Publikumsrat für Volksgruppen-Pläne

23. Juni 2003, 14:34
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Acht Stunden Programm täglich für Kärntner Privatsender geplant, dafür weniger Slowenisch in Radio Kärnten - Lindner: Voraussetzung sei die Erhöhung der Programmentgelte um 8,2 Prozent

Die Pläne für die zukünftige Kooperation des ORF mit den privaten Volksgruppenradios sind weit gediehen. "In Kärnten denken wir an eine vom ORF gestaltete achtstündige Programmfläche", sagte ORF-Generaldirektorin Monika Lindner am Montag bei der Sitzung des ORF-Publikumsrats. Voraussetzung ist freilich die Erhöhung der ORF-Programmentgelte um 8,2 Prozent. Wird der ORF so bei Radio dva auf Sendung gehen, wird allerdings das slowenischsprachige Programm auf Radio Kärnten "weniger", so Lindner.

2,5 Millionen für Volksgruppenprogramm

Die Volksgruppen-Leiste im Vorabend werde zum Privaten übersiedeln, bestätigte sie entsprechende Fragen aus dem Publikumsrat. Die wöchentlichen Magazine, sowohl im Radio als auch im Fernsehen, seien "sichergestellt". Von den zusätzlichen über 30 Millionen Euro, die der ORF von der geplanten Gebührenerhöhung im kommenden Jahr lukrieren kann, will man insgesamt 2,5 Mio. Euro für Volksgruppenprogramm aufwenden. Im ORF-Gesetz wird dem ORF die Möglichkeit eingeräumt, seinen Volksgruppenauftrag auch in Kooperation mit privaten Veranstaltern zu erfüllen.

Programmzulieferung

Der ORF hatte Radio dva bis Ende des Vorjahres finanziell unterstützt, diese Förderungen dann aber aus Spargründen eingestellt. Zuvor hatte die Bundesregierung ihre Subventionen gestrichen (etat.at berichtete). Nun werde es um Programmzulieferung des ORF gehen, wurde am Montag bekräftigt. Es sei "selbstverständlich", dass es auch für die Volksgruppen im Burgenland ein vergleichbares Angebot geben müsse, sagte Lindner weiter. Hier werde man "alle Mittel ausschöpfen", die Gespräche seien auf einem "guten Weg".

Reginald Vospernik als Vertreter der Volksgruppen zeigte sich erfreut darüber, dass ein solches Volksgruppenprogramm zu realisieren sei, und kündigte denn auch seine Zustimmung zur Gebührenerhöhung an. Ein Mitglied des Publikumsrats wies indes darauf hin, dass die private Kärntner Radiolizenz eine geringere technische Reichweite habe als das ORF-Radio Kärnten. (APA)

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