Haider: "Moralisch nicht in Ordnung"

23. Juni 2003, 18:37
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Kärntner Landeshauptmann will dem Finanzminister "keine Prügel nachschmeißen": "Der gehört jetzt der ÖVP"

Wien - Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider (F) hält die Causa Grasser für "moralisch nicht in Ordnung". In der "Presse" (Dienstag-Ausgabe) sagt Haider, ein Finanzminister dürfe sich alles leisten, "nur darf er nicht den Eindruck erwecken, dass er käuflich oder beeinflussbar ist von irgendwelchen Lobbyistengruppen. Und daher muss er schauen, dass er das möglichst rasch bereinigt und gegebenenfalls auch zurück zahlt. Da hat er zumindest das Unrechtmäßige seines Handelns eingesehen". Im "Kurier" meint Haider, "so weit mir bekannt ist, wird es schwer argumentierbar sein, dass es keine Steuerverkürzung gewesen ist".

"Der gehört jetzt der ÖVP"

Die Frage sei nur, "ob es dem Verein zuzurechnen ist oder dem Begünstigten". Das müssten aber die Behörden klären. Er sinne jedenfalls nicht auf Revanche gegen Grasser. Er wolle dem Finanzminister keine Prügel nachschmeißen. "Der gehört jetzt der ÖVP - da sollen die sich damit auseinander setzen", so Haider im "Kurier".

"Persönliche Selbstüberschätzung"

In der "Presse" rät Haider dem Finanzminister zur "Flucht nach vorne". Rechtlich würde wahrscheinlich nichts hängen bleiben, "wenn man sagt, er hat tätige Reue geübt. Dafür hat die Bevölkerung auch Verständnis". Er finde es jedenfalls "schade, dass jemand aus persönlicher Selbstüberschätzung sich auf dieses Terrain begeben hat". (APA)

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    Haider über Grasser: "schade, dass jemand aus persönlicher Selbstüberschätzung sich auf dieses Terrain begeben hat"

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