Online-Kaffeeverkauf: Der kurze Draht vom Pflücker zum Kenner

14. Juni 2012, 12:41
  • Auf Coffeecircle.com wird handverlesener Spitzenkaffee aus Äthiopien angeboten.
    vergrößern 500x332
    foto: reuters/khamis

    Auf Coffeecircle.com wird handverlesener Spitzenkaffee aus Äthiopien angeboten.

Kaffee direkt beim Anbauer in Äthiopien einkaufen, übers Internet verkaufen und damit Entwicklungsprojekte direkt finanzieren. So schließt sich für die Gründer der Plattform Coffee Circle der Kaffee-Kreislauf

Wien - Drei Beobachtungen ließen die Roland-Berger-Berater Martin Elwert, Moritz Waldstein-Warten und Robert Rudnik vor ein paar Jahren ihren Job hinwerfen: dass in Äthiopien einer der besten Kaffees angebaut wird; dass die Zahl der Kaffeekenner unter den Konsumenten wächst; dass Kaffeebauern oft keinen Zugang zu Strom, Wasser oder Bildung haben.

"Diese Faktoren wollten wir unter einen guten Hut bringen", erzählt der in Berlin lebende gebürtige Salzburger Waldstein. Herausgekommen ist coffeecircle. com, eine Online-Plattform für handverlesenen Spitzenkaffee aus Äthiopien. Ein Euro pro verkauftes Kilo fließt in Entwicklungsprojekte, die mit Herstellerkooperativen in dem afrikanischen Binnenstaat umgesetzt werden.

Die Online-Verkaufsschiene des im Dezember 2010 gestarteten Unternehmens wurde zunächst aus rein pragmatischen Gründen gewählt. Zum einen ließen sich so Zwischenhändler umgehen, die am Produkt kräftig mitschnitten, sagt Waldstein. Zum anderen sei es der einfachste Weg, um auch überregional nahe beim Kunden zu sein. Das Internet ermögliche aber auch, dass der Konsument transparent nachverfolgen könne, ob die von einem Unternehmen getätigten Versprechen auch eingehalten werden.

Der Kunde entscheidet, welches Projekt er unterstützt

Zum Beispiel sollen Bilder, Videos und Berichte auf der Plattform den Kunden nachvollziehen lassen, wo genau der von ihnen gewünschte Kaffee herkommt und unter welchen Bedingungen gepflückt wurde. Auch entscheidet der Kunde, welches der Projekte er mit dem von ihm gekauften Kaffee unterstützen möchte. Zudem informiert die zwölfköpfige Coffeecircle-Crew per E-Mail, Facebook oder Twitter über den Fortschritt der Projekte.

"Wir wollen ein neues Modell des Handels erreichen. Nicht nur Unternehmen vernetzen sich zusehends, dank des Mobilfunks auch die Erzeuger. Der Kunde soll die Möglichkeit haben selbst festzustellen, ob das Marketing mit der Wahrheit übereinstimmt", sagt Waldstein.

70 Tonnen Kaffee angepeilt
Die Idee des fairen und nachhaltigen Handels im Kaffeebereich sei zwar nicht neu. Coffee-Circle-Recherchen hätten jedoch ergeben, dass bei manchen Fairtradesiegeln beachtliche Beträge in der Verwaltung versickerten. Waldstein: "Mit unserem Ansatz ein Euro pro Kilo zurückzuführen, führen wir mehr als dreimal so viel zurück wie die bekannten Systeme des fairen Handels."

Ein Konzept, das offenbar ankommt: Zehn Tonnen Arabica-Kaffee aus Äthiopien gingen 2011 über die virtuelle Ladentheke. Für heuer rechnet Coffee Circle mit 70 Tonnen. Fünf Entwicklungsprojekte wurden im Vorjahr realisiert. (Karin Tzschentke, DER STANDARD, 15.6.2012)

 

Share if you care
Posting 1 bis 25 von 31
1 2
erst aktiv testen, dann erst evtl. Logorrhoe ausleben :)

also ich bin neugierig geworden und kauf mir mal was von Coffee Circle... das wirkt alles sehr appetitlich auf mich :)

das stolze produkt eines sandlerlabors

jungAWDler mit null ahnung von kaffee, aber der richtigen mischung aus gier, unwahrheiten, und keiner nennenswerten moralischen substanz eröffnen einen kaffeehandel.

sie sind nicht die ersten, werden leider auch nicht die letzten sein...

Hallo,
ich frage mich wirklich wie sie auf die Idee kommen unserer Idee auf diese Weise zu begegnen. Gerne können sie zur Art der Präsentation Stellung beziehen, aber ihre Art von Kritik geht klar unter die Gürtellinie und hat keinerlei Substanz.

