, um von ihr über europäische Märkte etwas zu lernen, also Knowhow zu erwerben, nicht zu geben.
Das einzige, worüber Slim verfügt, ist Geld, das er in seinen Monopolmärkten erworben hat. Und das stellt er nun zur Verfügung. Aber weder die Telekom hat etwas davon noch der österreichische Staat. Sondern es geht an Ronny Pecik, jenem österreichischen Investor, der am ehesten dem Bild der rücksichtslosen Heuschrecke entspricht.
Pecik hat sich mit fragwürdigen Methoden sich in Unternehmen wie VA Tech, Oerlikon und Sulzer eingekauft und dann mit Gewinn weitergegeben. Bei der Telekom wäre diese Strategie fast ins Auge gegangen. Gemeinsam mit seinem ägyptischen Partner Naguib Sawiris hat er 700 Millionen Euro auf Pump investiert; Ende Juni waren große Zahlungen fällig, doch Pecik saß auf einem unverkäuflichen Aktienpaket und zerstritt sich noch dazu mit Sawiris.
Da kam Slim als Retter in der Not daher, um Pecik doch noch einen schönen Gewinn von 180 Millionen Euro zu verschaffen (von dem einen Teil Sawiris einstecken wird). Ohne die freundliche Reaktion der ÖIAG und ihres scheidenden Chefs Markus Beyrer, dem TA-Aufsichtsratsvorsitzenden, hätte Slim das wohl nicht gemacht, den er steckt schon in den Niederlanden bei KPN in einer frustrierenden Übernahmeschlacht.
Beyrer, ein Mann der ÖVP- und der Industrie, ist mächtig stolz auf diesen Deal, von dem nur Pecik & Co. profitieren. War das ein Freundschaftsdienst in Geldkreisen, oder steckt mehr dahinter? Selbst in Zeiten von Transparenzpaketen werden wir wohl nicht erfahren, ob noch irgendjemand hier mitschneidet. Logisch wäre es.
Aber die Sache ist noch schlimmer. Der glücklose ÖIAG-Chef Beyrer dürfte der Telekom einen Bärendienst für die Zukunft erwiesen haben.
Die TA ist nämlich strategisch heute ziemlich schlecht aufgestellt. Ihre einstige Monopolstellung in Österreich bröckelt, und ihre viel zu teuer erworbenen Auslandsbeteiligungen sind zusammengewürfelt und teilweise, etwa in Weißrussland, schwer defizitär. Die Personalkosten sind zu hoch, und die Unternehmenskultur ist, wie die Korruptionsaffäre gezeigt, hat, ist miserabel.
Überleben im hochkompetitiven europäischen Telekom-Markt erfordert die innovativste und daher teure Zukunftstechnologie und grenzübergreifende Marktpositionen. Die TA kann hier nicht mithalten.
Am besten wäre es für das Unternehmen, ihre Kunden und den Staat, wenn es bald von einem der großen europäischen Telekom-Konzerne übernommen wird und die ÖAIG ihren 28-Prozent-Anteil dabei möglichst teuer verkauft.
Je länger dies verzögert wird, desto eher droht der TA ein Schicksal wie das der AUA – dass sie eines Tages an einen ausländischen Konzern praktisch verschenkt werden muss.
Mit Slim an Bord ist dieser Weg nun einmal versperrt. Das entspricht wohl ganz den Wünschen der österreichischen Politik, die sich stabile Kernaktionäre wünscht, um eine ausländische Übernahme zu verhindern – das rot-weiß-rote Telefonkabel muss schließlich erhalten bleiben. Aber wohin das führt, haben wir bei der AUA erlebt.
Und Slim tut das nicht gratis. Er will an der Telekom verdienen, ohne etwas zu geben. Als unternehmerischer Partner ist America Movil noch unbrauchbarer, als es einst die Telecom Italia war.
Wir erleben hier österreichische Industriepolitik von der schlimmsten Sorte: ängstlich, zukunftsfeindlich und möglicherweise korrupt.
