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DER STANDARD-
Schwerpunktausgabe Rio

"Politiker und Wirtschafter sind heute unfähig zu handeln", sagt Freda-Meissner Blau.
Standard: 1984 ging es in Hainburg um das Bewahren eines Stücks Au. Heute, vor Rio plus 20, geht es darum, die Menschheit vor den Auswirkungen der Naturzerstörung zu bewahren. Hätten Sie sich einst gedacht, dass sich die Dinge so entwickeln?
Meissner-Blau: Nein, denn 1984 gab es in Österreich ein viel stärkeres Bewusstsein über Umweltrisken. Auch die politischen Eliten waren davon ergriffen, obwohl die Ankündigungen besser klangen als später die Maßnahmen.
Standard: Dieses Umweltbewusstsein ist seither geschwunden?
Meissner-Blau: Nicht in der breiten Bevölkerung, aber bei den Entscheidungskräften, der politischen und wirtschaftlichen Elite.
Standard: Was ist mit den Eliten geschehen?
Meissner-Blau: Nichts. Sie haben lediglich weiter wie bisher gemacht. Sie glauben, damit Probleme lösen zu können, doch diese werden immer größer.
Standard: Doch der weltweite Reichtum hat zugenommen - in Händen kleiner Gruppen. Steckt das hinter dem Weiter-wie-bisher?
Meissner-Blau: Die reichen Eliten sind noch nicht drauf gekommen, dass ihr Reichtum unnütz ist. Wenn sich das Klima in den kommenden Jahrzehnten so verändert, wie es jetzt schon spürbar ist, wird es ihnen auch mit ihrem Geld nicht gelingen, sich zu retten. Wenn auf den Böden nichts mehr wächst - wir alle sozusagen Boden-los werden -, hilft kein Reichtum mehr. Doch die Eliten sind in Ratlosigkeit und im Gewohnten gefangen: mehr Technik, mehr Beschleunigung.
Standard: Stimmt das nicht auch für die Mehrheit? Fast alle haben ein Handy.
Meissner-Blau: Alle sind Teil des Systems. Die Menschen glauben, dass sie ohne Computer nicht leben können. Es scheint menschlich sehr schwierig zu sein, auf etwas, woran man sich gewöhnt hat, zu verzichten. Erst während man Verschwendung reduziert, kommt man drauf, dass man viel freier wird.
Standard: Nun sind zunehmend Menschen durch Sparpolitiken gezwungen, unfreiwillig zu verzichten. Das meinen Sie wohl nicht?
Meissner-Blau: Das ist dramatisch, denn es trifft die ohnehin Armen. Sie müssen verzichten, weil viele nicht verzichtet haben, so lange es kleinweise freiwillig möglich gewesen wäre - etwa in den vergangenen zwanzig Jahren. 1992, bei Rio eins, wurde von offizieller Seite eingesehen, dass die Natur in der wirtschaftlichen Welt, wie wir sie aufgebaut haben, draufgeht. Doch die damals beschlossenen Konventionen - Biodiversität, Klima, Agenda 21 - wurden nicht eingehalten. Die Erkenntnis, dass unser Lebensstil nicht mit dem Leben auf der Erde vereinbar ist, war offenbar zu groß: Es sterben immer noch mindestens 130 Arten jeden Tag, und die Klimafrage ist dringendst geworden.
Standard: Hängen Sparzwänge und neue Armut mit ökologischen Fragen zusammen?
Meissner-Blau: Das verbindende Glied ist die Blindheit, mit der die Erde und ihre Güter weiter ausgebeutet werden. Derzeit findet ein Run auf die letzten Ressourcen der Erde statt, etwa in Afrika und Südamerika. Es wird herausgeholt, was geht, denn in China, Frankreich, Russland, USA, herrscht eine Art Endzeitstimmung. Alle wollen Land kaufen, weil sie draufgekommen sind, dass Land das Kostbarste ist. Und wer hat es in Händen? Monsanto und Co..
