Fekter und die Fettnäpfchen

Gerald John
13. Juni 2012, 18:51

Sie versetzt fremde Premierminister, heimische Koalitionspartner und womöglich auch die Finanzmärkte in Wallung

Wien - Dieses Lob hat sich Maria Fekter wohl nicht gewünscht. "Einen Anflug von Ehrlichkeit" habe die Finanzministerin erkennen lassen, zollte ihr FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache im Nationalrat bei aller sonstigen Kritik Respekt. Wo sonst doch "die Empörung der Eliten der EU-Bürokratie" auf jeden, der den Widerspruch wage, "niederprasselt".

Der EU-Gegner Strache ist so ziemlich der einzige Politikerkollege, der Fekters TV-Auftritt vom Montagabend verteidigt. In der ZiB 2 hatte sie Italien als nächsten Kandidaten für Finanzhilfe ins Spiel gebracht - und damit Ministerpräsident Mario Monti entsetzt: Als "völlig unangebracht" qualifizierte der Premier Fekters Worte.

Nicht nur italienische Medien griffen Fekters "Riesenausrutscher" und " Fehltritt" auf, schließlich geht es bei der Affäre um mehr als um das beleidigte Ego eines Regierungschefs. Spekulationen wie jene der ÖVP-Politikerin könnten, so die allgemeine Befürchtung, den hysterischen Finanzmarkt in Wallung bringen. Prompt stiegen am Dienstag die Zinsen, die Italien für Staatsschulden zahlen muss - "angeheizt", wie die Agentur Reuters befand, auch durch Fekter.

Die 56-Jährige Oberösterreicherin steht schon lange unter europaweiter Beobachtung. Einen "Hang zum Fettnäpfchen" attestierte ihr die Frankfurter Allgemeine Zeitung angesichts einer langen Liste an Fauxpas. Die Süddeutsche Zeitung nannte sie - nach einem angeblichen Spitznamen in EU-Kreisen - "Hexe des Südens", der Schweizer Tagesanzeiger "Funkenmariechen": Fekter solle sich ihre verbalen Ausritte in Zukunft einfach sparen

Eine Rufschädigerin der Regierung also? Unsinn, kontern ihre Verteidiger. Ja, vielleicht trage sie zu oft das Herz auf der Zunge, aber das sei auch "herzerfrischend" - welcher Politiker sonst antworte noch so ehrlich auf Fragen wie Fekter in der Italien-Causa? Petitessen würden da hochgespielt, von der "gockelhaften Macho-Partie" in Brüssel ebenso wie von der SPÖ, die sie als "Skandalnudel" verleumde. Dass selbst schon das deutsche Kanzleramt wegen der schrillen Ministerin nachgefragt habe, sei blanke rote Erfindung.

In ihrer Partei genießt die Veteranin nach wie vor soliden Rückhalt. Etwa, weil sie der SPÖ bei koalitionären Streitigkeiten resolut kontra gebe - auch mit Provokationen wie der Ablöse des Kanzlerberaters Werner Muhm in der Nationalbank. Dass sich Fekter dabei aus heimlicher Lust auf den Chefsessel profilieren wolle, während Vizekanzler Michael Spindelegger - wie in der Causa Muhm - die unliebsamen Folgen in Form von Koalitionsstreit und Wählerärger zu tragen habe, stößt in der ÖVP auf viel Widerrede. Dazu sei Fekter zu loyal, wie sie in ihrer Jahrzehnte währenden Karriere im Dienste der Partei bewiesen habe: "Für die Dreckarbeit war sie sich nie zu schade."(Gerald John, DER STANDARD, 14.6.2012)

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Poltiker ohne Hirn

ist es noch niemandem aufgefallen
die schotter mizi
die in den Medien als neue Margarethe Tatcher gilt
glaubt mit Merkel auf Augenhöhe zu diskutieren
die von den österreichischen Medien mehr Beifall erhält
als "Strafe"
ist in Wirklichkeit
dumm wie Stroh

Den fliegenden Wechsel

von Innenministerium auf Finanzministerium kann ich mir nur so erklären, dass für ein Ministeramt in Österreich keinerlei fachliche Kompetenz von Nöten ist. Das stellt die Mitzi jedenfalls mindestens einmal pro Woche unter Beweis. Mal um Mal ein guter Lacher.

auf die Frage ob sie Kanzlerin werden wolle

sagte sie

wenn ich mir den Gestaltungsspielraum des Kanzlers anschaue, bin ich lieber Finanzministerin!

