Voodoo-Kampagne von bet-at-home.com vom Werberat gerügt

  • Die Voodoo-Puppe bringt Arbeit für den Werberat: Mehr als 70 Beschwerden gingen dazu ein. Das Gremium fordert das Unternehmen auf, künftig sensibler vorzugehen.
    foto: bet-at-home.com/gantnerundenzi

    Die Voodoo-Puppe bringt Arbeit für den Werberat: Mehr als 70 Beschwerden gingen dazu ein. Das Gremium fordert das Unternehmen auf, künftig sensibler vorzugehen.

Gremium fordert auf, künftig vor allem mit dem Thema "Gewalt" sensibler umzugehen - Ein Stopp der Kampagne wurde nicht ausgesprochen - Rassismus konnte der Werberat nicht erkennen

bet-at-home.com sorgt mit seiner aktuellen Kampagne zur Fußball-EM von gantnerundenzi wieder einmal für Aufregung. Im TV-Spot und auf Plakaten zaubert dort ein Fußballfan mittels Voodoo-Puppe von zu Hause aus sein Wunschergebnis herbei. Mehr als 70 Beschwerden gingen dazu beim Werberat ein.

Sensibler vorgehen

Der Österreichische Werberat hat eine Entscheidung zur Voodoo-Kampagne getroffen und spricht "eine Aufforderung zur Sensibilisierung bzw. eine Aufforderung in Zukunft bei der Gestaltung von Werbemaßnahmen oder einzelner Sujets sensibler vorzugehen" aus. 

Eine Vielzahl der befragten Werberäte hätte die Kampagne vor allem im Hinblick auf Artikel 1.3. "Gewalt" des Selbstbeschränkungskodex der Österreichischen Werbewirtschaft als nicht sensibel genug einstuft, heißt es in der Begründung. 

Kein Rassismus

Auch in Hinblick auf den auf Artikel 1.2. "Ethik & Moral" wird die Kampagne als "problematisch" gesehen. Die Verletzung einer anderen Person (wenn auch nur indirekt) entspreche "nicht einem wertschätzenden Umgang in der Gesellschaft", ist in der Entscheidung zu lesen. Rassismus konnten die Werberäte nicht erkennen, dieser Vorwurf wurde "seitens der Werberäte nicht bestätigt".

Keine Aufforderung zum Stopp

Zu einem Stopp der Kampagne hat der Werberat nicht aufgerufen, das Gremium weist in seiner Entscheidung aber darauf hin, dass "sich eine nicht unerhebliche Anzahl der Werberäte für eine Aufforderung zum sofortigen Stopp der Werbemaßnahme ausgesprochen hat." Die Geschäftsstelle des Werberats rate, bei künftigen Werbemaßnahmen vor allem mit dem Thema "Gewalt" sensibler umzugehen. 

Die Entscheidung des Werberats in diesem Fall sorgt für Missmut. So meint etwa ein Beschwerdeführer: "Ich kann nur sagen: Ich bin entsetzt über diese windelweiche Entscheidung des Werberats. Sie geht nämlich in ihrer Schärfe (wenn man das überhaupt so nennen kann) genau so weit, dass sie für nichts und niemanden Konsequenzen hat." (red, derStandard.at, 14.6.2012)

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