Fall Omofuma: Lebensgefährtin sagte aus

23. Juni 2003, 18:20
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Klage gegen Staat Österreich lautet über Unterhalt und Entschädigung für das Kind

Wien - In einem Zivilgerichtsverfahren sagten am Montag Nachmittag die Tochter und die ehemalige Lebensgefährtin des zu Tode gekommenen Schubhäftlings Markus Omofuma in Wien aus. Bei dem Verfahren ging es um eine Klage gegen die Republik Österreich über Unterhalt sowie Schmerzensgeld bzw. Entschädigung für Franziska Mahou (7). Eine Entscheidung steht noch aus. Das Verfahren wurde auf unbestimmte Zeit vertagt.

Zunächst muss noch auf ein Gutachten des Psychiater Max Friedrich gewartet werden. Erst sagte die ehemalige Lebensgefährtin Ines Mahou (35) vor Richter Peter Nedwed aus, dann wurde Franziska vom Psychiater Friedrich im Beisein der Mutter in einem Extrazimmer befragt.

50.000 Euro Schmerzensgeld

Der Rechtsvertreter des Mädchens, Georg Zanger, forderte für die in Deutschland lebende Tochter des am 1. Mai 1999 bei seinem Abschiebeflug umgekommenen Nigerianers Schmerzensgeld in der Höhe von 50.000 Euro sowie einen monatlichen Unterhalt von 180 Euro, was dem Mindestunterhalt in Österreich entspricht.

Bei der Einvernahme von Ines Mahou wurde geklärt, wie intensiv der Kontakt zwischen Omofuma und seiner Tochter war und ob er Unterhalt gezahlt hatte. Dabei bestätigte die ehemalige Freundin des Nigerianers, dass sie eine Lebensgemeinschaft führten. "Entweder wohnte Markus bei uns oder wir besuchten ihn für ein paar Tage im Asylheim", sagte die in Eisenberg in Deutschland lebende Frau.

Regelmäßig Unterhalt gezahlt

Außerdem habe Omofuma regelmäßig Unterhalt gezahlt. "Die Höhe der Beträge war aber unterschiedlich. Je nachdem, ob er etwas gearbeitet hatte oder nicht." Das Geld in der Höhe zwischen 250 und 400 DM (zwischen 127,8 Euro und 205 Euro) gab Omofuma zunächst Ines Mahou persönlich, als die Beziehung zu Ende ging, schickte er den Unterhalt mit Briefen. "Er hat Franziska auch immer Geschenke und Spielzeug mitgebracht", sagte die Kindesmutter.

Verzicht auf Vernahme des Kindes

"Normalerweise müssen Kläger vernommen werden", sagte Zanger im APA-Gespräch. Dieses Mal verzichtete der Wiener Anwalt jedoch aus Rücksicht auf das Kind. Psychiater Friedrich nahm deshalb nur eine Befundaufnahme auf. "Ich finde es völlig sinnlos, ein Kind über seine Wahrnehmung zu befragen, die es mit 3,5 Jahren gemacht hat. Kinder tun sich meistens schwer bis zu einem Alter von vier Jahren, eigens erlebte Sachen wieder zu erzählen", erklärte Zanger. (APA)

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    Die dreieinhalbjährige Tochter Franziska des Nigerianers Markus Omofuma, der bei seiner Abschiebung verstarb, an der Hand ihrer Mutter vor zwei Jahren am Flughafen Schwechat.

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