Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
In letzter Zeit wird viel über eine Neugründung der Europäischen Union gesprochen. Das Schlagwort der Vereinigten Staaten von Europa (USE) macht die Runde. Die Diskussion ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Beinahe täglich wird uns vor Augen geführt, dass die in den vergangenen Jahren eingeführten Krisenbekämpfungsinstrumente bei weitem nicht ausreichend sind. Die Forderungen nach einer Fiskal- oder Bankenunion gehen genau in diese Richtung.
Beim Thema Arbeitsmarkt sind wir aber noch weit weg von den Vereinigten Staaten von Europa. Im Gegensatz zu den USA sehen die Arbeitskräfte die Union nicht als eine Einheit. Nur zehn Prozent der EU-Bürger haben schon einmal in einem anderen Land gelebt und gearbeitet. Die freie Mobilität gehört zwar zu den vier Grundfreiheiten der Union, wird aber lieber im Urlaub als im Jobleben genutzt.
Die Unterschiede zwischen Europa und den USA liegen auf der Hand. In der EU gibt es 23 Amtssprachen, zumindest fünf bis sieben "große Sprachen". In den USA gibt es eine. Es handelt sich aber auch um eine Mentalitätsfrage. Für einen US-Bürger ist es eine Selbstverständlichkeit, in einen anderen Bundesstaat zu ziehen, wenn dort die Wirtschaft prosperiert. Ein Österreicher zieht bestenfalls ins Nachbarbundesland. Es ist also wesentlich leichter, eine von den Märkten aufgezwungene Fiskalunion zu errichten, als die USE in den Köpfen der Europäer zu verankern. (Günther Oswald, DER STANDARD, 14.6.2012)
Viele sind - zu Recht - frustriert, weil die versprochenen Renditen nie eingetreten sind
Die heimische Wirtschaft hat im Verhältnis zum engsten Handelspartner an Wettbewerbsfähigkeit verloren
Österreichs Waffenindustrie steht für das "Who is Who" der Schurkenstaaten parat
Placebo-Politik
Ermittler sollen mit effektiven Werkzeugen ausgestattet werden und möglichst viele Verbrechen aufklären
Was ist noch Gewerbe? Was ist schon Industrie?
Das Lobbyistengesetz verkommt zum Papiertiger
Die Bankenlobby wird alles dafür tun, ein lasches Insolvenzrecht zu bekommen
Jahrelang nutzen die Betreiber von Pokerkasinos Lücken oder unpräzise Formulierungen in den Gesetzen
US-Präsident Obama wird auch in Zukunft nur kleine Sprünge machen können
maria fekter im montäglichen ZIB 2 interview auf armin wolfs sinngemäße frage "ihre partei ist ja voll und ganz für direkte demokratie, würden sie den ausbau der fiskalunion auch einer verpflichtenden volksabstimmung unterziehen?":
"ähäm, tja, eigentlich, blablabla" zwischen den zeilen: NEIN!!!!!!!!!!
diese undemokratischen entwicklungen a la neoliberaler fiskalpakt, ESM, keine politik für die EU bürger, sehr wohl aber für die großkonzerne, banken, gläubiger, usw. vermiesen die lust auf mehr europa. sie lassen die USE als europäische notwendigkeit erscheinen. ich vermisse zu wählende europäische werte!!!
wir Europäer nie über den Tellerrand hinaus. Ein nicht organisiertes Europa wird mit Sicherheit zwischen den Staaten USA, CHina, Rußland und Indien zerrieben werden. Leider sind mir mit diesem Hals über Kopf Konzept der jetztigen EU für die nächsten zehn Jahre Aussenpolitisch wie Geostrategisch gelähmt und müssen uns weit hinten wieder einreihen!!
und nicht mit der Mentalität zu tun . Ich kann nur warenen. Eine Bekannte arbeitete in drei EU Staaten als sie in die Pension ging bekam sie von drei Staaten die Kleinstpension volle Arbeitszeiten und zusammen war das nix.
Solage die Gesetzgebung so ist, ist jeder Europäer der in einem anderen als seinem eigenen Staat arbeitet verrückt.
schon einfach weil es nie wegen der Sprachenvielfalt eine gemeinsame Öffentlichkeit geben wird. Es wird nie eine authentische Ansprache geben der jeder Bürger folgen kann oder so etwas wie Hauptnachrichten die im ganzen "Land" von allen gleich gesehen werden. Keine gemeinsam gesungene Hymne und keinen gemeinsam im Orginal gelesenen Autor.
Der moderen Staatsbegriff ist engstens mit dem territorialen Nationalstaat wie er sich in der Neuzeit geformt hat verbunden. Egal ob in Italien, China oder USA.