Die 56-Jährige Oberösterreicherin

blamiert diesen Staat und seine Bürger nahezu jeden Tag.

Es raubt die Sorge um ihr Land

der Fekter Mizzi den Verstand.

Die Fekter Mary ist keine Zwangskuschlerin

Ich habe dieses Zwangskuscheln sowas von satt, das macht ja nie im Leben einen Spass mit jemanden kuscheln zu müssen, noch dazu wenn man den überhaupt gar nicht leiden kann und dabei auf jede Menge Etikette achten muss! Die Fekter Mary pfeifft drauf und das finde ich super cool!

Worum geht's hier eigentlich?
Um "form" oder um inhalte?

Ich mag die Fekter Mary!

"Ja, vielleicht trage sie zu oft das Herz auf der Zunge, aber das sei auch "herzerfrischend" - welcher Politiker sonst antworte noch so ehrlich auf Fragen wie Fekter in der Italien-Causa?"

Dem stimme ich zu.
Ich orte bei Fekter außerdem die "Gefahr", das ihr das Theaterspielen irgendwann einmal reicht und sie mit den ganzen Lügengschichtln rausplatzt, die ihr schon bis da ¯ her stehen. Und dann wird sie die Heldin der Antifinanzismus-Bewegung. Ja, das traue ich ihr zu. Sie ist immerhin aus Oberösterreich.

Das herz hat einemn iq von 0,5?
Finden wir dimmheit jetzt erfrischend?

Neuester Gag unserer Lady Gaga:

Gaga: "Unternehmen REFINANZIEREN sich über die Börse"
Du gute Güte! Wir machen das über den Gewinn! Wir verbrennen ja kein angelegtes Geld und holen uns über die Börse neues.

Wenn wir schneller expandieren wollen als wir gesund wachsen, dann eventuell Börse aber nur wenns wirklich nicht anders ginge.

Ich mag die Schotter Mizzi

Sie erzählt uns Interna, die stimmen und pfeift auf die Ettikette, ganz wie Politiker nicht sein dürfen .

Das Problem ist eher, daß sie einfach immer irgendetwas erzählt das ihr gerade einfällt ... Das ist mal harmlos und wird nicht registriert, aber allermeist ist es einfach nur peinlich und sonst gar nichts.

Glauben sie wirklich, dass sie die interna versteht?

Das ist ein anderes Thema, kann ich nicht beurteilen,

Ob sie nur tratscht, oder bewusst ein Ziel damit verfolgt.

Ich frage mich,

ob ihre ständigen verbalen Amokläufe, bei denen sie wie ein Bsoffener beim Wirtn seines Vertrauens einfach das sagt, was ihr gerade in der Sekunde durch den Kopf geht, ohne auch nur ansatzweise zu bedenken, dass sie halt auch die Finanzministerin der Republik ist, nicht weit eher auf ein für die Inhaberin eines derartigen Amtes bedenkliches Intelligenzdefizit schließen lassen als auf irgendwelche positiven Eigenschaften, die mir bei der Dame noch nie aufgefallen sind. Dass sie als Hoffnungsträgerin der ÖVP gilt, sollte diejenigen, denen das Schicksal der ÖVP am Herzen liegt, eigentlich wachrütteln; die Personalreserven müssen ziemlich geleert sein.

Das mit der grünen Flüssigkeit ist übrigens die Galle

und nicht das Herz...

Bravo

eine/r der wenigen Politiker/innen der/die noch 'eier' hat
bravo Frau Fekter.

Sie hat ihre Aussage längt zurückgenommen, G'scheiterl.

...das was so schädlich daran ist, ist der Mischkonsum!

http://www.youtube.com/watch?v=m1hrl1Dw34Y

Ein Politiker muss nicht herzerfrischend sein...

...das soll er den Hunderln und Volksmusikern überlassen.

Andi Borg.

ich mag ihren stil. kein herumgeeiere. mimosen stoßen sich natürlich daran.

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