Ein Fernsehstudio um 120.000 Euro

15. Juni 2012, 17:10
12 Postings

FS1, das Freie Fernsehen Salzburg, feiert Studioeröffnung - 24 Prozent des "demokratischen Senders" halten die Sendungsmacher

Salzburg - Wie man mit wenig Geld viel schafft, zeigt das Freie Fernsehen Salzburg FS1: Mit einem Budget von 120.000 Euro errichtete das Salzburger Community TV ein Fernsehstudio samt Technik. Aus den ehemaligen Druckereiräumen in der Salzburger Bergstraße wurde innerhalb von drei Monaten ein 230 Quadratmeter großes Studio. Die ehemals ungenützte Lagerhalle beherbergt nun ein Sendestudio mit Liveregie für TV-Produktionen, drei Schnittplätzen und ein Büro samt Workshopraum. 85.000 Euro wurden in den Studiobau investiert und 35.000 Euro in die Technik. Innerhalb von zehn  Jahren will der Sender die Studiokosten abbezahlt haben. 

120 Sendungsmacher

Seit Februar sendet FS1 über das digitale Kabelfernsehen der Salzburg AG täglich 24 Stunden lang in der Stadt Salzburg sowie im Tennengau und im Flachgau. Ab Herbst soll der terrestrische Sendestart über DVB-T erfolgen. Nun steht den 120 Sendungsmachern auch ein komplettes Fernsehstudio zur Verfügung. "Diese Umsetzung war nur möglich, weil viele Menschen ihr Equipment zusammengelegt haben", sagt Geschäftsführer Alf Altendorf. Als Mitglied des Vereins der Sendungsmacher bekommt jeder die Möglichkeit, sich das Produktionsequipment bei FS1 kostenlos auszuleihen und auch das neue Studio zu nutzen. 

Drei fixe Sendungen werden schon von den freiwilligen Gestaltern produziert: "Mittendrin das Magazin", "Wastecooking" und "Unpredictable", eine Late-Night-Talkshow. Ebenso übernimmt FS1 Sendungen aus Linz. "Ab Juli werden drei weitere eigenproduzierte Sendungen hinzukommen", erklärt Altendorf.

Demokratisches Fernsehen

FS1 versteht sich als demokratisches Community TV. Die Mitglieder des Vereins der Sendungsmacher sind gleichzeitig mit 24 Prozent an der BetriebsgesmbH von FS1 beteiligt. "Diese demokratische Konstruktion ist in Österreich einzigartig", betont Altendorfer. Damit haben die Sendungsmacher selbst Einfluss und Kontrolle auf die Organisation und das Programm des eigenen Fernsehsenders. Je 24 Prozent hält der Dachverband der Salzburger Kulturstätten, das Institut für Medienbildung und die Radiofabrik, Salzburgs freies Radio. Die beiden Geschäftsführer und Herausgeber Alf Altendorf und Markus Weisheitinger-Herrmann halten jeweils 1,33 Prozent der GesmbH. Finanziert wird FS1 vom Nichtkommerziellen Rundfunkfond des Bundes und der Stadt Salzburg mit einem Gesamtbudget von 245.000 Euro. (Stefanie Ruep, derStandard.at, 15.6.2012)

Link

fs1.tv

  • FS1 ist über das digitale Kabelfernsehen der Salzburg AG empfangbar. Jetzt hat der Sender ein neues Studio.
    foto: fs1

    FS1 ist über das digitale Kabelfernsehen der Salzburg AG empfangbar. Jetzt hat der Sender ein neues Studio.

Share if you care.