Arafat: Israel torpediert Nahost-Fahrplan

23. Juni 2003, 13:25
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Innerpalästinensische Gespräche über Waffenruhe gehen weiter

Ramallah - Der palästinensische Präsident Yasser Arafat hat Israel vorgeworfen, den internationalen Friedens-Fahrplan (Roadmap) zu torpedieren. Die neuerlichen israelischen Angriffe im Gaza-Streifen würden zeigen, dass die israelische Führung darauf aus sei, den Friedensprozess zunichte zu machen, sagte Arafat am Montag in Ramallah nach einer Unterredung mit dem britischen Generalkonsul in Jerusalem, Jeffrey Adam. Die palästinensische Seite würde dennoch an den Sicherheitsgesprächen mit Israel festhalten. Die innerpalästinensischen Gespräche über einen Gewaltverzicht gingen weiter. "Ich hoffe, sie werden zu einem Ergebnis führen", sagte Arafat.

Israelische Panzer sind in die Ortschaft Karara in der Mitte des Gaza-Streifens vorgestoßen. Der israelische Generalstabschef Generalleutnant Moshe Yaalon räumte unterdessen vor Wirtschaftsvertretern erstmals ein, dass die Streitkräfte vorübergehend die Ermordung des palästinensischen Präsidenten in Betracht gezogen haben. US-Außenminister Colin Powell sagte der israelischen Tageszeitung "Maariv" (Montag-Ausgabe), er sei "enttäuscht von der langsamen Umsetzung des Friedensfahrplans". Es verblieben noch etwa zwei Wochen zur Rettung des Plans, sagte Powell nach Angaben des Blattes. Die kommenden Tage seien daher von "kritischer Bedeutung".(APA/AP)

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