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Prag - Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus können nicht nur psychische Ursachen haben, betonten Experten auf dem Europäischen Neurologenkongress in Prag. Sie fordern eine konsequente neurologische Abklärung: Nur so könnten schwerwiegende Nervenerkrankungen wie Narkolepsie rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Die REM-Schlaf-Verhaltensstörung kann auf den späteren Ausbruch von Morbus Parkinson hinweisen, zeigen neue Studien.
"Für einen störungsfreien Schlaf-Wach-Rhythmus ist nicht nur Seelenfrieden nötig, sondern auch ein funktionierendes Gehirn. Neurologische Erkrankungen werden als Ursache von Schlafstörungen immer noch unterschätzt und unterdiagnostiziert", betonte Claudio Bassetti, Neurologe an der Universitätsklinik für Neurologie und President elect der Europäischen Neurologengesellschaft (ENS) auf dem 22. ENS-Meeting in Prag. Mehr als 3.000 Experten aus aller Welt diskutieren hier neueste Erkenntnisse aus ihren Fachgebiet. "Ein besonderes Stiefkind im öffentlichen Bewusstsein ist die Schlafkrankheit oder Narkolepsie. Mehr Augenmerk verdient auch die sogenannte REM-Schlaf-Verhaltensstörung, die in vielen Fällen ein Vorbote für Morbus Parkinson ist. Das könnte bereits Jahre vor dem Auftreten erster Bewegungsstörungen ein Gegensteuern ermöglichen."
So häufig wie MS
Narkolepsie ist auch für Mediziner ein nach wie vor rätselhaftes Phänomen: Betroffene werden tagsüber von plötzlichen Attacken exzessiver Müdigkeit überfallen, in denen der Traumschlaf ins Wachbewusstsein eindringt. Beeinträchtigt sind aber nicht nur der Schlaf-Wach-Rhythmus, sondern auch Kognition, Motorik und emotionale Verarbeitung. So führen intensive Emotionen wie Lachen zu Stürzen, weil die Kontrolle über die Motorik verloren geht (Kataplexie). „Nach neuesten epidemiologischen Schätzungen ist etwa einer von 2.000 Menschen an Narkolepsie betroffen - also etwa gleich viele wie von Multipler Sklerose. Die Lebensqualität der Betroffenen ist deutlich eingeschränkt, etwa auf dem Niveau von Epilepsie-Patienten. Dennoch wird die Erforschung dieser Erkrankung sträflich vernachlässigt", so Bassetti. "Narkolepsie wird auch im klinischen Alltag häufig unterdiagnostiziert. Dabei wären ihre Symptome gut behandelbar."
Impfung kann Krankheitsauslöser sein
Trotz bescheidenster finanzieller Ausstattung gelangen in der letzten Zeit Durchbrüche im Verständnis der komplexen Erkrankung, die auf dem ENS-Kongress vorgestellt wurden. "Wir wissen, dass es eine genetische Mit-Ursache geben muss, weil fast alle Narkolepsie-Patienten eine ganz bestimmte Variante von Blutfaktoren auf den Leukozyten in sich tragen. Diese tritt zwar bei einem Viertel der Bevölkerung auf, aber nur jeder 500ste entwickelt die Schlafkrankheit. Es muss also zusätzliche Faktoren geben, die auf der Grundlage dieser genetischen Prädisposition den Ausbruch der Krankheit auslösen", erklärte Bassetti. "Neueste Daten zeigen, dass es Infektionen und Impfungen sein können, die auf Basis dieser genetischen Eigenart zu einer Autoimmunreaktion des Körpers führen, die sich in Signaldefiziten im neuronalen Netzwerk und Dysfunktionen in mehreren Gehirnregionen äußern. Als einer dieser Auslöser erweist sich immer klarer eine Impfung gegen den H1N1-Influenza-Virus, die in einer signifikanten Anzahl von Fällen zwei bis vier Monate vor dem Ausbruch der Schlafkrankheit verabreicht wurde."
Warnsignal für Morbus Parkinson
Auf dem Europäischen Neurologenkongress in Prag wurden auch neue Daten zu erst kürzlich entdeckten Zusammenhängen zwischen der REM-Schlaf-Verhaltensstörung (Schenk-Syndrom) und der Entwicklung von Morbus Parkinson präsentiert. "Die REM-Schlaf-Verhaltensstörung besteht im Verlust der sogenannten physiologischen Paralyse, die bei gesunden Menschen für ein Erschlaffen der Muskulatur während des Traumschlafes sorgt und verhindert, dass sie die inneren Erlebnisse ihrer Träume körperlich ausdrücken", so Bassetti. Geht diese Hemmung verloren, bewegen sich die Betroffenen in der REM-Phase, schreien, treten und schlagen um sich und verletzen sich selbst und ihre Partner.
