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Die Entwickler von "Hitman: Absolution" nutzten Gewalt und Sexualität als Stilmittel in ihren Trailern.
vergrößern 510x340Szene aus "Far Cry 3": Der Shooter nimmt sich kein Blatt vor den Mund, zielt laut den Entwicklern aber auch klar auf ein erwachsenes Publikum ab.

Warren Spector fordert Umdenken in der Videospielindustrie.
Gewalt in Videospielen ist immer heiß diskutiert. Während manche Politiker auf härteren Jugendschutz pochen oder gar ein Verbot von gewaltvollen Games fordern, argumentiert die Industrie mit künstlerischer Freiheit. Und gewiss: Weshalb sollen nicht alle Medien egal ob Film, Literatur, Musik oder Spiel, sofern sie explizit für Erwachsene ausgeschrieben sind, auch die Abgründe des Lebens thematisieren?
Dass sich die Gaming-Branche derzeit dennoch auf immer dünneres Eis bewegt, kritisiert nun ausgerechnet einer der Koriphäen des Mediums. Warren Spector, Erfinder von Franchises wie "Wing Commander", "System Shock", "Deus Ex" oder "Thief", attestiert der Branche einen Drang in Richtung Gewaltverherrlichung.
Schauplatz E3
Spector spricht im Interview mit gameindustry international von der glamurösen Zurschaustellung von Gewaltszenen in modernen Werken. Auf der vergangenen Messe E3 in Los Angeles versuchten sich die Hersteller mit expliziten und stark stilisierten Tötungsanimationen in Trailern oder Gameplay-Demonstrationen gegenseitig zu übertrumpfen. Zumeist unter tosendem Applaus des anwesenden Fachpublikums. "Die extreme Gewalt muss gestoppt werden. Wir müssen aufhören sie zu lieben. Ich glaube keineswegs an Nachahmungstheorien, aber ich denke, dass wir aus der Gewalt einen Fetisch machen und in manchen Fällen sie mit einem pubertären Zugang zur Sexualität kombinieren. Ich denke, es ist schlicht schlechter Geschmack. Und in letzter Konsequenz wird es uns Probleme bescheren.", sagt Spector.
(Video: Kontroverser Trailer zu "Hitman: Absolution")
Schlechter als schlecht
Spector habe seinen ehemaligen Arbeitgaber Eidos 2004 verlassen, weil ihn das Gefühl ergriffen hat, von Gewaltorgien umgeben zu sein. "Wir sind zu weit gegangen. Die Blutspritzer in Zeitlupe, die Pfählungen durch tödliche Assassinen, die Messer und Elbögen in die Kehle... Auch 'Deus Ex' hatte seine Gewaltmomente, doch sie waren designt, um Unwohlsein hervorzurufen und ich sehe nicht, dass das heute passiert.", kritisiert der Entwickler. "Ich denke, dass wir damit nur eine pubertäre Geisteshaltung ansprechen und es 'erwachsen' nennen. Es ist Zeit, damit aufzuhören."
Wandel
Spector selbst hat sich vor einigen Jahren bereits von der Kreierung gewaltvoller Inhalte abgewandt. 2010 brachte er unter Disney Interactive den Platformer "Epic Mickey" heraus, dieses Jahr folgt der zweite Teil.
Dass Gewalt in Spielen auch eine Abschreckende Wirkung haben kann, versuchen die Entwickler von Naughty Dog mit dem Survival-Drama "The Last of Us" unter Beweis zu stellen. Konfilkte werden hier als dramatische Kämpfe ums Überleben inszeniert. Der Spieler steht unter Anspannung und sucht nicht den offenen Schlagabtausch. Gewalt als integralen Bestandteil der Erzählung nutzen auch die Autoren des 2013 erscheinenden "Tomb Raider". Hier werden traumatische Erlebnisse thematisiert, um die "menschlichere" Seite der Protagonistin Lara Croft herauszustreichen. (zw, derStandard.at, 14.6.2012)
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viele jugendliche (v.a. männliche) wachsen mit unbeschränktem zugang zu hardcore pron und gewaltverherrlichenden spielen auf. und bei aller vernunft kann man von jugendlichen nicht verlangen, dass sie ihr internes belohnungssystem ignorieren, dass auf so einen schund mit kurzfristiger befriedigung reagiert.
und dann tun viele so, als könnten sie mit sicherheit feststellen, dass das keine spuren in der psyche hinterlässt.
ja, freilich.
kann dem leider nur beipflichten obwohl bei mir die grenzen anders gesetzt sind. ich bin jetzt 27 und spiele seit dem ich zehn bin (mein erstes gruselspiel nannte sich glaub ich korridor 17 oder so, doom änhlich) ich hab so auch viel gespielt auch wenn nie hardcore. was bei mir jedoch einen großen psychischen fussabdruck hinterließ (im gegensatz zu den spielen), waren filme wie der weiße hai oder auch andere horrorfilme die ich zur damaligen zeit nicht verkraften/verarbeiten konnte.teilweise bis heute nicht... auch vorne dabei (und das bis heute) die nachrichten. gewalt ist in unserer generation anscheinend allgegenwärtig obwohl wir ihr kaum in "echt" ausgesetzt sind....irgendwie dann schon etwas, worüber man nachdenken kann/sollte
geht mir genauso. die vielen blutspuren in wohnungen nach ermordungen wurden in der ZIB gesendet. bestimmte werde ich nie vergessen.
ebensowenig die erschossenen opfer zb in syrien.
ich sehe da ein viel größeres problem, denn das IST REAL. es sind menschen wie wir die da geschlachtet wurden. da beschwert sich kaum einer aber diese bösen bösen pc spiele....
