Teuer abgefertigt, bald wieder im AUA-Cockpit

Claudia Ruff
14. Juni 2012, 18:28
  • Sechs Millionen Euro hat die AUA in den Ausbau ihrer sechs neuen Lounges
 am neuen Terminal investiert. Betreiber ist Do & Co. F.
    foto: standard/christian fischer

    Sechs Millionen Euro hat die AUA in den Ausbau ihrer sechs neuen Lounges am neuen Terminal investiert. Betreiber ist Do & Co. F.

Betriebsrat sagt ja zu neuen Freelancern, die nun auf Stundenbasis oder per Tag bezahlt werden

Wien - Der Betriebsrat Bord stimmte einem ungewöhnlichen Deal mit dem Vorstand der AUA zu: Weil aufgrund des Abgangs von 117 Piloten ab Juli zu wenig fliegendes Personal vorhanden ist um den Betrieb aufrechtzuerhalten, kann die Airline je nach Bedarf auf wahrscheinlich bis zu 42 Piloten zurückgreifen, die das Unternehmen im Zuge des Betriebsübergangs zur Tyrolean (mit hohen Abfertigungszahlungen) verlassen haben. 70 Mio. Euro musste die AUA für die Abfertigungszahlung von im Einzelfall bis zu 500.000 Euro aufwenden.

Die Rückkehr per Einzelvertrag ist bis Ende November limitiert - und der Betriebsrat muss bei jedem einzelnen der als Freelancer zum Einsatz kommt seine Zustimmung geben. Die Bezahlung erfolgt nach Blockstunden oder per Tag. Für einen Bangkok Flug (vier Tage unterwegs, zwei mal elf Stunden Flugzeit) würde ein Kapitän rund 4000 Euro bekommen.

Gesucht werden de facto nur Langstreckenpiloten, weil auf der Kurz- und Mittelstrecke geleaste Flieger samt Mannschaft von Lufthansa, Swiss, Augsburg Air und Welcome Air zum Einsatz kommen werden.

Angst vor Schrumpfung

Der Betriebsrat befürchtet, wegen der hohen Kosten für die Auslagerung von Flügen und der ungewissen Kundenreaktionen, dass sich die Lufthansa möglicherweise zu einer massiven Kürzung speziell auf der Langstrecke entscheidet. Die AUA würde dann zu einem reinen Zubringer verkommen. Karriereperspektiven oder Upgradings zu Kapitänen "würden in weite Ferne rücken", schreibt Karl Minhard in einem internen Mail das dem Standard vorliegt.

Den Sinneswandel des Betriebsrates (immerhin hat er sich in den letzten Monaten gegen den Einsatz von Freelancern ausgesprochen) begründet Minhard damit, ein Signal an den Vorstand gesetzt zu haben, "dass man mit einer solchen Selbsthilfe nicht rechnen und kalkulieren könne". Das habe durchaus die erwünschte Wirkung gezeigt: "Der Vorstand hat gewisse Konzessionen bei den Unternehmensrichtlinien gemacht und sich von den Erfindern des Betriebsübergangs getrennt".

Einer, der bereits angeboten hat, weiter bei der AUA zu fliegen ist Fritz Strahammer, der bisherige Flugbetriebsleiter, der vom bevorzugten Selbstkündigungsrecht Gebrauch machte. Innerhalb der Pilotenschaft löst die Freelancer Lösung keine Begeisterungsstürme aus: Einige lehnen es ab, mit den Exkollegen zu fliegen. Andere befürchten, dass sich die " Neuen", die interessanten Strecken aussuchen werden und die verbliebenen Piloten den Rest bekommen.

Neuerungen gibt es für AUA- Passagiere: Diese können in der Economy-Class ab Wien an Bord wieder warm essen, allerdings nicht gratis. Die warmen Drei-Gänge-Menüs kosten 15 Euro und müssen vorbestellt werden, spätestens eine Stunde vor dem Abflug. (Claudia Ruff, DER STANDARD, 15.6.2012)

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Der Business Case

geht nur auf den Beraterfolien auf.

wo ist der Mehrwert?

Zuerst fertigt man hochqualifiziertes Personal teuer ab und dann holt man Sie zu einem höheren Stundensatz wieder zurück... Viel hat sich das Management nicht dabei gedacht, den Betriebsübergang genau im Sommer zu machen. Aber das ist ja eh alles kein Problem! Am Ende wird Albrecht als Manager des Jahres gefeiert. Was mit der AUA weiter passiert ist ihm wurscht, dann ist er mit hoher Prämienzahlung in der Tasche wieder zuück in Mexiko!

sind die dann quasi fix angestellte freelancer?

Ich denke ja doch, dass die auch auf ihre flugstunden kommen müssen, um die fluglizenz nicht zu verlieren

und sie werden diese flugstunden ja kaum bei einer anderen airline machen können

quasi fix angestellte freelancer

Eher quasi zeitlich befristeter und teurer Ersatz für Abgänger.
Viele Flugstunden braucht man nicht und mehr als 4 pro Tag sind nochmal extra teuer. Aber egal, das Management hat soviele offene Baustellen, da kommt es die nicht mehr an.

Der Betriebsrat verarscht uns doch.

Ich pack es jetzt nicht mehr, dass die die voll abgecasht haben jetzt die besten Strecken für EUR4.000.- bekommen und der BR stimmt da zu. Für mich ist es vollkommen klar, dass dieser BR mit dem Managment packelt. Kein Zweifel.