@Kaffeeahnung: würde ich mich freuen, wenn sie diesen Blogeintrag lesen:
http://www.coffeecircle.com/blog/kaff... tung-2012/

@Gier/Unwahrheiten/moralischen Substanz: würde ich sie bitten sich dieses Projekt anzusehen aus dem letztendlich Coffee Circle entstanden ist (Projekt das ich mit meinem Bruder gegründet habe)
http://www.project-e.eu/

Ich finde es schade wenn sich Menschen so dezidiert äußern, ohne sich anscheinend tiefgehende Gedanken gemacht zu haben.

M.Waldstein

dr.oetker operiert wieder

desweiteren schreiben sie auf ihrer hp... sie rösten in hamburg.
also, rösten sie in hamburg, oder lassen sie in hamburg rösten ? ist sehr wohl ein unterschied...

und von der fraktion gäbe es noch einiges anderes...

sry, ihre ausbildung sollte gut genug sein, um sich dessen sehr wohl bewusst zu sein...

narodnaja volja vs krawattinger 4:1

tja, ich habe sämtliche fragen in vorhergehende postings bereits reingeschrieben...

ich kenne dir preise für äthiopischen rohkaffee sowohl vorort als auch in europa, da frage ich mich wie sie ein vielfaches bezahlen...
sie schreiben sie rösten nicht in äthiopien wegen dem transport. der kaffee wäre leichter, die zeit des transportes ideal zur ausgasung.

sie schreiben sie können sich keine röstmaschine leisten da diese mehrere tausend euro kostet.
bei 10t ist das im normalfall bereits weniger als ihre lohnröstkosten...

und wie thimo drews agiert, wenn er einkauft, habe ich ebenfalls hingeschrieben...

usw...

nespresso macht auch "hilfsprojekte" vor allem in kolumbien, deswegen glaube ich auch denen noch lange nicht...

Ich verstehe gar nicht warum hier im Forum so negativ über das Projekt geschrieben wird.

Ja - die jungen Unternehmer wollen in der Tat Geld mit ihrem Unternehmen machen.
Ja - die Löhne in Äthiopien sind niederig, auch wenn man weit über dem lokalen Durchschnittslohn bzw. über dem Weltmarktpreis für Kaffee bezahlt.
Nein - es handelt sich dabei um keine NGO.

Aber was ist schlecht daran? bzw. was ist schlechter daran als an dem bisherigen System großer Kaffeeröster?

dr.oetker operiert wieder

auf deren homepage werden mehrere unwahrheiten erzählt.
und das war jetzt höflich formuliert.

die sollen alle wieder AWD gschichterl verkaufen...

Kaffeegutmenschen

Leute hört auf euch wegen dem fairem Kaffee herumzustreiten. Esst kaum Fleisch und fährt kaum Auto! Und im Winter heißen Tee statt warme Wohnung!

nur lassie kannte immer den weg

mir wird immer unangenehmer bei dem gedanken, dass ich in anderen themenbereichen über kein professionelles hintergrundwissen verfüge und, naja...

wie wärs damit einfach von anfang an einen fairen preis zahlen, dann braucht es keine almosen mehr.

Guten Morgen,
entschuldigen Sie bitte die späte Antwort. Ich möchte darauf hinweisen, dass wir im ersten Schritt die Bauern weit über Weltmarktpreis bezahlen. Nach dem Verkauf kommt Ihnen noch zusätzlich 1 EUR pro Kilogramm Kaffee zu. Dies in Form von Projekten, die wir zusammen mit den Bauern festlegen. Ich hoffe damit die Situation etwas verständlicher dargestellt zu haben. M.Waldstein

Herr Waldstein,

wie viel zahlen Sie dem Bauer pro Kilo?
wo wird geröstet?

Guten Morgen Frau Nosch,

entschuldigen Sie bite die verspätete Reaktion auf Ihre Frage.
Wir zahlen den Bauern Rohkaffee-Preise, die weit über dem Weltmarktpreis liegen. Dies ist v.a. der Qualität geschuldet. Der Kaffee wird in Hamburg von Thimo Drews in der Speicherstadt Kaffeerösterei geröstet. Thimo Drews ist Gründungsmitglied der Röstergilde und einer der anerkanntesten Röstmeister Europas.
Anbei finden Sie ein Video vom Röstprozess, das sie eventuell interessieren könnte. http://vimeo.com/35891533
Beste Grüße, M.Waldstein

neue postings in hypnoversion

und noch ein detail zu dem tollen thimo drews...
die speicherstadtrösterei ist als konzept genial angelegt, umso trauriger ist es, dass er null ahnung vom rösten hat, auch nach 5 jahren... da hätte er mal seiner ex-kollegin im musterzimmer bei rothfos ein wenig aufmerksamkeit schenken sollen, die kann nämlich rösten....

