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Nach der Insolvenz der deutschen Drogeriekette Schlecker kommt es nun in Österreich zu den ersten Schließungen. In Salzburg werden laut ORF.at vorerst drei Filialen aufgelöst - in diesen Tagen fallen Zweigstellen in den Stadtteilen Taxham, Liefering und Aigen weg. Mit der Insolvenz von Schlecker Deutschland hätten die Schließungen aber nichts zu tun - sie seien "Teil eines schon länger geplanten Strukturprogramms", heißt es aus dem Unternehmen. Trotz der Schließungen seien in Salzburg jedenfalls keine Kündigungen geplant, betont Kerstin Moser von Schlecker Salzburg laut ORF.at. Bei der Gewerkschaft häuften sich indes Beschwerden ehemaliger Schlecker-Mitarbeiterinnen, die aus dem Job gedrängt wurden. Österreichweit gibt es 930 Filialen mit rund 3.000 Beschäftigten.
Die Verkaufsverhandlungen laufen auf Hochtouren. Dabei gibt sich der Sprecher des Insolvenzverwalters, Patrick Hacker, zuversichtlich: "Ziel ist es, die Filialen zu erhalten - ob das dann noch unter dem Namen 'Schlecker' ist und unter welchem Konzept überhaupt, das muss die Zukunft zeigen." Es gebe Interessenten und es würden Gespräche geführt, so Hacker. Erste Verhandlungsergebnisse werden Ende Juni erwartet.
Als mögliche Interessenten gelten beispielsweise der Ex-ÖVP-Politiker Josef Taus mit seiner Investorengruppe MTH, die vor zehn Jahren schon Libro übernommen und saniert hat, der deutsche Lebensmittelriese Rewe, "Nah und frisch" sowie die Linzer Investmentgesellschaft Recap Management GmbH, die im Mai 2008 bei Holland Blumen Mark einstieg und laut Geschäftsführer Anton Stumpf bei Schlecker an der Gesellschaft und nicht an einzelnen Filialen interessiert ist. Rund 600 der in Summe 930 Zweigstellen dürften "langfristig überlebensfähig" sein, wie Stumpf gegenüber der Tageszeitung "Die Presse" sagte. Somit wären 1.000 Arbeitsplätze gefährdet.
Kosten für Insolvenzgeld und Sozialabgaben
Die Pleite der Drogerieketten Schlecker und IhrPlatz hat die Bundesagentur für Arbeit (BA) einem Bericht zufolge bisher etwa 133 Mio. Euro gekostet. Auf diese Summe beliefen sich die bisherigen Ausgaben für Insolvenzgeld und die Sozialabgaben für die betroffenen Mitarbeiter, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" am Freitag unter Berufung auf Angaben der Nürnberger Behörde.
Ein Sonderprogramm für Umschulungen der ehemaligen Schlecker-Mitarbeiterinnen hält BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker aber für unnötig. "Wir haben genügend Geld, um den Bedürfnissen der Schlecker-Frauen gerecht zu werden", sagte er und rief Bund und Länder auf, ihren Streit über die Finanzierung von Umschulungen zu Erzieherinnen und Altenpflegerinnen zügig zu beenden. "Wenn sie sich einigen würden, hätten wir weitaus mehr Spielraum", sagte Becker der Zeitung.
Die deutsche Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), BA-Chef Frank-Jürgen Weise und Verdi-Chef Frank Bsirske hatten in der vergangenen Woche auf den Mangel an Erzieherinnen und Altenpflegerinnen verwiesen und die ehemaligen Schlecker-Mitarbeiter aufgerufen, sich umschulen zu lassen. Die BA zahlt die Umschulungen maximal zwei Jahre, die Ausbildung dauert jedoch drei Jahre. Bund und Länder streiten sich, wer für das dritte Jahr aufkommen muss. (APA, 15.6.2012)
Firmengründer Anton Schlecker haftet mit seinem Privatvermögen für die Pleite. Die Familie soll sich kooperativ verhalten
Sicherheiten gingen an Unternehmensgruppe Schwarz
Komplette Ladenausstattungen, Gabelstapler und weiteres Anlagevermögen wird in Deutschland versteigert
Dass Schlecker gelingt, woran Adeg, Zielpunkt und andere kleine Kaufleute scheiterten, ist zu bezweifeln
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