PC-spiele sind wohl nur für wenige real...ganz besonders tote zombies sind mir da ziemlich egal.
also ich hab weder bei mir, noch bei leuten aus meinem freundeskreis psychische störungen feststellen können, und ich hab immerhin mit 12 mein erstes spiel ab 18 (gta 3) gespielt.
und für die kontrollen sind die eltern zuständig. wenn es diese aber nicht interessiert, was ihre kinder spielen oder im internet herumsurfen, kann man als industrie nichts dagegen tun.
1. du stellst fest, dass sich alle "normal" verhalten? das kann auch bedeuten, dass die normalität sich verschiebt.
2. muss man keine klinische psychische störung davontragen, es gibt auch kleinere schäden innerhalb des normbereichs. ich glaub ja auch nicht dass man vom youporn-schaun psychisch gestört wird, aber wer 100e pornos gesehen hat bevor er das erste mal selber schnackselt wird nicht den allernatürlichsten zugang zu sexualität bekommen.
3. reale gewalt spielt im leben vieler jugendlicher eine große rolle, anderswo sicher noch mehr als bei uns. ich wäre also als wohlbehütetes österreichisches mittelstandskind etwas vorsichtiger mit solchen extrapolierungen.
...weshalb ich die roten Stricherl erst recht nicht verstehe. Vielleicht hat sich jemand persönlich angegriffen gefühlt :P
Eine gewisse Blindheit möchte ich da fast, zumindest, einem Teil der Bevölkerung nachsagen. Wer nicht wahrhaben will, dass, nicht nur Kinder, sondern ein jeder von uns, von Tag zu Tag mit immer mehr Sex und Gewalt, sei es in der Werbung, im Internet oder Unterhaltungsmedien, konfrontiert wird, der verschließt sich vor der Realität.
Bitte nicht falsch verstehen, ich spiele ebenfalls 18er Titel schon weit länger als es mein Alter erlaubt ^^
Dennoch, oder gerade deshalb kommt es mir vor als würde explizite Gewaltdarstellung immer öfter nur noch wegen höherer Absatzzahlen eingebaut.
ich gehe davon aus, dass es einen effekt gibt. erstens aus vorsicht, und 2. weil es der allgemeinen lebenserfahrung entspricht, dass das umfeld die psyche prägt.
viele befürworter von gewaltspielen sind davon überzeugt, dass es keinen gibt.
jetzt dürfen sie sich gerne aussuchen, wer sich den link zu herzen nehmen soll, aber gehens halt nicht zwingend davon aus, dass das jemanden interessiert. mit reiner logik ist die frage ohnehin nicht zu entscheiden.
"mit reiner logik ist die frage ohnehin nicht zu entscheiden."
Für korrekte Schlussfolgerungen bedarf es der Logik, sonst wird man nicht sehr weit kommen. Aber Sie geben es ja wenigstens zu:"Vorsicht", Bauchgefühl, sonst nichts.
An Homöopathie glauben Sie auch, ja? Aus dem Eck hört man nämlich genau die gleichen "Argumente".
Wenn Sie schon mit der "allgemeinen Lebenserfahrung" anfangen: Comics, Metal-/Rockmusik, Zombiefilme, "Video Nasties", Killerspiele 1 (Laserdome, Paintball usw.), Killerspiele 2 (FPS)...
Moralpanik nach Moralpanik, immer und immer wieder.
Ist vielleicht einmal Schluss?
Ich wüsste im Übrigen gerne, auf welches "Früher" sich die heutige "Früher war alles besser" Fraktion eigentlich bezieht.
logik ist notwendig, aber nicht hinreichend. und wenn wir schon beim homöopathie-vergleich sind: die homöopathen behaupten nicht messbare physikalische effekte, die wissenschaft geht im gegensatz dazu von psychologischen effekten wie plazeboeffekt aus. dummerweise ist dieser bereich nur sehr schwer zu erforschen, daher ist vieles unklar.
genauso wie bei den gewaltspielen.
Ach, schon wieder diese öde Killerspiele Moralpanik!
Das mit dem "pubertären Zugang zur Sexualität" sehe ich aber auch so.
Das ist ja die eigentliche Tragik am neuen Hitman: das Anbiedern an die präpubertäre CoD-Fanbase die natürlich nicht mehr die Geduld für echtes Stealth-Gameplay hat.
Da darf keine Sekunde Ruhe sein, so wie auf MTV, da muss man die Aufmerksamkeit mit Blut, Brüsten und Ballern aufrecht erhalten.
"Auch 'Deus Ex' hatte seine Gewaltmomente, doch sie waren designt, um Unwohlsein hervorzurufen" - stimmt, da blieb mir vor allem diese Szene in Erinnerung:
http://www.youtube.com/watch?v=7thlKJaC-Fs
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