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Paris, Mailand, London und New York: Fragt man, wo in der Mode die Post abgeht, dann fällt mit Sicherheit einer dieser vier Städtenamen. In den vergangenen Jahren sind aber noch eine Reihe weiterer Örtlichkeiten dazugekommen: der Computer zu Hause auf dem Schreibtisch etwa, an dem sich die Konsumenten den Livestream einer Modeschau in Peking ansehen, das Tablet in der U-Bahn, auf dem man zwischen zwei Stationen mal schnell eine neue Handtasche bestellt, das Smartphone, auf dem man durch die Blogs der Fashion-Communitys zwischen Alabama und Sidney surft.
Die Standorte der Mode haben sich durch die Möglichkeiten des Internets potenziert, sowohl auf Produzenten- als auch auf Konsumentenseite. Kleine Labels kommunizieren plötzlich direkt mit Kunden, die tausende Kilometer entfernt sind, Modeinteressierte im hintersten Alpental wissen mitunter besser Bescheid, was gerade gefragt ist, als Hauptstadtbewohner, die tagtäglich an den Luxuseinkaufstempeln der Mode vorbeiflanieren.
Made in Italy
Diese Entwicklung hat die Mode in den vergangenen Jahren nachhaltiger erschüttert, als sie vielleicht selbst zugeben will. Standfest hält sie an alten Strukturen fest, von denen viele längst überholt sind. Ist in der Mode heute also überall alles möglich? Und wenn ja, welche Auswirkungen hat das auf das Image der Mode, die noch immer krampfhaft an Etiketten wie "Made in Italy" oder "Made in Austria" festhält, obwohl ein Großteil der Produktion schon längst nach Fernost oder Kleinasien abgewandert ist?
Oder erfährt vielleicht gerade das Lokale durch die Unübersichtlichkeit des globalen Marktes eine Aufwertung? Darüber und über viele Fragen mehr wird sich eine Runde von Experten im Rahmen des "Summer of Fashion" im Museumsquartier die Köpfe zerbrechen. Neben dem Designer Michael Michalsky aus Berlin, der nach Jahren als Kreativkopf bei Adidas sein eigenes Label gründete, wird an der Podiumsdiskussion Alain Moreaux von der Online-Verkaufsplattform Vente Privee teilnehmen.
Der Belgier leitet die Geschäfte in Deutschland, Österreich, Großbritannien und den Niederlanden. Stephan Siegel, der Gründer der Jungdesignerplattform "Not just a label", wird aus London dazustoßen, Anne Petersen, Modechefin bei der Frauenzeitschrift Brigitte und Brigitte.de, aus Hamburg. Moderieren wird STANDARD -Redakteur Stephan Hilpold. (Rondo, DER STANDARD, 15.06.2012)
20. Juni um 19 Uhr in der Arena 21 des Wiener Museumsquartiers. www.mqw.at/sof
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