Wenn dann wird es eine andere Form des rechtlichen territorialen Miteinander gebens - wie jetzt schon - aber nie einen europ. Staat.
Die Euro-Krise offenbart, dass es eine kontinentale Kommunikation nicht gibt. In einem funktionierenden Währungsgebiet müssten in der jetzigen Krise Arbeitskräfte aus schwachen Regionen in starke abwandern. In den USA geschieht dies ständig. Für einen Portugiesen ist es jedoch nicht so einfach, in den finnischen Arbeitsmarkt integriert zu werden - er geht deshalb lieber nach Brasilien oder gar Angola -, ein Grieche tut sich in Deutschland oder Österreich schwer, Iren suchen nicht etwa in anderen EU-Staaten Arbeit, sondern wandern gleich nach Kanada, Australien oder Neuseeland aus usw. Die Arbeitnehmermobilität ist im Gegensatz zum Güterverkehr in der EU aufgrund der Sprachenvielfalt sehr viel eingeschränkter als zwischen US-Bundesstaaten.
Unter diesen Umständen ist eine transkontinentale europäische Wissens- und Innovationsgesellschaft schwer aufzubauen. Die Griechen können sich nicht einfach an den deutschen Erfolg "andocken". Die Skalierungseffekte, die die Nationalstaatsgründnungen des 19. Jahrhunderts durch Bildung größerer politisch geeinter, aber gleichzeitig kulturell immer noch relativ homogener Räume freisetzten, können im Rahmen der EU-Integration kaum wirken - dieser Einsicht verweigern sich die Befürworter einer "ever closer union" konsistent und glauben weiterhin, man müsse einfach nur eine Quasistaatlichkeit mit mehreren Hundert Millionen Menschen schaffen, um politisch und wirtschaftlich im 21. Jahrhundert erfolgreich zu sein.
Auffallend ist die Abwendung der atlantischen Randstaaten von Europa. Diese Staaten gehören größeren globalen Sprachgemeinschaften an, für die sie sich weitaus mehr interessieren als für andere europäische Staaten. Bei den Briten ist dieses Phänomen seit jeher offenkundig: Man interessiert sich für Wahlen in Australien, Prinz William besucht Kanada, man konsumiert mit den Amerikanern gemeinsame Medien und teilt mit allen ein ähnliches Geschichts- und Politikbild. Was einen Steinwurf entfernt auf der anderen Seite des Kanals in Nord-Pas-de-Calais passiert, weiß man dagegen nicht.
Ähnliche Verhaltensweisen werden mit dem Aufstieg Lateinamerikas bes. unter Spaniern und Portugiesen noch weiter gestärkt werden. Sollte Afrika seine Probleme zunehmend in den Griff bekommen und der Einfluss des Französischen dort weiter zunehmen (in vielen größeren Städten gibt es eine wachsende Zahl französischer Muttersprachler), dürfte sich Frankreich wirtschaftlich, politisch und kulturell Afrika stärker zuwenden.
Die Mitteleuropäer, die keinen Kulturgemeinschaften mit globaler Verbreitung angehören, sollten sich dieser Trends bewusst sein. Die Globalisierung, neue Medien und technische Hilfsmittel verringern den Einfluss räumlicher Distanz, lassen sprachlich-kulturelle Gemeinsamkeiten jedoch gleichzeitig deutlicher wirksam werden.
Würde mich echt interessieren, wieviele Menschen in den USA außerhalb ihres Bundesstaates arbeiten oder gearbeitet haben.
Denn trotz allem kann es nur klappen, wenn man am Zielort auch von der Arbeit leben kann.
Als junger Single geht das vieleicht leichter, aber als Familie wirds schwierig.
Man braucht eine passende Wohnung, Schulen in einer Sprache, die die Kinder verstehen und ein Einkommen mit dem sich das alles erhalten läßt - außer der/die Partner oder Partnerin bekommt am neuen Wohnplatz ebenfalls einen Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt.
Und außer dem Sprachproblem gilt das auch für die USA. Ich schätze, dass auch in den USA keine 100% in einem Anderen Bundesstaat arbeiten - trotz "sooo flexibel"
um was wollen wir wetten, dass die US bürger ebenfalls nciht in einen andren bundesstaat ziehen würden, wenn sie dazu eine neue sprache lernen müssten!?
(also in gleichem maße wie bei uns halt)
wie beschränkt man als Journalist sein muß, bei der Arbeitsmigration einen Vergleich USA versus EU zu ziehen. Warum ist Herr Oswald nicht Redakteur beim Figaro, bei Dagens Nyheter oder beim Corriere de la Sera? Ob's wohl daran liegt, daß die EU noch keine echten Vereinigten Staaten von Europa sind, oder doch wohl eher daran, daß der die Sprachen nicht spricht?