desweiteren ist gerade thimo drews ein superbeispiel für aufs geld schauen. er ist einer der wenigen röstern denen es komplett egal ist, wo sie ihren rohkaffee bestellen, solange es der günstigste ist. zb. wenn er rohkaffee benötigt, darf sein angestellter eine mail an alle rohkaffeehändler schicken, und jene mit dem günstigsten angebot bekommt den zuschlag...

sie kennen sich im kaffee und mit thimo richtig gut aus...

dr.oetker operiert wieder

thimo drews, bekannt wäre richtig, nicht anerkannt.

was sind für sie weltmarktpreise in bezug auf äthiopien ? oder schreiben sie mal, wieviel sie für den sidamo bezahlt haben, und welcher grade das war. dito bei allen anderen kaffeesorten.

zur info für nichtkaffeemenschen. yirgacheffe grade 2 kostet momentan zwischen 4,9 und 7,5 euro/kg (rohkaffee), je nachdem IAC, rehm, trabocca, moplacco, etc
für spezialitäten aus äthiopien werden per kg (rohkaffee) auch schon mal 15 euro bezahlt...
also in welchem sinne haben sie ein vielfaches des weltmarktpreises bezahlt ?
sie haben 10t verkauft, und konnten sich aber nicht einen röster um gefühlte 10.000 leisten ? alleine die lohnröstkosten sollten in etwa bei diesem betrag liegen...

big bs

Warum schauen Sie nicht einfach nach, statt dümmlich provokante Fragen zu stellen?

http://www.coffeecircle.com/kaffeewis... /#roestung
http://www.coffeecircle.com/fragen/

Ich kann die Provokation in den Fragen nicht erkennen,

+ würde die Antworten auch gerne wissen.

Auf der Website habe ich keinen Einkaufspreis angeführt gefunden, nur die Info, dass drei bis viermal soviel wie der Weltmartkpreis gezahlt wird.

Ob dies durch den € 1,-extra zustande kommt oder dieser Euro zusätzlich für Projekte eingesetzt wird erschliesst sich mir auch nicht auf Anhieb!

Auch die Antwort auf die Frage wo geröstet wird, habe ich nicht gefunden. Nur warum nicht in Äthopien eröstet wird.

lassie kannte immer den weg

und genau da fängt es an...

weltmarktpreis für zb. yirgacheffe grade 2 liegt zwischen 4,5 und 7,5 euro/kg (rohkaffee, fot)

spezialitäten aus äthiopien liegen bei 15-20euro/kg und teilweise auch mehr... IAC, rehm, l & b, sandalj, merkanta, trabocca, oder auch vorort zb, kaffeekooperativen wie sidamo, oromia. desweiteren moplacco, bagersh...
und da wird jetzt ein vielfaches bezahlt, inklusive 18% röstverlust, diese tolle truppe zahlt praktisch noch etwas auf den kaffee drauf den der konsument um 21 euro kauft...

alleine die lohnröstkosten übersteigen bei 10t bereits den preis einer neuen röstmaschine... aber naja

die gesamte aufmachung etc, das ist AWD im kaffeebereich, einfach big bs

"Ich kann die Provokation in den Fragen nicht erkennen"

Hätte mich auch sehr überrascht. Der Herr Waldstein, wie Sie ihn nennen heißt nicht "Waldstein" (den respektlosen Fehler hat auch die redakteurin gemacht) sondern Waldstein-Wartenburg. Er ist auch nicht der Autor des Artikels, also ist Ihre Frage hier mehr als bloß deplaziert, sie wäre an die Redakteurin zu richten. Der Weltmarktpreis ist per heute USD (für Sie: das sind United States Dollars) 1,49 pro Pfund (für Sie: 453,59237 Gramm).

Der Herr heißt

Waldstein-WartenbErg und nicht WartenbUrg.

Wenn Sie hier also schon so aufgeblasen herumtönen, sollten Sie selbst erst einmal Namen richtig und "respektvoll" schreiben, Sie aufgeblasener Zwerg.

Jeder blamiert sich so gut er kann:-)

In diesem Falle bin ich es....

pfffh!

ich muss zugeben, ihre aufgeblasenheit amüsiert mich, herr halbgraf!

vor allem deswegen weil ich in meinen Antworten auf dieser Seite relativ un-aufgeblasen, ziemlich sachlich. daherkommen. Sehr interessant auf jeden Fall das ganze..

ich meine das subjekt mit dem nick "gerg k."

und keineswegs sie - außer natürlich, wenn sie unter beiden nicks posten...

das freut mich wiederum :)

Posting 1 bis 25 von 31
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.