Dieselabgase: Autohersteller üben Kritik

14. Juni 2012, 15:57

Studienleiter: "Der wissenschaftliche Beweis ist überzeugend" - Autobauer in Deutschland kritisierten die Untersuchung

Lyon/Genf/Berlin - Forscher der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben Dieselabgase aus Autos und Maschinen als krebserregend eingestuft. "Der wissenschaftliche Beweis ist überzeugend", sagte der Leiter einer entsprechenden Studie der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) in Lyon, Christopher Portier. Autobauer in Deutschland hingegen kritisierten am Donnerstag, die Untersuchung basiere auf Emissionswerten alter Dieselmotoren ohne Filtersysteme.

Die Forschungsgruppe sei "übereinstimmend" zu der Schlussfolgerung gekommen, dass Dieselabgase bei Menschen Lungenkrebs erzeugen, betonte Portier laut einer Mitteilung der IARC, die zur WHO gehört. Die Ergebnisse wurden nach einwöchigen Erörterungen der Studie durch internationale Wissenschafter in Lyon vorgestellt. Abgesehen von "hinreichenden Beweisen" für die Verursachung von Lungenkrebs gebe es Hinweise darauf, dass Dieselabgase zu Blasenkrebs führen könnten.

Weitergehende Studien

Zwar räumen die Wissenschafter ein, dass die Gefahr einer Krebserkrankung durch das Einatmen von Abgasen eher gering sei. Jedoch müsse bei Menschen, die oft und - teils auch beruflich bedingt - intensiv Dieselabgase inhalieren, von einer direkten Verbindung zu Lungenkrebs ausgegangen werden. "Heute hat die Internationale Agentur für Krebsforschung Dieselabgase als krebserregend für Menschen klassifiziert", heißt es in der Erklärung vom 12. Juli.

Angesichts solch grundsätzlicher Gefahren durch Diesel fordern die IARC-Wissenschafter: "Weltweit muss der Kontakt (von Menschen) mit dieser Mixtur von Chemikalien reduziert werden." Bisher seien aber "große Bevölkerungsteile im täglichen Leben Dieselabgasen ausgesetzt, sei es durch ihren Beruf oder die Umgebungsluft". IARC-Chef Kurt Straif schätzt nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung", dass die Gefahren selbst bei Berufskraftfahrern eher mit jenen des Passivrauchens vergleichbar sind, während das Risiko für Straßenpassanten niedriger liege. Dennoch empfehlen die Forscher weitergehende und genauere Studien.

Veraltete Motoren

Beim Verband der Automobilindustrie (VDA) hieß es am Donnerstag, die Lyoner Forscher hätten veraltete Motoren untersucht: "Diese über acht Jahre alten Motoren repräsentieren in keiner Weise die heute im Markt vorhandene fortschrittliche Dieseltechnologie." Neuwagen der ab 2014 verbindlichen Schadstoffklasse Euro 6 stoßen laut VDA 98 Prozent weniger Partikel, flüchtige Kohlenwasserstoffe und Kohlenmonoxid aus als Fahrzeuge vor Einführung der Abgasnorm vor 20 Jahren. Bei Stickoxiden betrage der Rückgang 75 Prozent. "Der sparsame und saubere Dieselmotor ist und bleibt ein wesentlicher Baustein der nachhaltigen Antriebs- und Kraftstoffstrategie."

Unter Verdacht stand Diesel bereits vor vielen Jahren: 1988 hatte die IARC nach ersten Studien den Verdacht geäußert, dass "Dieselabgase vermutlich auf Menschen krebserregend" wirken. Zehn Jahre später sei empfohlen worden, Forschungen zur potenziellen Schädlichkeit von Dieselabgasen "hohe Priorität" einzuräumen.

Die IARC forscht der Mitteilung zufolge auch weiter nach möglichen Krebsgefahren durch Benzin. Sie verwies darauf, dass sie Benzin bereits 1989 als "möglicherweise krebserregend" klassifiziert hatte. An dieser Einstufung habe sich durch neuere Forschungen nichts geändert, so dass Benzin im Gegensatz zu Diesel bisher nicht definitiv als krebserregend eingestuft werde.

