Sri Lanka: Waffenstillstand gebrochen

23. Juni 2003, 11:04
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Rebellen erschießen Polizeibeamten

Colombo - In Sri Lanka hat ein tamilischer Aufständischer am Montag einen leitenden Polizeiermittler erschossen. Es war das erste Attentat auf einen Polizeibeamten seit Beginn des Waffenstillstands zwischen den Regierungstruppen und den "Befreiungstigern von Tamil Eelam" im Februar 2002. Wie die Polizei mitteilte, stürmte der Attentäter in die Polizeistation in Dehiwala nahe der Hauptstadt Colombo. Nach der Bluttat versuchte er sich mit Zyanid das Leben zu nehmen, was ihm jedoch misslang. Er sei festgenommen worden.

Die tamilischen Rebellen hatten in der vergangenen Woche ein Angebot der Regierung zur Wiederaufnahme der Friedensgespräche abgelehnt. Die "Befreiungstiger von Tamil Eelam" (LTTE) erklärten am Freitag in einer Stellungnahme, die Angaben der Regierung seien nicht konkret genug. Sie forderten präzise Zugeständnisse in dem vor 16 Monaten von Norwegen vermittelten Friedensprozess.

Übergangsregierung

Ministerpräsident Ranil Whickremesinghe hatte am Donnerstag eine Übergangsregierung für die Tamilen im Nordosten der Insel vorgeschlagen. Norwegen hatte im Februar 2002 einen Waffenstillstand zwischen Regierung und Rebellen vermittelt und damit den vor 19 Jahren ausgebrochenen Bürgerkrieg zunächst beendet. Die Separatisten, die einen eigenen Tamilen-Staat beanspruchen, stiegen nach sechs Verhandlungsrunden im April aus den Gesprächen aus. Sie erklärten, die Regierung setze sich nicht genug für die 3,2 Millionen Tamilen in Sri Lanka ein. (APA/dpa)

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