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Wien - In Österreichs Mühlenindustrie fallen jährlich 120.000 Tonnen Weizenkleie als Nebenprodukt an, in der gesamten EU sind es zehn Millionen Tonnen. Obwohl die Kleie einen hohen Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen wie Kohlenhydrate, Proteine, Lipide sowie Mineralstoffe enthält, findet sie nur teilweise Verwendung als Lebens- und Futtermittelzusatz. Im neuen Christian Doppler(CD)-Labor für innovative Kleie-Bioraffinerie an der Universität für Bodenkultur (Boku), das am Donnerstag eröffnet wurde, sollen neue Anwendungs- und Nutzungsbereiche gesucht werden.
Futtermittel
Nach der Vermahlung des Weizens in der Mühle bleiben Kleie und Keimling als Nebenprodukte zurück. Allein der Anteil der Kleie umfasst insgesamt rund 20 Prozent des vermahlenen Korns. Die Kleie wird derzeit fast zur Gänze als Futtermittel verwendet, nur ein geringer Teil wird als Ballaststoff im Lebensmittelbereich eingesetzt. Andere Anwendungen waren bisher aus wirtschaftlichen Gründen nicht besonders erfolgreich, heißt es seitens des neuen CD-Labors, das von Wolfgang Kneifel vom Department für Lebensmittelwissenschaften und -technologie der Boku geleitet wird.
Soll für chemische und pharmazeutische Industrie interessant werden
Primäre Zielsetzung des Labors ist es, durch eine maßgeschneiderte Verfahrenstechnik und optimierte Verarbeitungstechnologien ein Kleie-Bioraffinerie-Konzept zu entwickeln, das die Erzeugung wertvoller Produkte für die chemische und pharmazeutische Industrie sowie Zutaten für die Lebens- und Futtermittelindustrie ermöglicht. Dem Grundprinzip einer Bioraffinerie entsprechend, das die umfassende stoffliche und energetische Verwertung von Biomasse vorsieht, sollen auch sinnvolle Nutzungsmöglichkeiten von stofflich nicht verwertbaren Bestandteilen wie etwa Lignin zur Energiegewinnung aufgezeigt werden.
GoodMills und Bühler kooperieren
Derzeit gibt es rund 60 CD-Laboratorien an Universitäten und Forschungseinrichtungen. Ziel ist die Förderung der anwendungsorientierten Grundlagenforschung und der Brückenschlag zwischen Universitäten und der Wirtschaft. Jedes maximal sieben Jahre bestehende Labor wird zur Hälfte von Industrie-Partnern finanziert, die andere Hälfte übernimmt die aus öffentlichen Mitteln gespeiste gemeinnützige Christian Doppler Forschungesellschaft (CDG). Das CD-Labor für innovative Kleiebioraffinerie kooperiert mit den international operierenden Firmen GoodMills Group GmbH (Wien) und Bühler AG (Uzwil, Schweiz). (APA, 14.6.2012)
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... dann mikrobiologisch-enzymatischer Aufschluß der Lignocellulose zu vergärbaren Zuckern zur Produktion von Biosprit (oder umgekehrt, man kann auch die proteinhältige Bioethanol-Schlempe, den Destillationsrückstand, zu Biogas verwerten) - zwei erneuerbare Energieträger aus einem Abfall-Rohstoff.
Wenn Bioethanol aus verholzter Cellulose (Stroh, Holz) gewonnen werden kann, hat die ganze Jammerei um die "Nahrungsmittelverschwendung" sowieso ein Ende.
Dr. Heinz Anderle, Freigeist
zb über müsliriegel. wenn mans zu nichts gebrauchen kann, einfach teuer verkaufen. irgend ein gesundheitsguru wird uns schon erklären , wie gesund und wertvoll die kleie ist. dann noch eine werbung mit einem schweinchen, hündchen oder kätzchen und schon wird der müllberg kleiner.
Der Witz an der Sache mit der Kleie ist meineer Meinung nach ja grade, dass wir Kleie nicht verdauen können, und uns deshalb all die wunderbaren Inhaltsstoffe nicht zur Verfügung stehen...
Oder warum sonst bräuchte es ein Wissenschaftlerteam, um zu schauen, ob nicht doch etwas geht...
Bei Stevia und Sojaschnitzel ist es ja auch gelungen, mit Hilfe von Chemie diese Dinge - naja - essbar zu machen...
Kleie ersetzt bestens Fleisch als Proteinquelle und hat in unseren Mägen zu landen. Sie brauchen nur einen Trick zu finden, die ganzen Spritzmittel aus der Kleie zu extrahieren, denn unproblematische Biokleie ist eine Rarität.
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