Die Studie der IARC zur Krebsgefahr durch Diesel wurde finanziert durch die US-Umweltschutzbehörde und der kalifornischen Behörde für die Reinhaltung der Luft (CARB). (APA, 14.6.2012)

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Asthmatiker in Tokio haben im Rechtsstreit gegen

die großen Autohersteller und den Staat nun Recht bekommen. Sie machen vor allem die Dieselfahrzeuge für ihre Erkrankung mitverantwortlich und hatten 1996 eine Klage beim Kreisgericht von Tokio eingebracht. Nach jahrelangen zähen Verhandlungen haben sie nun 7,7 Mio. Euro von den großen Automobilherstellern Toyota, Honda und Nissan zugesprochen bekommen, berichtet Nature in seiner Online Ausgabe.

Die Autohersteller sollten sich nicht von der Erdöllobby kaufen lassen

Wenn diese Sinnlosen Unweltverseucher Vehikel (SUV) nicht so eine hohe Masse (Gewicht) hätten, wären sie im Verbrauch sehr gering (Energie = Masse mal Höhe mal Erdbeschleunigung oder (Masse mal Geschwindigkeit²) Halbe - Ist also direkt proportional zum Gewicht (Warum schwer? - Weil sinnlose Motoren für Fensterheber, Klimaanlage( sinnlose Energieverschwendung) falsche Materialwahl wegen geplanter Obsoleszenz (darf eine nicht zu lange Lebendauer haben) sonst kauft man nicht alle paar Jahr einen neuen Krempel ....

"Der sparsame und saubere Dieselmotor ist und bleibt ein wesentlicher Baustein der nachhaltigen Antriebs- und Kraftstoffstrategie."

In Bezug auf fossile Brennstoffe mit Nachhaltigkeit zu argumentieren halte ich für sehr bösen Zynismus.

wow, da kommen´s jetzt drauf!

fahr hinter einem dieselauto hinterher, da kommen schöne schwarze wolken raus. rund um den auspuff schwarze schlieren. und die rechtfertigung der autoindustrie ist wieder einmal lustig: stimmt nicht, die autos der neuesten generation sind soviel besser. aufwachen, der pkw-bestand besteht nicht nur aus neuen autos. und von den lkw´s reden wir lieber nicht.

Ist das so neu ?

Könnte es sein, dass die Ursache für die zunehmenden Fälle von Lungenkrebs schon lange erkannt wurden, jedoch fälschlicherweise mit dem Rauchen assoziert wurden?

Ist Diesel als Ursache für Lungenkrebs gefährlicher als Zigaretten?
http://de.sott.net/articles/... igaretten-

Ziemlich vertrackt das Ganze.

R.

Die Lungenkrebsrate nimmt ja nur bei Frauen zu - genau im Einklang mit der Rate der Raucherinnen. Welch Zufall aber auch...

http://derstandard.at/plink/128... d=18368250

"Jährlich werden in Österreich mehr als 2.500 Männer und 1.300 Frauen mit der Diagnose Lungenkrebs konfrontiert - 90 Prozent davon sind Raucher."

Ja genau - und man stelle sich rauchende Dieselstinker vor - Doppelbelastung!

Na ja, jetzt wird die WHO alle dieselbetriebenen Zugsverkehr stilllegen.

Ich hoffe, die WHO und deren Experten werden sich dann hoffentlich auch fuer den Treibstoff der Transportschiffe stark machen, denn deren verursachte Krebsrate ist belegt. z.B. Los Angeles Port, 5 Schiffe per Tag, 1500 faches Krebsrisiko als legal erlaubt, die von Singapore, Shanghai oder Hong Kong will ich mir gar nicht vorstellen.

So, welche Interessen stecken hinter dieser Studie und wer hat diese bezahlt.

Der Elektro-Smog

kann ja auch Gehirntumore auslösen!

Besonders im Bahnverkehr,in U-Bahnen und E-Autos.

Diese oft starken elektro-magnetischen Felder sind nachweislich nicht gesund für Menschen.

Leider wird diese Problematik der massiven elektro-magnetischen Umweltverschmutzung in der Öffentlichkeit nie diskutiert.

Naja, man könnte ja Partikelfilter für alle Dieselfahrzeuge vorschreiben.
Und was hat eine wissenschaftliche Bewertung eines Schadstoffs, wie schon hunderte davor durchgeführt wurden, mit Abzocke zu tun?

