Hewitt sensationell ausgeschieden

24. Juni 2003, 19:40
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Nach 6:1,6:7,3:6,4:6 gegen Qualifikant Karlovic als erster Titelverteidiger der Offenen Ära zum Auftakt gescheitert

London - Mit einer Riesen-Sensation haben am Montag die 117. All England Championships begonnen. Lleyton Hewitt scheiterte in London als erster Titelverteidiger in der Geschichte des Profitennis durch ein 6:1,6:7 (5/7),3:6,4:6 gegen den kroatischen Qualifikanten Ivo Karlovic in der ersten Runde. Der 24-Jährige aus Zagreb spielt an der Church Road sein erstes Grand-Slam-Turnier überhaupt.

Ein Schock für die Fachwelt

"Das ist ein Schock", sagte Ex-Champion John McEnroe. "Ich hätte in meinen kühnsten Träumen nicht erwartet, dass hier auf dem Center Court ein Qualifikant den Champion schlägt." McEnroe war nicht der einzige, der dieses Ergebnis fassungslos zur Kenntnis nahm. Erstmals in der Profi-Ära ist der Titelverteidiger schon in der Startrunde gescheitert. Erst ein Mal hatte es das zuvor in der 126-jährigen Wimbledon-Geschichte gegeben, nämlich 1967, als Manuel Santana gegen Charlie Pasarell in Runde eins verlor.

Am Anfang war alles standesgemäß

Dabei schien es zu Beginn für Hewitt ganz glatt zu laufen. Nach nur 19 Minuten hatte er den ersten Satz in der Tasche. Aber dann warf Karlovic alles nach vorne, griff jedes Service-Game des Weltranglisten-Zweiten an und war dank seiner enormen Größe beim eigenen Aufschlag meist ungefährdet.

Starke Nerven beim Qualifikanten

Als sich der Kroate den zweiten Satz im Tiebreak gesichert hatte, wirkte Hewitt gebrochen. Karlovic hingegen wurde immer selbstsicherer und verlor auch die Nerven nicht, als es im vierten Satz noch einmal eng wurde. Mit Hilfe von 18 Assen ging er nach 2:24 Stunden als Sensationssieger vom Platz. "Ich bin jetzt einfach nur enttäuscht. Wenn ich etwas klarer bin im Kopf muss ich herausfinden, was schief gelaufen ist", meinte Hewitt.

Fassungloser Debütant

Was die Niederlage Hewitts noch sensationeller macht ist, dass Karlovic nur die Nummer 203 der Weltrangliste ist und nach zehn Niederlagen in der Qualifikation erstmals bei einem Grand Slam im Hauptbewerb stand. Der ehemalige Schützling des Österreichers Gilbert Schaller, der als eher schüchtern gilt, rang sichtlich um Fassung.

Ivanisevic das Idol

"Am Anfang hatte ich regelrecht Angst. Aber im dritten Satz wurde mir klar, dass ich das Match gewinnen kann", gestand Karlovic." Klar ist, wer für den "neuen Ivanisevic" Vorbild ist: "Goran war immer mein Idol", so der Hüne über seinen Landsmann und Wimbledon-Sieger von 2001, Goran Ivanisevic.

Andere Favoriten ohne Probleme

Leicht und locker setzte sich Vorjahres-Finalistin Venus Williams (4) durch. Auch Andy Roddick (Nummer 5) - in drei Sätzen gegen den Italiener Davide Sanguinetti - den nicht nur dessen amerikanische Landsleute als legitimen Nachfolger des siebenfachen Wimbledon-Champions Pete Sampras sehen. Venus Williams fertigte die slowakisch Qualifikantin Stanislava Hrozenska mit 6:2,6:2 ab. Mehr Mühe hatte die als Nummer fünf gesetzte Lindsay Davenport beim 7:6,7:5 gegen die australische Wild-Card-Spielerin Samantha Stosur. (APA/Reuters/dpa)

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    In Sachen Reichweite lagen die Vorteile eindeutig bei Ivo Karlovic.

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