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Prinz Nayef bin Abd al-Aziz Al Saud ist am Samstag in Genf verstorben.
Das Finale der demokratischen Präsidentschaftswahlen in Ägypten blieb Prinz Nayef bin Abd al-Aziz Al Saud erspart. Der saudische Kronprinz, stellvertretender Premierminister und Halbbruder des Königs starb am Samstag im Alter von 78 oder 79 Jahren* in Genf. Damit überlebt König Abdullah, der 88-jährige Herrscher Saudi-Arabiens, bereits seinen zweiten Nachfolger: Vergangenen Oktober verstarb Kronprinz Sultan, ebenfalls ein Halbbruder des Königs. Doch mit Prinz Nayef starb nicht nur ein weiterer Angehöriger der Königsfamilie, sondern das vermutlich einflussreichste und wichtigste Mitglied der saudischen Monarchie nach König Abdullah.
Seit 1975 war der Sohn von König Abd al-Aziz Innenminister und damit einer der mächtigsten Politiker im Land. In seiner Position kontrollierte er neben sämtlichen Polizeibehörden, dem ausgedehnten Geheimdienstapparat, Zoll- und Grenzschutzbehörden und paramilitärischen Einheiten auch die gefürchtete Religionspolizei, die die puristische und erzkonservative Auslegung der islamischen Gesetzgebung in Saudi-Arabien mit voller Härte überwacht.
Kampf gegen Al-Kaida
Bei westlichen Politikern wurde Nayef vor allem wegen seines entschlossenen Vorgehens gegen die Al-Kaida und ihre zahlreichen Ableger geschätzt. Der saudische Geheimdienst liefert bis heute seinen westlichen Partnerdiensten wertvolle Informationen über das Terrornetzwerk.
Das war nicht immer so: Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 vermutete Nayef in einem Gespräch mit der Tageszeitung As-Siyasa eine jüdische Verschwörung hinter dem Attentat und bestritt vehement, dass die meisten Attentäter aus Saudi-Arabien stammen. Nach heftiger Kritik war der Innenminister der erste saudische Vertreter, der im Februar 2002 bestätigte, dass 15 der 19 Entführer saudische Staatsbürger waren. Sein entschlossenes Vorgehen gegen militante Islamisten blieb auch in seiner eigenen Familie nicht ohne Folgen: Im Jahr 2009 überlebte sein Sohn Mohammed einen Anschlag der Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel.
Religiöser Hardliner und Pragmatiker
Sein Nachfolger in der Position des Innenministers wird mit großer Wahrscheinlichkeit sein Bruder Ahmad, bisher stellvertretender Innenminister. Dass er dabei die gleiche Arbeitsmoral wie Nayef mitbringen wird, darf bezweifelt werden. Der Arbeitseifer und die Disziplin des Kronprinzen waren legendär: Untypisch für Saudis in seiner Position, soll Nayef oft und lange in seinem Büro gearbeitet haben. Auch von Korruptionsvorwürfen blieb der Innenminister bisher verschont.
Als Freund des Arabischen Frühlings oder politischer Reformen kann Nayef nicht bezeichnet werden. Der Prinz war - im Gegensatz zu König Abdullah - eines der konservativsten Mitglieder im Königshaus. Mit Hilfe seiner engen Kontakten zu führenden Wahabiten, die eine puritanische Auslegung des Islam propagieren, soll es ihm mehrfach gelungen sein, politische Reformen zu blockieren. Gleichzeitig sah er islamistische Bewegungen, wie zum Beispiel die Muslimbrüder, als Bedrohung für das Königreich mit seiner wahabitischen Staatsdoktrin an. Eine Depesche der US-Botschaft in Riad aus dem Jahr 2009, die von WikiLeaks veröffentlicht wurde, beschreibt Nayef als "einen konservativen Pragmatiker, für den Sicherheit und Stabilität unerlässlich sind."
Nachfolge
Durch den Tod Nayefs steht Saudi-Arabiens ungeklärte Nachfolgeregelung wieder im Rampenlicht. Das Problem entstand vor allem dadurch, dass König Abd al-Aziz, der das Königreich 1932 gründete, vermutlich zwischen 30 und 37 Söhne aus geschätzten 22 Ehen hatte. Da die jüngsten Söhne Abd al-Azizs bereits jenseits der 60 sind, stellt sich die Frage, ob und wann das Zepter an die dritte Generation der Saud-Dynastie übergeben wird. Ein Komitee, das sich mit dieser Frage beschäftigen sollte, scheint es nicht besonders eilig zu haben.
Der wahrscheinlichste Nachfolger als Kronprinz ist jedenfalls Prinz Salman und damit - genau wie Nayef - einer der sogenannten Sudairi-Brüder. Hassa al-Sudairi war eine der Lieblingsfrauen von König Abd al-Aziz. Nachdem 1982 mit König Fahd einer ihrer acht Söhne an die Macht kam, schanzte sich der Sudairi-Clan gegenseitig Posten innerhalb der saudischen Bürokratie und Positionen innerhalb des Königshauses zu. Sollte König Abdullah sterben, würde mit Salman wieder einer der vier verbliebenen Sudairi-Brüder an die Spitze der Saud-Dynastie gelangen. Ob für lange darf jedoch bezweifelt werden: Salman ist 77 Jahre alt und soll gesundheitliche Probleme haben. (Stefan Binder, derStandard.at, 16.6.2012)
* Genaues Geburtsdatum unbekannt.
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Hierzulande verfolgt man Salafisten und hebt ihre Zellen aus.
Mit den arabischen Drahtziehern machen wir aber beste Geschäfte und rüsten sie hoch und animieren sie zum salafistischen Export nach Syrein, Bahrein, Libyen, usw...
Was tun wir nicht, dass ihre Blutspur durch den Nahen Osten deutlich ist?
Wie können sich unsere politisch Verantwortlichen noch in den Spiegel schauen, wenn sie das despotischste aller Regime der Region mit solcher Waffenhilfe aufpäppeln?
"kampf gegen al kaida". dass ich nicht lache. dieser knilch und der rest seiner sippschaft sind fuer die tausende moscheen und koranschulen, sowie zigtausende mudjahedin in afghanistan, bosnien, tschetschenien etc. zustaendig. aber hauptsache er ist "verbuendeter des westens". der dumme westen finanziert sich fleissig den eigenen untergang. bravo.
das königshaus muss sich halt mit den religiösen führern gutstellen. wie sehr die selber am islam hängen sieht man wenn sie durch die puffs der welt reisen ... und je westlicher sie leben, desto mehr halten eben die religiösen führer die hand auf.
Dass wir beinah alles auf Öl aufgebaut haben, kann man den Saudis nicht zum Vorwurf machen. Eher uns selbst. Niemand hat uns dazu gezwungen - absehen von unserer krankhaften Geld- und Komfortgier. Bevor Saudi-Arabiern zum größten Öl-Exporteur wurde, waren das die US-Amerikaner. In ihrer kurzsichtigen Art haben sie - wie gewohnt - die Symptome der Ressourcenknappheit mit Plünderungen anderswo bekämpft. Hubbert hat 1959 vor dem Zusammenbruch der US-Ölförderung gewarnt. Niemand hat das ernstgenommen. Bis 1972. Heute sind alle Ölexportierenden Länder nur aus diesem Grund Krisengebiete geworden, deren Despoten von uns finanziert werden.
... und Töchter sind anscheinend nicht einmal zählens- geschweige denn der Rede wert.
Die Tatsache, daß das im Artikel unkommentiert bleibt sagt natürlich auch einiges aus.
Das 21. Jahrhundert ist halt noch nicht überall angekommen.
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