Standard: In der Energiefrage setzen manche weiter auf Atomkraft. Nach der Katastrophe in Fukushima hieß es sogar, freigesetzte Radioaktivität sei weniger gesundheitsschädlich als Atomangst. Was antworten Sie?
Meissner-Blau: Da lach ich nur. Die Atomlobbyisten haben von Anfang an gelogen und lügen weiter. In der Atomenergie ist sehr viel Fördergeld: Wenn bisher nur ein Zehntel davon für den Ausbau alternativer Energien geflossen wäre, hätten wir weniger Sorgen.
Standard: Hat die Atomenergie Zukunft?
Meissner-Blau: Nein. Die Atomenergie entspringt einer obsoloten, plumpen, gefährlichen, unklugen Technologie.
Standard: Sie stellen die Situation verheerend dar. Sehen Sie auch Chancen, dass es besser wird?
Meissner-Blau: Ich bin eher pessimistisch. Wenn nicht einmal Frau Merkel aus dem reichen Deutschland und Herr Faymann aus dem wohlständigen Österreich gewillt sind, jetzt nach Rio zu fahren, sagt das genug. Die Umweltfrage ist ein Nicht-Thema.
Standard: Was müsste geschehen? Und wer müsste es tun?
Meissner-Blau: Von den Eliten ist heute nichts zu erwarten. Die führenden Politiker und Wirtschafter sind heute unfähig, zu handeln Sie stecken in selbstgemachten Korsetts. So ich überhaupt Hoffnung in ein längerfristiges Überleben der Menschheit auf diesem Planeten habe, so sehe ich diese bei Aktivistengruppen, die verstanden haben, worum es geht.
Standard: Wenn man Ihrer Argumenten folgt, müssten diese Aktivisten die derzeitige Art Regierens und Wirtschaftens völlig infrage stellen. Stimmt das?
Meissner-Blau: Richtig. Und wenn wir schon beim Thema sind: Seinerzeit, als die Grünen ins österreichische Parlament gewählt wurden, sagte ich, dass zu allererst eine anständige Analyse des politischen und ökonomischen Systems gemacht werden müsse. Damals hieß es nur: 'Die Freda will philosophieren.'
Standard: Was raten Sie den heutigen Aktivisten, etwa von Occupy oder den Piraten?
Meissner-Blau: Sie sollen nicht in den Nationalrat gehen. Was sollen sie dort? Eine gerechtere Welt kann man vier Mann hoch nicht erreichen. Statt dessen müssen sie zu einer echten Kraft werden. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit: Die Frage ist, ob es den Menschen gelingt, sich zu wehren. Etwa indem sie, wie in den USA, den Konsum 'okkupieren', also verweigern. Das macht Wirtschafter sehr nervös. Es reicht, das ist das Zauberwort. (Irene Brickner, DER STANDARD, 16.6.2012)
FREDA MEISSNER-BLAU (85 )ist Atomkraftgegnerin der ersten Stunde und Mitgründerin der österreichischen Grünen, mit denen sie 1986 den Einzug ins Parlament schaffte.
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Man kann auf vieles verzichten - den ganzen Wegwerf-Konsum braucht es nicht, vor allem in Sachen Bekleidung - man braucht oftmals kein Auto etc. Aber ohne Handy und Computer kann der Aktivist sich heute weder vernünftig informieren, noch vernetzen. Die Computerfeindlichkeit, und die Technikfeindlichkeit an sich ist einer der grossen Fehler der grünen Gründergeneration.
Vor allem wenn man alles zu-asphaltiert und zu-betoniert wächst nichts mehr. Wenn ich so durch die Landschaft radle wundere ich mich stets warum die Bauindustrie jammert. Vor drei Jahren noch schöne Wiesen sind heute Abstellplätze für Autos in Gewerbegebieten geworden...
