Polnischer Viertelfinal-Traum im Regen weggespült

16. Juni 2012, 22:51
  • Es hat einfach nicht gereicht für die Polen.
    foto: reuters/ebenbichler

    Es hat einfach nicht gereicht für die Polen.

  • Die Tschechen haben eine ordentliche Kondi, konnten sich in der zweiten Hälfte steigern.
    foto: reuters/jankowski

    Die Tschechen haben eine ordentliche Kondi, konnten sich in der zweiten Hälfte steigern.

Jiracek schießt das Goldtor beim 1:0-Erfolg - Tschechen spielten ohne Rosicky - Polen sagt als Gastgeber Tschüss

Breslau - Polen hat den Sprung ins Viertelfinale der Heim-EM verpasst. Der Co-Gastgeber musste sich Tschechien im dritten Turnier-Auftritt am Samstagabend in Breslau 0:1 (0:0) geschlagen geben. Die ohne ihren verletzten Kapitän Tomas Rosicky angetretenen Tschechen schafften nach dem zweiten Sieg somit als Sieger der Gruppe A den Sprung in die Runde der besten acht. Polen blieb am Ende hinter dem Zweiten Griechenland sowie Russland nur der vierte Tabellenrang.

Petr Jiracek avancierte mit seinem Treffer in der 72. Minute zum Matchwinner für die mit einem 1:4 gegen Russland in die EM gestarteten Tschechen. Der Deutschland-Legionär vom VfL Wolfsburg verwertete eine Konter-Attacke nach einem leichtfertigen Ballverlust der Polen per Flachschuss erfolgreich. Für die Mannschaft des in der Heimat nicht unumstrittenen Teamchefs Michal Bilek geht es nun am kommenden Donnerstag in Warschau im ersten Viertelfinale der EM gegen den Zweiten der Gruppe B weiter.

Polen musste sich am Ende eingestehen, dass ein starker Beginn alleine zu wenig ist. Die zum Siegen gezwungenen Gastgeber starteten unter starkem Regen erneut voller Elan. Im Mittelpunkt stand Tschechiens Stargoalie Petr Cech, der alle Hände voll zu tun hatte. Der Champions-League-Sieger von Chelsea stand gegen Polens Kapitän Jakub Blaszczykowski (8.) richtig und war auch bei einem Fernschuss von Sebastian Boenisch (22.) auf dem Posten. Die beste Möglichkeit ließ aber Robert Lewandowski in Minute 10 aus, der nach einem Fehler der Tschechen im Spielaufbau den Ball neben das Tor setzte.

Nach einer halben Stunde war der polnische Angriffswirbel aber verpufft. Die ohne ihren Antreiber Rosicky zunächst führungslos wirkenden Tschechen kamen besser in die Zweikämpfe. In der Offensive war die Bilek-Elf aber bis auf eine frühe Möglichkeit von Vaclav Pilar, der den Ball elf Meter vor dem Tor nicht traf (4.), harmlos. Bezeichnenderweise musste Polens Schlussmann Przemyslaw Tyton erst in der 39. Minute einen Schuss auf sein Gehäuse parieren.

Polen konnte daraus trotzdem keine Kapital schlagen. Die Weiß-Roten fielen wie im ersten EM-Auftritt gegen Griechenland nach der Pause merkbar zurück. Nach vorne hin lief für die Mannschaft von Franciszek Smuda überhaupt nichts mehr zusammen. Die nach dem griechischen Führungstreffer im Parallelspiel ebenfalls zum Handeln gezwungenen Tschechen erarbeiteten sich ziemlich einfach eine deutliche Feldüberlegenheit.

Chancen blieben dennoch Mangelware, der aufgerückte Tomas Sivok (65.) setzte einen Kopfball nach einem Freistoß zu zentral auf Tyton. Murawski lieferte mit einem Fehlpass aber die ideale Vorlage für einen Gegenstoß, den Jiracek nach Vorarbeit von Milan Baros krönte. Polen konnte nicht mehr entscheidend zusetzen und musste den Traum vom Viertelfinale schlussendlich verdientermaßen begraben. (APA, 16.6.2012)

Gruppe A (3. Runde):

Tschechien - Polen 1:0 (0:0). Breslau, Stadion Miejski, 42.000 Zuschauer, SR Craig Thomson (SCO).

