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Garaudy 1997 als Gast in Teheran.
Paris - Der französische Philosoph, Schriftsteller, Historiker und ehemalige kommunistische Politiker Roger Garaudy ist am Mittwoch in Chennevières bei Paris im Alter von 98 Jahren gestorben, wurde am Freitag bekannt gegeben. Der Bestseller-Autor - Essays, Romane und politisch-wissenschaftliche Werke erschienen in dichter Folge - war bekannt für seine radikalen ideologischen und religiösen Gesinnungswandlungen wie ausgeprägte Gut-Böse-Schemata.
Der ehemalige Hochschulprofessor, von der deutschen Besatzungsmacht im Zweiten Weltkrieg in ein Konzentrationslager verschleppt, aus dem er nach 30 Monaten Haft fliehen konnte, war viele Jahre Mitglied des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Frankreichs, die er auch als Abgeordneter in der Nationalversammlung vertrat. 1970 war er nach seiner Kritik am Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen in die Tschechoslowakei aus der Partei ausgeschlossen worden. Im Jahr 1981 wollte er als Grüner und Kernkraftgegner französischer Präsident werden, doch konnte er die dafür notwendigen Unterschriften nicht aufbringen.
Aus atheistischer Familie stammend, trat er in seiner Jugend dem Protestantismus bei, in den 60er Jahren dem Katholizismus, mit dessem rechten Flügel er engen Austausch pflegte, schließlich - nach seinem Übertritt zum Islam 1982 - positionierte sich Garaudy als Kritiker des Staates Israel. 1986 erhielt er den saudiarabischen König-Faisal-Preis für Verdienste um den Islam, 2002 den vom libyschen Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi verliehenen "Internationalen Menschenrechtspreis".
Wegen Leugnung des Holocaust und "Anstachelung zum Rassenhass" in seinem 1996 erschienen Buch "Die Gründungsmythen der israelischen Politik" wurde Garaudy 1998 von einem französischen Gericht als "Negationist" zu neun Monaten Gefängnis auf Bewährung und zu einer Geldstrafe von 160.000 Francs (rund 24.500 Euro) verurteilt.. In arabischen Ländern als Autor gefeiert, nahm er den Namen "Ragaa Garudi" an.
Die KP-Zeitung "L'Humanité" widmete Garaudy am Freitag einen Nachruf mit dem Titel "Von Stalin zu Mohammed". (APA, 15.6.2012)
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