Danke Genial Freda! http://www.resilience.org/ zum weiterlesen. Gutes deutsches Buch zur Geben Ökonomie, welche auch mit den Dogmen der Moderne aufräumt: http://sacred-economics.com/ noch ein Link zum Thema Landraub, denn Landbesitz als solches ist eine Erfindung der Moderne und um 1650 gab es eine Gegenbewegung zur Privatisierung von Land: http://de.m.wikipedia.org/wiki/Diggers
Die Errichtung einer globalen faschistischen Diktatur bedarf Problematiken von globaler Dimension. Da kommt das an den Haaren herangezogene Klimamärchen wie gelegen. Front-männer und Frauen wie diese Frieda Meissner Blau sind entweder
1.) vollkommen umnachtet und naiv
2.) das Gegenteil von dem und sind sich bewusst hinter welchen Karren sie sich haben spannen lassen
... und nach ersterem sieht mir Fr. Blau nicht aus!
1.) vollkommen umnachtet und naiv
2.) das Gegenteil von dem
nebenbei der deutschen Sprache nicht mächtig und - mutmaßlich - einen Bruchteil der Lenze erfahren im Vergleich zur Kritisierten ...
... leider wird das wohl von Standards Zensurwächtern unter dem Motto: mangelnde konstruktive Kritik - zum Opfer fallen; dabei gibt's zu postings wie diesen nur einen Standpunkt: entbehrlich ...
Gelegenheit macht Diebe.
Gier frisst Hirn.
Vielleicht sollte man sich einfach langsam aber sicher daran gewöhnen, dass "der Mensch" genauso tickt, egal welche Herkunft, Farbe oder Parteibüchl. "Der Mensch" ist eben nun mal nicht besser.
Das ist definitiv zuwenig - nur, weil man vielleicht das weniger verkommene Herz hat, ist man auch nicht besser als z.B. Faymann, wenn man nichts im Hirn hat.
Dass die Welt auch für und mit Monsanto und Co. zugrunde geht, ist Tatsache. Es wird halt vorher ein bisschen unfein hergehn, und gewisse Eliten werdens ein paar Jährchen länger machen. Aber das wars auch schon.
Schuld sind nicht Monsanto und Co., sonderne jene, die z.B. für Monsanto die niedrige Arbeit verrichten, die Massen an kleinen Lohnabhängigen auf der untersten Stufe.
Man könnte auch sagen: Heute graben sich die Leute die Gruben, in die sie morgen gestossen werden - hatten wir schon mal.
Warum sich nicht umdrehn und die Schaufel überreichen?
Engagierte Gymnasiasten blicken wenigstens durch. Die haben sich nicht aus lauter Geltungsdrang mit Besitz zugedeckt, den sie täglich mit Lebenzeit abbezahen müssen. Der Naive ist hier ganz klar im Vorteil, weil er Möglichkeiten sieht, die dem Konsumtrottel verborgen bleiben.
Der Widerspruch in "Verursacher" und gleichzeitig "Abhängiger" scheint Ihnen nicht mal aufzufallen. Die "massen an kleinen Lohnabhängigen" als Täter hinzustellen, zeigt, welch Geistes Kind Sie sind.
ist kühn.
Inwiefern sie auf Besitz verzichtet hat, weiss ich nicht.
Auf ihre "ressourcenschonende" Herztransplantation hat sie nicht verzichtet.
(Tut Leid, aber echte Grüne haben einmal vorgerechnet, wieviele Kranke in der dritten Welt mit den Mitteln für EINE Herztransplantation gerettet werden könnten.)
Auch hier - Wasser predigen, Wein trinken.
Kein Missverständnis. Ich werfe Frau Meissner Blau nicht ihre Herztransplantation vor. Nur ihre obergescheite, bevormundende Art.
Das ist ja wohl der Gipfelpunkt an Zynismus !!! SIE wären ganz sicher nicht bereit, als "Märtyrer" zu sterben und auf eine lebensrettende Operation zu verzichten. Jemandem vorzuwerfen, dass er weiterleben will, ist eine unglaubliche, menschenverachtende Frechheit !
