Arnie ante portas: Kaliforniens Gouverneur in Bedrängnis

23. Juni 2003, 17:31
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Arnold Schwarzenegger hat gute Chancen auf das Gouverneursamt in Kalifornien

"Wenn mich der Staat braucht und ich glaube, dass es niemanden Besseren gibt, werde ich kandidieren", meint der "Terminator": Arnold Schwarzenegger hat gute Chancen auf das Gouverneursamt in Kalifornien bekommen.

Bis vor kurzem nahmen die Demokraten in Kalifornien die Möglichkeit der Abberufung von Gouverneur Gray Davis nicht besonders ernst: Bisher gab es immerhin bereits 31 vergebliche Versuche, den jeweiligen Gouverneur mittels einer in der kalifornischen Verfassung verankerten Unterschriftenaktion seines Amtes zu entheben.

Dieses Mal besteht jedoch für Davis, dessen Popularität seit seiner Wiederwahl im vergangenen November auf verheerende 21 Prozent gesunken ist, eine ernsthafte Abberufungsgefahr – mehr als die Hälfte der Wähler würden eine solche befürworten. Davis wird vorgeworfen, das Ausmaß der Finanzkrise in Kalifornien verschwiegen zu haben – dem Bundesstaat drohen Budgetkürzungen von insgesamt 38 Milliarden Dollar. Dazu kommt, dass die Bemühungen zu seiner Abberufung von einer von Multimillionär Darrell Issa mit bisher 700.000 Dollar finanzierten Organisation ("Rettet Kalifornien") geleitet werden. Angeblich gibt es bereits 800.000 der zur Abberufung notwendigen 900.000 Unterschriften.

Issa, ein Republikaner, hat selbst Ambitionen auf den Sitz des Gouverneurs bei der Abstimmung, die möglicherweise schon diesen Herbst stattfinden könnte. Abberufung und Neuwahl finden auf dem gleichen Stimmzettel statt – und für die Wahl eines neuen Gouverneurs genügt eine bloße Stimmenmehrheit.

Das bedeutet, dass sogar ein Kandidat mit einer äußerst geringen Prozentzahl gewinnen könnte. Die Abberufung des eher langweilig wirkenden Gray mag Issa zwar gelingen, es ist jedoch keineswegs sicher, dass er danach von den Republikanern aufgestellt wird. Es bietet sich nämlich ein anderer populärer Kandidat an: Filmstar Arnold Schwarzenegger, der sich bereits bei den Wahlen 2002 mit politischen Plänen ins Gerede gebracht hat. Der Republikaner Schwarzenegger – mit der aus dem demokratischen Kennedy-Clan stammenden Maria Shriver verheiratet – hat mehrmals angedeutet, für den Posten des kalifornischen Gouverneurs zur Verfügung stehen zu wollen, hatte jedoch nicht damit gerechnet, dass seine Chance nahezu drei Jahre vor den nächsten Gouverneurswahlen kommen würde. "Wenn mich der Staat braucht und ich glaube, dass es niemanden Besseren gibt, werde ich kandidieren", verkündete der "Terminator" in Esquire. Auch die Demokraten erwägen ein Worst-Case-Szenario – Gerüchten zufolge soll die populäre Senatorin Dianne Feinstein im Notfall für Gray Davis einspringen. Bisher hat Feinstein jedoch abgewinkt. (DER STANDARD, Printausgabe 24.6.2003)

Susi Schneider aus New York
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    Filmstar Arnold Schwarzenegger kandidiert für den kalifornischen Gouverneursposten.

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