Neue Siemens-Software verwaltet alle Kommunikationskanäle

23. Juni 2003, 14:48
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OpenScape für Telefonanlagen in Unternehmen - Unter Windows 2003 ab Herbst

Siemens arbeitet derzeit an einer Software namens "OpenScape", die zum Kommunikationsmanager in Unternehmen werden soll. Herbert Götz, Leiter des Bereichs Information and Communication Networks (ICN) der Siemens AG Österreich, stellt die Pläne für die im Herbst oder Winter auf den Markt kommende Applikation in einem Pressegespräch, heute, Montag, in Wien vor. "Die Vielfalt der Kommunikationskanäle wie Telefon, E-Mail, Handy, SMS und Fax macht uns manchmal mehr Arbeit, als sie uns bringen", meinte Götz.

Verwunderung

"Wir haben uns gefragt, warum die Kunden VoIP (Voice over IP) nicht so annehmen, wie wir. Aber es war den Leuten einfach egal, wo sie ihre Telefone anstecken.", berichtete der Siemens-Manager über den aus Sicht vieler Anwender bislang fehlenden Zusatznutzen der paketorientierten Sprachvermittlung. Bei Neuerrichtungen von Telefonanlagen sei der Schritt zur LAN-Telefonie naheliegend und führe zu einem schnellen Return on Investment. Wenn es aber um dem aktiven Ersatz herkömmlicher Anlagen gehe, mache "VoIP dann Sinn, wenn es mehrere Kommunikationskanäle kombiniert." Genau das will Siemens nun mit OpenSpace ermöglichen. Die derzeit als Beta-Version bei (ungenannten) Friendly Customers m Einsatz befindliche Software soll Communication Broker, eine Applikation für Zusammenarbeit in Arbeitsgruppen sowie ein Tool für "persönliche Produktivität" in einem werden.

Möglichkeiten

Der einzelne User hat auf seinem Bildschirm ein persönliches Kommunikationsportal. "Jedem Kommunikationspartner geben Sie einen anderen Freiraum", erklärt Götz, "In der 'Buddy List' legen Sie bei ihren typischen Kontakten fest, wann diese Sie erreichen können, ob diese auf Ihren Kalender oder Ihre Mailbox zugreifen dürfen, etc." Das System weiß, wie der einzelne User gerade erreichbar ist - und ob der zu diesem Anwender Kontaktsuchende berechtigt ist, über diesen Kommunikationskanal Verbindung aufzunehmen. Das mühsame und oft für beide Seiten verwirrende abklappern verschiedener Kommunikationsmedien soll nach den Vorstellung von Siemens damit der Vergangenheit angehören. Mehrfache vergebliche Versuche zur Kontaktaufnahme kosten Zeit und Geld - und hier sollen Einsparungen durch OpenScape möglich werden. Eines wird nicht verschwiegen: "Jeder muss diszipliniert mitmachen, damit es funktioniert."

Einzelteile

Das als offene Plattform auch für Zusatzmodule anderer Softwarehersteller vorbereitete Programm ist Bestandteil der HiPath-Architektur von Siemens, arbeitet aber auch unabhängig von Siemens-Produkten und unterstützt zukünftig den Windows-Server 2003 und die Greenwich-Plattform von Microsoft. Spätere Versionen werden auch unter anderen Betriebssystemen laufen. Wie im Software-Bereich üblich werden Lizenzkosten pro Arbeitsplatz anfallen, genaue Zahlen wollte sich Götz heute jedoch nicht entlocken lassen. Nur so viel: "Wir werden den Beweis erbringen müssen, dass sich die Arbeitsabläufe (durch OpenScape) dramatisch verbessern." (pte)

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