Gas-Kraftwerk Mellach geht Ende Juni in Betrieb

Probebetrieb bereits seit längerem

Graz - Die Verbundgesellschaft nimmt am Freitag, 22, Juni das Kombi-Gas-Kraftwerk Mellach offiziell in Betrieb. Inoffiziell war das Kraftwerk bereits seit längerem gelaufen und und hatte Fernwärme und Strom ins Netz gespeist. Drei Jahre lang war der Standort Mellach nach Angaben des Unternehmens Österreichs größte Kraftwerksbaustelle. Mehr als drei Mio. Arbeitsstunden seien geleistet und bis zu 1.200 Fachkräfte gleichzeitig auf der Baustelle beschäftigt gewesen. Die Gesamtinvestitionen für das Gas-Kombikraftwerk Mellach betragen rund 550 Mio. Euro.

Mit Mellach ersetzt der Verbund fünf stillgelegte Kraftwerksanlagen. Mit dem CO2-armen Energieträger Erdgas werde in der Kraft-Wärme-Kopplung Strom und gleichzeitig auch Wärme produziert, die mit etwa 130 Grad Celsius über die Fernwärmeleitung der Energie Steiermark in das Grazer Netz eingespeist werde. Mellach stellt den Ersatz für die fünf stillgelegten Kraftwerksanlagen Voitsberg, Zeltweg, St. Andrä, Pernegg und Neudorf/Werndorf 1 dar. Das neue Werk springe in der Stromerzeugung auch immer dann ein, wenn der Wind für Windkraftanlagen nicht ausreichend stark wehe oder die Sonneneinstrahlung für Solarkraftwerke zu gering sei.

Ursprünglich hätte das nach Eigenangaben momentan modernste Gas-Kombikraftwerk Europas (832 MW elektrische Nettoleistung plus 400 MW Fernwärmeauskopplung) schon vor Weihnachten 2011 den Probebetrieb aufnehmen und ans Netz gehen sollen, später war der Jänner und dann das erste Quartal 2012 genannt worden. Im Juli 2011 hatte Generalunternehmer Siemens die erste Linie "in Betrieb gesetzt", so der Verbund. Im August habe es dann "First Fire" bei der zweiten Linie geheißen. Im Verlaufe des Testbetriebs seien dann auch Schritt für Schritt Einheiten wie Druckkessel und Dampfturbinen zugeschaltet worden. Im September wurde das erste Mal Strom ins Netz gespeist. Dann aber habe sich in einem der Generatoren ein technisches Problem ergeben, worauf die Statoren (feststehende Teile des Generators, Anm.) ausgetauscht wurden. Nach Behebung der Probleme wurde erstmals im September Fernwärme ins Netz gespeist. (APA, 14.6.2012)

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