Selbst bei bestens funktionierenden Harmonisierungen auf allen Gebieten, bleibt die Sprachbarriere. Auch wenn es in großen Konzernen die Konzernsprache Englisch gibt, gilt das doch nur für das Management und nicht für die einfachen Angestellten. Aber in diesem Bereich gibt es ohnehin kein Problem bei der Flexibilität.
Für den Großteil der Arbeitnehmer gilt das allerdings nicht.
Ich denke, dieses Thema wird noch kommen. Derzeit traut sich das noch keiner angreifen. Sobald wir USE haben, gilt z.B. Englisch + die regionale Sprache als Amtssprache. Damit müssen ohnehin alle Englisch können und wenn dann noch Englisch als Sprache speziell gefördert wird (z.B. mittels Schaffung einer europäischen Öffentlichkeit, europaweite Medien, usw.) samt der verstärkten geforderten Mobilität könnte sich in ein bis zwei Generationen auch das Sprachproblem erledigt haben.
Wer hätte z.B. 1980 gedacht, dass wir jemals eine gemeinsame Währung in Form des Euro haben werden?
dort gilt Englisch als allgemeine 'lingua franca'.
Um natuerlich auch kulturellen Anschluss zur 'Wahlheimat' zu bekommen ist ein erlernen der jeweiligen Landessprache wuenschenswert.
Wenn Sie die Landessprache nicht sprechen, bleiben Sie gesellschaftlich immer in den gleichen Zirkeln.
Aber wie wollen Sie die hier angesprochene Flexibilität à la USA herstellen, wo jeder US-Bürger in 50 Staaten arbeiten kann mit der Kenntnis nur einer einzigen Sprache? Selbst wenn Sie eine EU-Landessprache gelernt haben, was machen Sie wenn Sie den Arbeitsmarkt in einem anderen EU-Land nützen wollen? Und dann, im Laufe Ihres Arbeitslebens, im nächsten?
Der Vergleich des Autors USA versus EU ist schlicht und ergreifend intellektuell mehr als dürftig und unredlich.
Aber ich sehe das ja auch nicht als Ziel, sondern als Vorbild.
Man muss sich den USA in der Flexibilitaet annaehern, ohne die Realitaeten in der EU aus dem Auge zu verlieren.
Auch die Amerikaner sind kein Volk von Nomaden, viele Leute sind auch dort ortsfest.
Wer aber sein Glueck versuchen will hats dort leichter.
Und das hat nicht NUR etwas mit der Sprache zu tun, eher auch mit den 'verriegelten' europaeischen Arbeitsmaerkten.
Ein Superstaat, der gegen den Willen, ja zum Entsetzen der Menschen entstünde, und bestenfalls unter Umgehung der demokratischen Prozesse, weil "alternativlos" in einer ohne jede Not fahrlässig herbeigeführten Wirtschaftsmisere, hat jedenfalls keine guten Ausgangschancen und kann nur unter äußerstem Druck funktionieren. Den guten Weg des organischen Zusammenwachsens hat man ja leider verlassen.
Ist das eure Vorstellung von Leben, dass man alle paar Jahre alles zurücklässt und ein paar 100 oder 1000 Kilometer weiter zieht, immer den Jobs hinterher?
Und nachdem mittlerweile beide Partner in einer Beziehung arbeiten, soll dann die Frau auch kündigen wenn der Mann den Job verliert und mit ziehen oder sollen die sich am besten einfach Trennen? Kinder aufteilen falls man mehrer davon hat?
Vielleicht sollten wir einfach mal versuchen, eine Wirtschaft zu bekommen, die die Bedürfnisse der Menschen erfüllt und nicht Menschen, die die Bedürfnisse der Wirtschaft erfüllen.
wenn das Ziel bzw die Wunschvorstellung "Vergemeinschaftung um jeden Preis, wurscht wie" (wenn nicht Arbeitsmarkt dann eben Fiskalunion, Eurobonds usw) lautet.
Und ich als Staatsbürger und Wähler in der (gerade noch) demokratischen Republik Österreich habe dieses Ziel nicht. Im Gegenteil, ich lehne diese Vorstellung explizit ab.
Die Gehirnwäsche hat bei mir 1993/94 (leider) funktioniert. Aber man kann aus Fehlern lernen.
zumindest sehe ich das so!
wir sind ja überhaupt keine gemeinschaft...wir sind einfach nur ein paar länder mit einem steuerabkommen und reisefreiheit, thats it!
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.