Billigflieger expandieren

23. Juni 2003, 18:58
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Hapag-Lloyd Express und Germanwings errichten weitere Flugbasis

Hannover - Die beiden größten deutschen Billigflieger, Germanwings und Hapag-Lloyd Express (HLX), drücken nach einer kurzen Phase des Abwartens bei ihren Expansionsplänen wieder aufs Tempo. Nach der zum Touristikkonzern TUI gehörenden HLX verkündete nun auch die Lufthansa-Beteiligung Germanwings, sie arbeite an einer weiteren Flugbasis.

Zur Wintersaison solle neben dem bisherigen Standbein Köln/Bonn ein zweiter Flughafen als Start- und Landebasis in Deutschland dienen. Die Pläne waren im Frühjahr während des Irakkrieges gestoppt worden. Angesichts steigender Buchungszahlen in den vergangenen Monaten werde jetzt daran weitergearbeitet. "Die Überlegungen sind inzwischen weit fortgeschritten. Wir rechnen Ende des Sommers mit einer Entscheidung", sagte Sprecher Heinz-Joachim Schöttes.

1,7 Millionen Buchungen

Infrage kämen Berlin, Nürnberg, Hamburg, Stuttgart oder auch Zürich in der angrenzenden Schweiz. Germanwings als Tochter der Fluglinie Eurowings, an der Lufthansa 25 Prozent hält, verzeichnet seit dem Start im Oktober 2002 mit insgesamt neun Flugzeugen von Köln/Bonn aus mittlerweile 1,7 Millionen Buchungen. Anders als die traditionellen Fluggesellschaften wie etwa die Lufthansa habe Germanwings wie auch andere Billigflieger während des Irakkrieges kaum Einbußen verzeichnet.

Mittlerweile zögen die Buchungen stark an, sagte Schöttes. "Wenn wir also wie geplant weiterwachsen wollen, müssen wir in ein weiteres Einzugsgebiet gehen." Bei Hapag-Lloyd Express soll in den nächsten Wochen bereits die Entscheidung über eine dritte Basis, voraussichtlich im Südwesten Deutschlands, fallen. (DER STANDARD Print-Ausgabe, 24.6.2003)

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