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Hongkong/London - In der Börsenszene bahnt sich eine Mega-Übernahme an. Grund dafür ist die Börse von Hongkong, die sich breiter aufstellen und daher die Londoner Metallbörse LME (London Metal Exchange) kaufen will. Für die Übernahme der LME werden 1,38 Milliarden Pfund (1,70 Mrd. Euro) geboten, teilten die Hong Kong Stock Exchange und die zu den weltgrößten Metallbörsen zählende LME am Freitag mit. Analysten hatten den Wert der LME auf etwa eine Milliarde Pfund geschätzt.
Der Verwaltungsrat der LME empfiehlt seinen Aktionären die Annahme der Offerte. Eine außerordentliche Aktionärsversammlung der 135 Jahre alten LME dazu soll Ende Juli stattfinden. Die britische Aufsichtsbehörde muss der Übernahme zudem zustimmen.
Die Übernahme der LME wäre die erste Übersee-Akquisition für Hongkongs Börse. Die nach Marktkapitalisierung drittgrößte asiatische Börse schafft sich durch den Kauf ein Standbein außerhalb Chinas, um Rohstoffhandel anzubieten.
Laut der Börse in Hongkong ist geplant, dass die Transaktion im vierten Quartal 2012 abgeschlossen sein soll. Das Geschäftsmodell der LME solle beibehalten werden. Im dritten Jahr nach der Übernahme soll die Transaktion dann erstmals zur Ergebnissteigerung beitragen.
Wettbieten
Der Einigung war ein monatelanges Ringen und ein Wettbieten um die LME voraus gegangen. Auch die New York Stock Exchange hat sich um die Londoner Rohstoffbörse bemüht. Kolportiert wurde, dass die Nyse rund 800 Millionen Pfund geboten habe und damit unterlegen war.
Über die Londoner Rohstoffbörse laufen rund 80 Prozent des weltweiten Terminhandels mit Industriemetallen. Der Handelplatz, der als einziger in Europa noch über einen Parketthandel verfügt, wo sich die Händler die Preise zurufen, hatte sich im Vorjahr selbst zum Verkauf gestellt. Die Börse gehört Banken und Händlern wie beispielsweise Goldman Sachs und Barclays.
Im vergangenen Jahr hat die London Metal Exchange einen Nettogewinn von 7,7 Millionen Pfund verbucht. Der Handel wird aktuelle auch von der Euro-Krise überschattet. Auch der Druck auf die Rohstoffpreise trübt die Stimmung am Parkett. (Reuters, bpf, DER STANDARD, 16./17.6.2012)
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