US-Mediziner infizierten Guatemalteken mit Syphilis: Klage abgewiesen

  • Eine der Versuchspersonen
    foto: reuters/the national archives at atlanta/handout

    Eine der Versuchspersonen

Richter sieht "besorgniserregendes Kapitel der Geschichte unseres Landes"

Ein Washingtoner Gericht hat am Donnerstag die Klage mehrerer guatemaltekischer Staatsbürger, die in den 40er Jahren im Rahmen medizinischer Experimente mit Geschlechtskrankheiten infiziert wurden (derStandard.at berichtete) , abgewiesen. Richter Reggie Walton begründete seine Entscheidung damit, dass es laut Bundesgesetzen nicht möglich sei, die USA wegen im Ausland erlittener Verletzungen zu verklagen.

Er räumte ein, dass die absichtliche Ansteckung etwa 1.300 Einwohner des mittelamerikanischen Landes ein "besorgniserregendes Kapitel der Geschichte unseres Landes" darstelle, wies aber trotzdem auch die Klage gegen Gesundheitsministerin Katleen Sebelius ab, da keine US-Beamten direkt an der Tat beteiligt waren. Der Richter empfahl, nach einer politischen Lösung zu suchen.

An den Experimenten, für die der US-Mediziner John Cutler von 1946 und 1948 wurden rund 1.300 Menschen in Guatemala "zu Forschungszwecken" mit den Geschlechtskrankheiten Syphilis, Gonorrhöe und Ulcus molle infizierte, starben 83 Menschen. Die umstrittene Studie wurde erst im Oktober 2010 im Archiv der Universität Pittsburg entdeckt. (bed, derStandard.at, 15.6.2012)

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