Pünktlich mehr Sicherheit

23. Juni 2003, 19:05
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Das Grundprinzip ist weltweit das gleiche: Wer die Verkehrsregeln verletzt und erwischt wird, bekommt neben einer Geldstrafe auch Punkte. Die Systeme differieren nur in Details. Wichtigste Unterscheidungen sind die Zahl der Gesamtpunkte, die für einen Entzug der Fahrerlaubnis erreicht werden muss, und der Zeitraum, wie lange erworbene Punkte in den Verkehrssünderkarteien erhalten bleiben.

Für schwere Delikte

Wie das System in Österreich aussehen wird, steht noch nicht genau fest. Punkte soll es aber in jedem Fall für schwere, gemeingefährdende Delikte wie Alkohol am Steuer, Drängeln im Tunnel, mehrmaliges Rasen und Geisterfahren geben. Angelehnt wird das österreichische Modell wahrscheinlich an das deutsche, was Abmahnungen bei einer gewissen Punktegrenze sowie verpflichtende Nachschulungen bei der nächsten Schwelle bedeutet.

Im Jahr 1997 stellte der damalige Verkehrsminister Caspar Einem (SPÖ) den Entwurf eines Punktekataloges vor. Eins, zwei oder vier "Bummerln" je nach Delikt waren geplant. Bei acht Punkten war ein Fahrtraining und die Löschung von drei Punkten vorgesehen, hätte man zwölf Punkte erreicht, wäre der rosa Schein weg gewesen.


Meist zwölf Punkte

In den meisten anderen EU-Staaten mit diesem System liegt die Grenze zwischen Motorisierung und Fußmarsch ebenfalls bei zwölf Punkten, nur in Deutschland kann man 18 Punkte ansammeln. Dafür hat man in unserem Nachbarland aber auch mehr Chancen dafür: Rund 200 Delikte sind dort punktwürdig.

Zum Vergleich: In der Republik Irland, die das Punktesammeln im vergangenen November per Gesetz eingeführt hat, gibt es 66 so genannte "driving offences". Das System wird allerdings laufend erweitert, berichten die dortigen Medien. (moe/DER STANDARD, Printausgabe, 24.6.2003)

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