"Freie Märkte und Handel lehren Freiheit"

23. Juni 2003, 18:16
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Jordanien: Weltwirtschaftsforum abgeschlossen – Das Kapital als "furchtsame Kuh" - mit Kommentar

Am dritten und letzten Tag des World Economic Forum am Toten Meer in Jordanien gehörte das Plenum fast ausschließlich den Wirtschaftsleuten. US-Außenminister Colin Powell hatte am Vortag bereits die Tonart vorgegeben, als er Präsident George Bushs Reformagenda für den Nahen Osten stark wirtschaftlich definiert hatte: "Freie Märkte und Handel helfen, die Armut zu besiegen, und lehren Männer und Frauen die Gewohnheiten der Freiheit", sagte er.

Powell und nach ihm auch der US-Handelsbeauftragte Robert Zoellick nannten Jordanien als leuchtendes Beispiel dafür, was ein Freihandelsabkommen mit den USA einem Land bringen könne – laut Powell eine Vervielfachung der Exporte in die USA und 30.000 neue Arbeitsplätze. Ausländische Investitionen im großen Stil blieben allerdings weiter aus. "Das Kapital ist eine Kuh", sagte Zoellick und sprach damit das größte Problem der Region an, "sie geht nirgends hin, wo sie sich fürchtet."

Jordaniens Tourismus liegt seit der 2000 ausgebrochenen Intifada am Boden, nun hat das Land auch noch mit dem Ausfall des ihm zuvor zu Sonderpreisen gelieferten irakischen Öls zu kämpfen. Das Engagement der USA für Jordanien auf dem Gipfel hatte manchmal Danksagungscharakter für Dienste während der Irakkrise. (DER STANDARD, Printausgabe, 24.6.2003)

Gudrun Harrer aus Amman

Kommentar

Reiseziel unbekannt
Nach dem Irakkrieg zeigen sich die USA im Nahen Osten gestaltungswillig - von Gudrun Harrer

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