Nicht dieser, sondern jeder.

... voll abgecasht haben jetzt die besten Strecken für EUR4.000.- bekommen ...

Die Freelancer können nur die Arbeitstage zur Verfügung stellen! Keine freie Wahl der Einsätze.
Die Regel lautet 200.- pro BHR, min 800.- pro Tag. Oder andersrum, je näher an 4 BHRS pro Tag desto günstiger im Gesamten.

"Die Freelancer können nur die Arbeitstage zur Verfügung stellen! Keine freie Wahl der Einsätze."

Hängt wohl davon ab, wie sie's vereinbaren - und das ist individuell, nehm ich an.

Das wäre entgegen der Vereinbarung mit dem Betriebsrat und würde die Probleme wieder aufleben lassen.

interessant

das der betriebsrat somit bestimmen kann, ob ggf. Flugzeuge a, Boden stehen bleiben, da es keine Genehmigung seitens des BR gibt, externe Piloten fliegen zu lassen

Der Betriebsrat steht bei der Sache mit dem Rücken zur Wand, und tut gut daran, das nicht zu blockieren: Nichts ist für eine Fluglinie schlimmer als nicht zu fliegen.

Ansonsten gilt: Die Freelancer fliegen, wenn der Vertrag für sie passt. Oder eben nicht. Und verhandelt wird mit jedem Einzelnen für sich.

Das sind jetzt eigenständige Unternehmer - die wird nicht somnderlich interessieren, was der Betriebsrat sagt. Sondern die werden eben jeder einen eigenen Vertrag mit dem Unternehmen aushandeln, mit dem sie zufrieden sind.

Auch wenn das für manche unvorstellbar zu sein scheint: 180 EUR die Stunde ist für gut qualifizierte Selbstständige kein extremer Stundensatz.

(Das können's nicht 1:1 mit Angestellten Stundensätzen vergleichen.)

War doch abzusehen...

Jetzt macht das Managment auf überrascht, war doch klar das gerade bei der 777 Flotte (Dem Flagschiff der Flotte mit fast 300 Sitzen) die meisten Kapitäne gehen werden und das sowohl dieses Muster als auch die alte 767-300ER im Lufthansa Konzern nicht gibt, deswegen auch keine Ersatzpiloten von dort kommen können. Abgesehen davon braucht man auf den Langstrecken einen Senior First Officer also 3 Piloten ingesamt. Macht 50% mehr Bedarf pro Maschine (wobei es im Falle der 777 aber nur 4 Stk )

Achja: Der Nahme Fritz Strahamer kam mir irgendwie bekannt vor jetzt weis ich auch wieso pilotseye.tv 777 AUA nach Tokio für mich fast die beste Folge)

3 Piloten?

Braucht man auch nach den neuen Unternehmensrichtlinien 3 Piloten auf der Langstrecke?

der fritz hat immer gewusst wie man es sich richten kann, immer die mächtigen als freunde, hat schon 88 begonnen als er bei lauda auf der 767 als copilot angeheuert hat, flottenchef freund, trauzeuge und taufpate.........gleich einmal kaptiaen und lehrer geworden.
der aufstieg zum flugbetriebsleiter der lauda air, unter ähnlichen umstaenden,
dann zur aua,
jetzt abgecasht und retour als freelancer...
muss ein nettes klima im cockpit sein, was sagt er seinen kollegen dort? oida i hob des domois net so
gmant, ober wast eh, der albrecht.....
beim minhard muss ja auch das handy ständig geklingelt haben, wie bei so vielen anderen, wenn er was brauchte.

Alle AUA-Piloten hatten die selbe Möglichkeit der Sonderkündigung.

die Üblichkeit im Flugbereich halt

Auch beim Flughafen hat man zuerst den Vorstand entsorgt um die Herrn dann mit großzügigen Konsulentenverträgen wieder ins Boot zu holen.

Von Nachhaltigkeit der Entscheidung dürfte man in der Branche rein gar nichts halten - die stehen mehr auf Chaos und Raunzerei und wundern sich damit immer gegen die Wand zu rennen.

muss man sich auf der zunge zergehen lassen:
das managment zahlt den piloten viel geld (abfertigung), damit die die firma verlassen. danach stellt das managment fest, ohne piloten kann man nicht fliegen und holt sich diese als freelancer zurück was nochmal teurer kommt.

zuerst geben sie ihnen geld fürs nicht nicht-fliegen, dann geben sie ihnen noch mehr geld fürs doch-wieder-fliegen.

ein totes reh könnte eine fluglinie besser leiten.

ja und .. Wollen sie dort als Pilot fliegen??

Ach so, sie haben ja kein B777 Rating als Kapitän.... DUMM
Ach so sie sind vielleicht "nur " Copilot? Ja auch Dumm, wieder nichts für Sie
Ach so, sie sind gar kein Pilot... Ganz Dumm - so wie ihr Posting

Wohl auf's falsche Posting geklickt

Warum sich Piloten nicht von Managern unterscheiden...

erklären sie mir doch bitte was ihr posting mit meinem zu tun hat.
vielleicht lesen sie es ja nochmal.

ihre arroganz ist auch ziemlich unsympathisch. man ist nicht automatisch dumm, nur weil man kein pilot ist.

Das ist keine unübliche Lösung, und so dumm ist sie auch nicht.

Schon dumm!

Weil unvorbereitet und damit erst recht teuer

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