Tor: 1:0 (72.) Jiracek

Tschechien: Cech - Gebre Selassie, Sivok, Kadlec, Limbersky - Plasil, Hübschman - Jiracek (84. Rajtoral), Kolar, Pilar (87. Rezek) - Baros (91. Pekhart)

Polen: Tyton - Piszczek, Wasilewski, Perquis, Boenisch - Polanski (56. Grosicki), Dudka, Murawski (73. Mierzejewski) - Blaszczykowski, Lewandowski, Obraniak (73. Brozek)

Gelbe Karten: Limbersky, Plasil, Pekhart bzw. Murawski, Polanski, Wasilewski, Blaszczykowski, Perquis

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irgendwie scheinen die Polen auf 4. Plätze in EM-Gruppen spezialisiert zu sein, wenn ich mich nicht irre.

"Polen konnte daraus trotzdem keine Kapital schlagen": hat den Satz der polnische Praktikant beim Standard geschrieben?

kuba und seine polen tun mir leid

gratulation an tschechien

daß die polen ausgerechnet gegen die bislang schwächste mannschaft der gruppe ihr bei weitem schwächstes spiel zeigten, hat mich doch sehr überrascht. aber solche sachen kommen im fußball halt vor. von der gesamtleistung in den drei spielen hätte sich eher polen den aufstieg verdient, andererseits war die zweite hälfte gegen tschechien ein debakel sondergleichen bzw. irland-niveau.

War jetzt so nicht zu erwarten.

Herbert?

Nein sein Onkel, der Frank.

Das ist einfach die gerechte Strafe für das 1:1 zwischen polen und russland. In den letzen 10 minuten Ball hinundhergschiebe, niemand wollte mehr was riskieren. Der Polnische Trainer hat sogar in der nachspielzeit! gewechselt um die uhr herunter zu spielen. Also falls Kroatien Spanien morgen 2:2 spielen sollten, werden beide im Viertefinale Fußballgottes Rache zu spüren bekommen.

hallo earl,

die polnische Mannschaft hatte sich leider als die
schwächsteste in der EM 2012 erwiesen. Die Krise
des Fußballs in Polen hält weiter an. Der letzte Platz
in der schwächstesten Gruppe der EM untermauert
meine These. Für die Gewinner der Gruppe B ist die Gruppe A eine perfekte Startrampe für das Halbfina-
le.

ö ist einfach zu klein um erfolgreich zu sein, wie wahr...

ich finds zwar ärgerlich, dass die russen mit ihrem potenzial so kläglich gescheitert sind.

ABER.....

An alle berufskomplexler, deren haupt"argument", warum ö im fußball nicht erfolgreich ist, immer wieder der umstand, dass ö einfach "zu klein" sei um im fußball bestehn zu können : IN YOUR FACE

griechenland, tschechien im vf, portugal, dänemark und kroatien mit realistischen chancen fürs vf.

aber ich weiß eh, bei nächster gelegenheit sind - wieder mal - alle vorangegangen erfahrungen im fußball wieder komplett vergessen

und die forums"experten" -eine mischung aus pessimisten und komplexlern - wird aus traditionellen gründen wieder die argumentationshoheit gewinnen, mit ihren ach so weisen einwänden, dass ö einfach zu kle

Griechenland, Tschechien, Portugal, Dänemark, Kroatien haben ja auch Trainer. "Wir" hatten Didi Constantini bzw. seine Vorgänger die ihm größtenteils um nichts nach standen.

das erstaunlichste beispiel

für einen kleinen, der sich immer wieder für em und wm qualifiziert, sind nmm die dänen. die sind sogar einmal em geworden. die griechen sind ein ähnlicher fall. warum schaffen es diese mininationen regelmäßig sich für em/wm-endrunden zu qualifizieren? an den klassespielern kann es nicht liegen, denn die haben sie nicht.

