Novomatic droht Mega-Strafe in Italien

Andreas Schnauder, 13. Juni 2012, 18:05
  • Novomatic-Chef Franz Wohlfahrt
    foto: apa/pfarrhofer

    Novomatic-Chef Franz Wohlfahrt

Die Niederösterreicher haben in Italien eine Riesenstrafe ausge­fasst, die Italien-Tochter soll 150 Millionen an Schadenersatz leisten

Wien - Der Glücksspielkonzern Novomatic hat nicht nur in Österreich mit der Justiz zu kämpfen. In Italien hat das in Niederösterreich ansässige Unternehmen eine Riesenstrafe ausgefasst: 150 Millionen an Schadenersatz soll die Italien-Tochter G. Matica leisten. Der Konzern erachtet die Forderung als "völlig unberechtigt" und legt Berufung gegen die erstinstanzliche Entscheidung ein, wie es aus Gumpoldskirchen heißt.

Zentrale Server zur Abrechnung

Novomatic befindet sich in guter Gesellschaft, wurden doch alle Konzessionsnehmer im Geschäft mit Glücksspielautomaten verurteilt. In Summe beträgt das Strafausmaß stolze 2,5 Milliarden. Zudem wurden Geldstrafen über den Chef der staatlichen Monopolverwaltung (AAMS), seinen Vize sowie den für Glücksspiel zuständige Bereichsleiter verhängt. Im Kern geht es bei der Entscheidung des Corte dei Conti, der in Italien nicht nur als Rechnungshof, sondern auch als Verwaltungsgericht tätig ist, um die mangelnde elektronische Anbindung der Automaten an einen zentralen Server zur Spielabrechnung.

Bei der Ausschreibung der Konzessionen im Jahr 2004 nach der von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi veranlassten Liberalisierung mussten die Interessenten die ständige Verbindung der sogenannten Video-Lotterie-Terminals (VLT) zusichern, für jede Stunde im Offline-Modus wurde eine Pönale von 50 Euro festgelegt. Damit wollte Rom sicherstellen, dass die Spielumsätze auch voll versteuert werden. Bereits 2004 startete die Steuerbehörde Guardia di Finanza Ermittlungen, ihr zufolge bedeutet die fehlende Anbindung der Geräte an die Abrechnungsstelle ein Strafausmaß von 90 Mrd. Euro.

Eldorado der Branche

Tatsächlich gilt Italien als Eldorado der Branche. Im Vorjahr beliefen sich die Spielumsätze auf 80 Mrd. Euro, die Regierung kassierte knapp neun Milliarden an Steuern. Mehr als die Hälfte davon entfällt auf den VLT-Sektor, dahinter rangieren die klassischen Lotterien und Sportwetten. Heuer vergibt Rom zudem 1000 Poker-Lizenzen, der Staat nascht mit bescheidenen drei Prozent an den Spielumsätzen mit. Novomatic ist mittlerweile zur Nummer eins am italienischen Markt aufgestiegen und laut Fachzeitschrift Global Gaming Business mit 14.000 der 24.000 VLTs vertreten. Insgesamt werden acht der zehn Konzessionäre beliefert. Darunter befindet sich die eigene Gesellschaft G. Matica, die rund 70 Spielhallen betreibt. Mit 117 Millionen Euro Umsatz war das Land für Novomatic der drittwichtigste Markt hinter Deutschland und Österreich. Auch heuer erwartet der Konzern Steigerungen.

Die Öffnung des italienischen Marktes bringt freilich auch Probleme: Der Europäische Gerichtshof hat das Land verurteilt, weil die Mindestabstände zwischen den Wettstandorten die bestehenden Anbieter begünstige und potenzielle Rivalen diskriminiere. Bei der Zuerkennung von Lizenzen wurde überdies fehlende Transparenz bemängelt. (Andreas Schnauder, DER STANDARD; 14.6.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 32
1 2

also ich finde diese aufregung übertrieben. natürlich muss man das ernst nehmen und natürlich bin ich kein fan von glücksspiel im generellen. aber mal ehrlich: offenbar betrifft das die gesamte branche in italien und solange es menschen gibt die spielen wollen, wird es diese branche geben. ob die anbieter novomatic oder casinos austria oder sonst wie heißen ist doch wohl wirklich egal.

Wirklich egal?

Das meine ich, ist eben nicht so.

Bitte korrigieren Sie mich, wenn es nicht (mehr) den aktuellen gesetzlichen Bestimmungen entsprechen sollte:

Die Casinos Austria müssen die Vermögensverhältnisse von StammkundInnen überprüfen und gegebenenfalls auch NEIN sagen.

Und wie sieht die Sachlage bei den Privaten aus?

Wer weiß Näheres?