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Österreich ist kapitalmarktmässig auf einen stufe mit nigeria oder irgendwelchen postsowjetischen restrepubliken zu stellen. nur zur info: solche deals wie sie der pecik macht, sind wirklich nur noch in den o.a. geographischen regionen inkl. Ö möglich-generell macht sich Österreich damit kapitalmarktmäßig zum Kasperl-ist eh schon als "verhaberter Haufen" verschrien, nun kommt der Geistesblitz von Beyrer (bitte, Vertreter des bisher größten Einzelaktionärs-der Republik) daher und "rettet" den Pecik mit dem Engagement des Slim, die Gewinne nimmt der Pecik mit, den´s ansonsten ganz normal á la Kovats vom markt geschwemmt hätte-ZUSPERREN, die ÖIAG-der Schaden sollt eh nicht mehr größer werden, wenn die Schottermizzi den Rest zu Tode verwaltet.
...an der Form gilts noch ein wenig zu arbeiten. Bin ja normal kein Rechtschreibapostel aber wenn das Telefon während dem Schreiben zu oft läutet, schadet nochmal drüber schauen vielleicht nicht ;) Siehe auch:
und das fließt dank ÖIAG der an Finanzhaie
Pecik hat sich mit fragwürdigen Methoden sich in Unternehmen wie VA Tech, Oerlikon und Sulzer eingekauft
hätte Slim das wohl nicht gemacht, den er steckt schon in den Niederlanden bei KPN in einer frustrierenden Übernahmeschlacht.
Die Personalkosten sind zu hoch, und die Unternehmenskultur ist, wie die Korruptionsaffäre gezeigt, hat, ist miserabel.
Der ist gleichzeitig das Grab für unsere Demokratie.
Alles andere hat Nachrang. Ideale? Visionen?- Fehlanzeige. Damit haben die Strassers nichts am Hut. Sie praktizieren lieber gediegen-gfäulte Kofferpolitik.
Wer zahlt, schafft an, und wenn man ein Unternehmen privatisiert, hat man keine Kontrolle mehr darüber und muß es hinnehmen, wenn die Heuschrecken darüber herfallen. Das müßte doch ganz in Ihrem Sinne sein, oder etwa nicht?
Welche Wahl denn bitte?
Wie im Artikel eh ausgeführt wird, hat Slim die Aktien von Pecik gekauft. Und aus.
Dass Beyrer das begrüßt ist komplett irrelevant, er hatte nichts mitzureden, ob er nun gute Miene zum bösen Spiel macht ist sowohl für Pecik als auch Slim irrelevant.
Einfach mal die im Artikel verlinkte Presseaussendung von Beyrer unter diesem Aspekt lesen - nichts als heiße Luft, kondensiert: wir hatten eh nichts zu melden, sind aber ursuper und freuen uns.
Nachdem es ja nicht recht war, wenn Infrastruktur nach den Regeln des kirchlichen, äh staatlichen Ehegesetzes geregelt war, gelten nun eben für die Partnerwahl die Regeln des örtlich gültigen Prostitutionsgesetzes. Hat man das verschwiegen?
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"Die vielen Beschwerden unzufriedener Kunden über das Service von Telmex und seine Mobiltochter Telcel sind legendär. Telmex ist eines jener politisch abgesicherten Monopole, die dazu beigetragen haben, dass in Mexiko der Wettbewerb nicht funktioniert und das Land wirtschaftlich kaum vom Fleck kommt..."
Dem kann man nur voll und ganz zustimmen. Es führt mittlerweile schon zu Situationen, dass in vielen Bereichen die Qualität der Dienstleistungen in Mittelamerika deutlich besser ist, als in Mexiko.
Beyrer, ein Mann der ÖVP- und der Industrie, ist mächtig stolz auf diesen Deal, von dem nur Pecik & Co. profitieren.
Nur Pecik & Co?
Beyers Motto lautet „Take the money and run“.
Wenn ihm Veit Sorger jetzt auch noch Rosen streut ist ja wohl alles klar.
das politische packeln.
nicht die mexikaner, sondern http://de.wikipedia.org/wiki/Maxi... 8Mexiko%29
Die Kritik an slim und an Telmex ist völlig zu unterschreiben. Allerdings wird die Sache komplizierter, wenn man sieht, dass vor Slim das mexikan. Telefon wirklich eine einzige Katastrophe war, mit Null Kundenservice, extrem hohe Tarife ec. Jetzt läuft es so halbwegs. Und geht man beim Handy zu den Konkurrenzanbietern, ist nichts besser.
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