Machen Sie doch die Augen auf und schauen einmal über Ihren Tellerrand hinaus. Dann werden Sie bemerken, welche durchaus realistische Möglichkeiten es gibt, um Mißstände zu verbessern. Oder wollen Sie warten, bis die unterdrückten Massen (z.B. jene, denen durch "land grabbing" ihre Existenzgrundlage geraubt wird oder die für €30/Monat in sweat shops hackeln) endgültig die Schnauze voll haben und uns westlichen Konsumtrotteln Bomben unter den Hintern legen, damit wir aufwachen ?
der weg dann zu einem "modernen" feualismus ist dann nicht weit. wer land braucht muss den grundherrn hörig sein - zwar wird der neue feudalismus nicht wie der alte sein, aber das grundprinzip "hörrigkeit gegenüber den grundherrn, weil ich sein land brauche" wird wieder funktionieren.
wir werden uns alle den kapitalismus zurückwünschen, weil r den westen - also uns - mehrheitlich wohlstand gebracht hat. mit einem derartigen wirtschaftssystem, was damit einhergeht (naturalwirschaft), können keine 7 milliarden ernährt werden.
ich will mich natürlich nicht am historizismus vergreifen, angeblich gesetze wie die zukunft abzulaufen hat oder geschichtliche notwendigkeiten, sind unsinn. aber dieser weg ist wohl eine der unschönen möglichkeiten.
Es kann auch zu einer Kettenreaktion kommen, und auf welcher neuen Stabilität sich dann das Ganze wiederfinden wird, ist ungewiss.
Ein einziger Ausbruch eines Supervulkans würde genügen, und man kann selbst den fruchtbarsten Böden lange Zeit keine nennenswerten Ernten abringen.
Wobei das nur ein mögliches Szenario ist.
Dieser Vulkan wurde dann von einem Konzern gezündet oder wie? Dass, wenn ein Supermeteorit einschlägt alles andere egal ist, das ist glaube ich den meisten klar. Ansonsten passt das Beispiel denke ich gar nicht.
... euer leben so auszurichten dass es zukunftsfähig wird (ist gar nicht so schwierig - und ohne zeigefinger) - lebt so dass die erde lebenswert bleibt, hört auf (fast gänzlich) zu konsumieren und werdet frei -
- frei in der zeit zu machen was euch wirklich wichtig ist (liebe !!! - famely - kids - initativen - interessen - reisen - je nach mensch verschieden),
- in dem ihr weniger arbeitet - dafür mehr zeit habt,
- weniger konsum verbracht und klump anschafft - und so mit weit weniger einkommen auskommt etc.
beispiele gefällig (?):
live & kiss vegetarians (gar nicht so schwierig) und zentral für weltflächenbedarf & klimawanderl,
lasst auto, handy weg>werden xünder & bewegt euch mehr,
arbeit weniger>nutzt die mehrzeit zum le-he-ben!!
und mal ganz ehrlich, ja es muss sich was ändern. aber ob ich gsund bin oder nicht, kennt sie einen feuchten kehricht an. mir geht der gesundheitswahn den uns die werbung vermittelt schon am wecker, da brauch ich nicht auch noch sie die damit nerven (und ich betreibe gerne sport).
ach ja, vegetarierInnen und veganerInnen leben auch nicht gsündern, das kann mir niemand einreden, die sojahäufchen sind nicht gesund, sind nicht fettarm und schmecken nicht. man kann gut vegan kochen, sogar sehr gut, aber vurst fällt nicht darunter.
ChriViajero hat alles gennant, was unsere Spezies vor dem Verschwinden bewahrt. Und Sie führen eine Meinung am Gemeinplatz gassi, die aus dem 19Jhdt. kommt. Aus einer zeit, wo man noch dachte, die Erde sei ein Füllhorn und ein unendlich großer Müllplatz. Sie scheinen das immer noch zu glauben.
Vegetarier: Davon gibts auf der Erde 2 Milliarden. Die leben seit jahrtausenden so und leben immer noch. Für Sie zum Nachdenken: 1 kg Fleisch = 25kg Getreide + 1000 l Trinkwasser.
"Verkaufen Sie Ihren Computer" ...
Typischer Dummsinn eines Nichtdenkers.
Einmal in Wien in die Firma hin und zurück = 1 PC x 70 Tage Laufzeit. Computer sparen enorme Mengen an Energie. Ihr Posting-Titel liegt so daneben, wie Sie.
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