ö ist nicht zu klein. der öfb ist einfach ein freunderlwirtstruppenhaufen voller landeskuhfürsten. dazu kommt das ewige bewusste kleinreden und die anderen wären ja soviel besser. Nimm einfach mal kroatien, tschechien oder irland. da spielen von den namen und potential her bis auf 2,3 ausnahmen wie czech, rosicky, modric und mandzukic alles spieler die den österreich nationalteamkicker genau nichts vorraus sind. Der unterschied ist halt, sie treten als team auf und schei..en sich auch nicht vor ``großen´´ fußballnationen schon während der hymne an!

"ausnahmen wie czech, rosicky, modric und mandzukic alles spieler die den österreich nationalteamkicker genau nichts vorraus sind"

---> sind sie besoffen ??? falls nicht sind sie einfach nur schwer daneben oder einfach dumm...
erbärmlich dämlich kann ich da zu sagen

bei allem Respekt, aber z.B.

ein Schildenfeld würde es mit Müh und Not gerade noch in den Kader schaffen, wenn überhaupt...

es kommt nicht darauf an,

dass unsere kicker gegen zb die deutschen gewinnen, weil gegen die verlieren auch die anderen. es kommt darauf an, dass wir gegen die vermeintlich gleich starken mindestens die heimspiele gewinnen und gegen die vermeintlich schwachen keine umfaller passieren.
wir haben in der letzten em-quali gegen die vermeintlich gleich starken belgien und türkei von 12 möglichen einen punkt gemacht!
hätten wir nur die hälfte der möglichen punkte gemacht, die mannschaft wäre bei dieser em dabei.

genau DAS ist das bittere

Belgien auswärts war so ziemlich die schlechteste Coaching-Leistung, die ich je erlebt habe (und da war immerhin z.B. die Ära Krankl dabei) und die Türken sind weit, weit weg von einstiger Stärke.

Auf der positiven Seite steht, dass die Iren wohl etwas schwächer sind als ich erwartet hätte (wenn auch zu Hause sicher eine Macht) und die Schweden im wesentlichen aus guten Durchschnittskickern + Ibrahimovic bestehen.
Die beiden sind zwar sicher stärker als Österreich einzuschätzen, aber auch nicht außer Reichweite, wie ich es vor der EM gedacht hätte.

fußball, ein durch und durch unlogischer sport

da überrennen die russen wie der kommende euromeister die tschechen und verlieren dann gegen eine bessere wirtshaustruppe.
ich schau mir in zukunft nur noch schachspiele an, da kann man wenigstens sicher sein, dass der bessere auch gewinnt.

Weder Russen noch Niederlande haben ein kompaktes System, in dem alle an einem Faden ziehen. Das war trotz russischem Sieg gegen Tschechien sehr auffällig. Tschechen hatten das bessere Team, Russen nur die besseren Angreifer.

Im Schach spielt man eins gegen eins. Im Fußball elf gegen elf. Die Möglichkeit, dass man durch einen individuellen Fehler ein Spiel aus der Hand gibt, liegt somit um ein x-faches höher und deshalb ist Fußball eben komplexer als Schach. Und Griechenland besitzt eine sehr gut organisierte Mannschaft, die eben darauf bedacht ist diese individuellen Fehler zu umgehen und drum wundert es mich nicht, dass sie die Russen geschlagen haben.

im fussball gehts enger zu als man annehmen würde und der faktor glück ist essentiell...
es gibt momentan nur eine über-mannschaft die wirklich alles dominiert, was aber auch keine siegesgarantie ist.

und man sieht am beispiel holland: ein wm-finalist ist plötzlich zwei jahre später das "schlechteste" team. wäre der erste stangenschuss gegen dänemark rein, dann hätten alle aufgrund des angriffwirbels gejubelt und dann hätte wohl auch deutschland im zweiten spiel der oranjes dran glauben müssen...es ist alles sehr knapp.

Diese Übermannschaft steht aber bei einer Niederlage gegen die Kroaten auch nicht sooo gut da.

und posten sie bitte auch nur noch bei schachspielen

Ausradieren?
Abwarten. Die deutschen haben bisher noch nicht gegen ein Team mit gutem defensivkonzept gespielt. Und auch heute müssen die Dänen agieren. Das kommt Deutschland entgegen.
Im viertel oder halbfinale wird's hart für d.

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