Partikelfilter sind für lungengängige Partikel wirkungslos!

stimmt.

partikelfilter sind immer nur so effizient wie das entsprechende messverfahren (gemessene mindestpartikelgrösse).
so gesehen ist es sogar "gesünder" wenn mehrere kleinstpartikel an grössere ölrusspartikel anhaften, anstatt per DPF getrennt zu werden, da grössere partikel leichter abgehustet werden können.
allerdings, zumindest ist das bei mir der fall, wenn man mal eine solche gefilterte wolke einatmet fühlt sich das auch nicht besonders gut in der lunge an. das ist bei grobem rauch (z.b. lagerfeuer oder kamin) nicht so.

wieder eine Möglichkeit eine neue Abzock-Masche zu installieren

es macht ja vielleicht Sinn, die Dieselfahrzeuge im öffentlichen Verkehr zu reduzieren, aber das wird nur beschränkt möglich sein.

Die Millionen LKWs die in Europa unterwegs sind, lassen sich wohl kaum auf Benzin oder - noch besser - auf Elektromotoren umstellen.

D.h. es wird wohl eine Steuer auf Diesel kommen, die für Transportunternehmen absetzbar ist, für den Privaten aber nicht.

dadurch ist sichergestellt, daß die "Wirtschaft" darunter nicht leidet, der Endverbraucher aber voll zahlen muß.

genauso wie bei tempo 100

welcher lkw fährt schneller als 100 km/h?
effizienz einer solchen reduktion ist daher eher fragwürdig.
man müsste lkw auf tempo 60 reduzieren, besser noch, höchstdrehzahlen vorschreiben. der schienenverkehr würde dann vermutlich auch wieder aufblühen und die wartungs- und reparaturkosten für die autobahnen massiv sinken.
mit unseren korrupten und/oder feigen deppenpolitikern wird das aber nie passieren.

Geschwindigkeit ist nicht (direkt) proportional zur Drehzahl (Getriebe!), und eine Erhöhung der Drehzahl bedeutet nicht unbedingt einen vermehrten Schadstoffausstoß. Man kann daher sagen, dass eine Erhöhung der Geschwindigkeit nichts genaues über eine Menge des ausgestoßenen Schadstoffes aussagt. Was allerdings gleich bleibt, ist die zurückzulegende Strecke, die ist unabhängig von Geschwindigkeit und Drehzahl. Bei Verringerung der Geschwindigkeit wird aber die benötigte Zeit, um die gleiche Strecke zurückzulegen, erhöht. Dadurch erhöht sich auch zwangsläufig zumindest die Zeit, die Schadstoffe ausgestoßen werden. Was wirklich gescheiter ist, ist die Frage.

Genauso wirds werden

In Zeiten von astronomischen Abgabelasten sind weitere Steuererhöhungen nicht mehr so einfach durchzubringen.

Es sei denn, man redet den Leuten massiv schlechtes Gewissen ein, dann ist die Steuer sozusagen der Ablasshandel für die bööösen Taten (wir sind ja sooo böööse und fahren mit dem Auto)

Und die neue Turbobenziner mit Direkteinspritzung sind ja so super!

Das sind wahre Feinststaubdreckschleudern!

Siehe:
http://www.3sat.de/page/?sou... index.html

Wuerde mich interessieren von wem die Studie finanziert wurde.

steht im letzten absatz ;)

Das sind nur Tarnungen, da steckt jemand aus der Industrie dahinter. Ich kenne beide Organisationen, ein US Department heisst nicht es vertritt das Interesse der breiten Masse, das beste Beispiel ist EPA.

IARC: US-Behörden

Klar bashen die Amis den Diesel, denn auf diesem Sektor haben deutsche Hersteller einen Vorsprung, den die USA nicht mehr einholen werden. Jetzt- da in den USA auch Benzin teuer geworden ist, zumindest für dortige Verhältnisse- feiern deutsche Hersteller wachsende Verkaufszahlen. Da muss doch was gemacht werden, damit den subventionierten Dinosauriern aus Detroit auch noch ein Stück vom Kuchen bleibt, nicht wahr?

IARC ist in Lyon zu Hause.

Autohersteller wollen ja "ihr" Drecksprodukt weiterverkaufen

Dass Dieselauspuffgase wesentlich schädlicher sind, sagt schon der eigene Hausverstand, wenn man beim Einatmen schon gewisse Erstickungsgefühle (ähnlich wie Tabakrauch) bekommt. Moderne Motoren haben zwar Partikelfilter, aber diese verhindern nicht dass besonders gefährliche Nanopartikel TIEF in die Lunge gelangen. Die Lügen der Lobbyisten sind auf der Welt sehr breit gestreut (Atom- Tabak- Auto .... usw)

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