"Wir haben nun herausgefunden, dass der Verlust der physiologischen Bewegungshemmung im Traumschlaf einem Prozess im Gehirn entspringt, der unter anderem auch für Morbus Parkinson typisch ist. Tatsächlich zeigt sich, dass bei vielen Parkinson-Patienten schon Jahre, bevor die ersten Bewegungsstörungen tagsüber sichtbar wurden, in der Nacht das Schenk-Syndrom aufgetreten ist", berichtete Bassetti. "Wir müssen dieses Faktum nun in neurologischen und allgemein-medizinischen Fortbildungen vehement ins Bewusstsein bringen. Da es begründete Hoffnungen gibt, dass eine neue Gruppe von Medikamenten den Ausbruch von Morbus Parkinson verhindern oder zumindest verzögern könnte, kann die Früherkennung und ein rascher Therapiebeginn entscheidend für die Lebensqualität Betroffener sein."
Hinweis auf Epilepsie
Schreie oder heftige Bewegungen im Schlaf können aber auch andere Ursachen haben: "Rund ein Drittel aller epileptischen Anfälle erfolgt im Schlaf, mit einem ganz ähnlichen Erscheinungsbild wie dem Schenk-Syndrom", betonte Bassetti. „Das ist nicht einfach zu erkennen. Bei entsprechenden Symptomen sollte aber immer auch an Epilepsie gedacht werden, die dann mit einem Antiepileptikum gut zu therapieren ist."
"Diese Erkenntnisse zeigen, dass viele Zustände, die oberflächlich betrachtet bloß als Folge psychischer Probleme erscheinen, Hinweise auf schwere neurologische Erkrankungen sein können und daher ernst genommen werden müssen", so Bassetti. "Darauf müssen wir verstärkte Aufmerksamkeit richten, denn nur wenn sie abgeklärt sind, können wir den Patienten das Krankheitsleid lindern." (red, 16.6.2012)
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Ich bin Epileptiker und die meisten Anfälle sind bei mir in der Nacht.
Als meine Medikamente nicht mehr halfen, wachte ich jede 2. Nacht um ~3 Uhr auf und konnte dann nicht mehr einschlafen. Dass meine Wange oder Zunge zerbissen war, war mir nicht nicht bewusst, nur wenn die Anfälle schlimmer waren und ich länge nicht normal Essen konnte...
Probleme hatte und hab ich nur im Berufsleben, da diese Krankheit nicht akzeptiert wird und Behindertenausweis hab ich nie beantragt, da ich so noch schlechter eine Arbeit finden würde...
Aber diese Krankheit gehört zu mir und sie ist auch der Indikator wie gut es mir psychisch geht, somit kann und muss ich rechtzeitig gegensteuern, was ein Burn Out bei mir wiederum sehr erschwert...
Interessant (tut mir natürlich leid für dich)
Du wirst vermutlich wohl Valproinsäure, Lamotrigin, Carbamazepin, Preglabin usw. durch haben auch in Kombination..
Nur führen bei dir selbst Clonazepam/Lorazepam/Nitrazepam uä und wenn gar nichts geht sogar Barbiturate wie Phenobarbital zu keiner Anfallsfreiheit?
Dachte immer (auch aufgrund Diskussionen mit Medizinern) das die bei jedem helfen (werden ja auch akut eingesetzt als Injektion usw.). Blöd halt die Dosissteigerung, aber wohl geringeres Übel..
Auf jedenfall Respekt das du arbeiten kannst, dass schaffen ja viele nicht die ihre Epilepsie nicht unter Kontrolle bringen..
Bei mir wurden schon sehr viele Medikamente ausprobiert und bei mir helfen sie nicht wie gewünscht. Ich hab eine Form der Epilepsie (Frontallappen), bei der Medikamente meine Anfälle reduzieren, aber ich bin nicht anfallsfrei, selbst nach einer OP nicht, wobei ich nun nur mehr 2 Anfälle im Jahr habe und nicht mehr bis zu 4 am Tag, somit ein absoluter Erfolg ( << 1%, Dank der OP).
Ich kann nun frustriert und deprimiert durch die Welt laufen, oder ich akzeptiere meine Situation und finde die positiven Seiten in meinem Leben.
Zum Glück bin ich ein Optimist, was mir sicher schon sehr geholfen hat.
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