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vergrößern 600x428Keramik-Designer Rob Kesseler (im Bild sein Werk "Jardim Porcelanico") wird Melina Schuh begleiten, die in Cambridge an Mitose forscht.
Wien - Im EU-Projekt "Systems Biology of Mitosis" (MitoSys) erforschen Wissenschaftler von 13 europäischen Institutionen und Unternehmen aus acht Ländern unter der Leitung des Instituts für Molekulare Pathologie (IMP) in Wien die molekularen Vorgänge bei der Zellteilung (Mitose). Das seit 2010 laufende, von der EU mit zehn Mio. Euro geförderte Projekt wird ab diesem Sommer von dem Kunstprojekt "Meeting of Minds" begleitet, um auch einem nicht-wissenschaftlichen Publikum Zugang zu dem Thema zu ermöglichen.
Vier Paare
"MitoSys" schließt thematisch an das Vorgängerprogramm "MitoCheck" an, das sämtliche 22.000 Gene des Menschen in Hinblick auf ihre Beteiligung an der Mitose untersucht hat. Bei 600 Genen wurden die Forscher fündig, nun sollen die entsprechenden Proteine und ihr Zusammenwirken studiert werden. Um die Auflage bei EU-Projekten zu erfüllen, die Forschungsinhalte der Öffentlichkeit zu vermitteln, gehen die Wissenschaftler einen ungewöhnlichen Weg: in das Forschungskonsortium werden auch Künstler eingebunden.
Dazu wurden vier Wissenschaftler-Künstler-Paare gebildet. Die Teams treffen einander regelmäßig und erhalten Einblicke in die Arbeitsweise des jeweils anderen. Als Resultat dieses Austauschs entstehen vier Videos, die zur Präsentation "Meeting of Minds" zusammengefügt werden. Das Kunstprojekt wird von Marina Wallace kuratiert, die eine Professur an der University of the Arts in London innehat.
Der Keramik-Designer Rob Kesseler wird Melina Schuh begleiten, die in Cambridge an Mitose forscht. Der Choreograph Shobana Jeyasingh schaut dem Hefegenetiker Kim Nasmyth in Oxford über die Schulter. Der Zellbiologe Tony Hyman trifft auf das britische Duo Ackroyd & Harvey, deren Werke sich mit Wachstums- und Transformationsvorgängen auseinandersetzen. Und Projektleiter Jan-Michael Peters vom IMP teilt sein Forschungsthema mit den bildenden Künstlern Lucy and Jorge Orta aus Paris.
Was hält die Welt zusammen?
"Mich interessiert, welche Rolle die Kreativität in der Kunst und in der Forschung spielt und wieweit sich Künstler und Forscher in ihrem Zugang ähneln", erklärte Peters, der im Vorjahr mit dem Wittgenstein-Preis, Österreichs renommiertestem Forschungsförderungspreis, ausgezeichnet wurde. Er vermutet, "dass wir im Grunde alle von denselben Fragen getrieben sind: wie ist die Welt beschaffen, in der wir uns bewegen, und was hält sie zusammen?"
Auf Tour
Die Ergebnisse des Kunstprojekts und die Videos sollen 2015 im Rahmen einer Wanderausstellung in mehreren europäischen Städten gezeigt werden. (APA, 12.6.2012)
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