ALLES

was denen schadet ist gut.

Leider zahlen die so einen Betrag aus der Portokasse

150 Millionen an Schadenersatz soll die Italien-Tochter G. Matica leisten.

Egal, welcher Betrag da steht - irgendeiner sagt immer: Portokasse ... bla bla bla.

Und nein, 150 Mille ist auch für die N. ein schöner Batzen Geld: "Mit 117 Millionen Euro Umsatz war das Land für Novomatic der drittwichtigste Markt hinter Deutschland und Österreich"

Leider wurde dafür das Leid Vieler in KAUF genommen!

warum kommt man da erst jetzt drauf?

wenn diese regelung 2004 eingeführt wurde warum war dann nicht anfang 2005 schon die erste zahlung fällig?
diese hätte dann ja jährlich erfolgen müssen.

eigentlich ist es ja keine strafe sondern einfach eine nicht gezahlte schuld beim staat.

Italiens Geriche arbeiten langsam, sehr langsam,

vor allem, wenn sich hochrangige Politiker stark machen. Und der Obermafioso Berlusconi ist ja noch nicht so lange weg aus der Politik.

"Tatsächlich gilt Italien als Eldorado der Branche."

Ein Schelm, wer da Verbindungen herstellt.

Wieviele Existenzen hat wohl das "kleine Glücksspiel" schon zerstört??

Grün wenn du persönlich jemand kennst der dieser Sucht zum Opfer gefallen ist.

Rot wenn du nicht jemanden persönlich kennst der dieser Sucht zum Opfer gefallen ist.

Würde mich echt interessieren ob das nur in meinem Bekanntenkreis so ausgeprägt ist.

Privat: Niemanden.
Beruflich: Zu viele.

Novomafia

powered by ...

... n.gv.at

Das Finanzministerium lobt sich im Kampf gegen organisierte Kriminalität und das illegale Glücksspiel. Für mehr Schutz für die Österreicherinnen und Österreicher!

Heute in einer PR Außendung vom Finanzministerium:

http://www.ots.at/presseaus... ive-bilanz

Wie es wirklich ist:

Rund 50 Prozent aller Jugendlichen inhaftierten in Österreich sind in Haft aufgrund von Beschaffungskriminalität getrieben von der Automatenspielsucht!

Diese wurde Ignoriert:
http://www.ots.at/presseaus... -novomatic

Fazit: Bisher wurde kein einziger Spielautomat des organisierten illegalen Glücksspiels der Novomatic beschlagnahmt.

http://www.organisierte-kriminalitaet.at/

ein fall für die portokasse, leider.

verbrechen löhnt sich nur in österreich.

darf ich berichtigen?

nur verbrechen löhnt sich in österreich.

Novomatic ist mittlerweile zur Nummer eins am italienischen Markt aufgestiegen und laut Fachzeitschrift Global Gaming Business mit 14.000 der 24.000 VLTs vertreten.

Und welche Rolle spielt die Mafia hier? Weil - ohne die geht doch im Glückspiel sicher gar nichts.

Die huldigen still und heimlich ihrem großen Vorbild aus dem Norden und möchten später auch mal mit ähnlich weißer Weste so erfolgreich werden... ;-)

die kalabresen waren doch schon im boot bevor es angelegt hat...

Wer einen Hahn hat,

braucht keine Mafia.

Wieso hat die in Österreich mit der Justiz zu kämpfen???

Wer sich die Gesetze schon selbst macht, kann doch gar nichts zu befürchten haben!

Und in Italien haben's offensichtlich auf die Bestechungen vergessen, sonst hätten's dort unter Berlusconi doch sicher auch die eigenen Gesetze einbringen können; oder war die Mafia noch spendabler?

was sie noch nicht begriffen haben .....

oder aus falschverstandenen patriotischen motiven (öst.justiz) nicht verstehen wollen ist, dass wir in italien eine unabhängige justiz haben.
aber da passt ja nicht in die geliebten und gehegten vorurteile.

ich kann wenigstens lesen:

die it. Justiz hab ich mit keinem Wort erwähnt; und so wie auch in Österreich vollzieht die Justiz die bestehenden Gesetze, wer sich sohin Gesetze (=Legislative) selber macht, kann wohl schwer was von der Justiz zu fürchten haben, jetzt verstanden???

Und dass Berlusconi mafianahe (oder einer der anderen mafiösen Org, wie Camorra) war und ist, ist ja schon lang kein Geheimnis mehr (oder denken's eine saubere Bank hätte einem jungen Nichts Millionenkredite gewährt?).

jetzt bin ich mit ihnen einverstanden....

denn jetzt argumentieren sie, anstatt beliebte vorurteile wiederzukäuen.
MfG,
h. plakolmer

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 32
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.