30 Jahre Haft für Milizführer Lubanga gefordert

Nach Schuldspruch des IStGH im März

Den Haag - Drei Monate nach dem Schuldspruch gegen den kongolesischen Milizführer Thomas Lubanga hat der Chefankläger am Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) 30 Jahre Haft gefordert. Die Anklage werde eine Strafe "im Namen jedes Kindes" verlangen, das zwangsrekrutiert worden sei, sagte Chefankläger Luis Moreno-Ocampo am Mittwoch in Den Haag. Der IStGH hatte Lubanga im März wegen Kriegsverbrechen und der Zwangsrekrutierung von Kindersoldaten schuldig gesprochen. Lubangas Miliz "Union Kongolesischer Patrioten" (UPC) war im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo aktiv. Ihr werden umfangreiche Mordaktionen, Folterungen und Vergewaltigungen von Zivilpersonen zur Last gelegt.

Der heute 51-Jährige soll während des Bürgerkriegs in der ostkongolesischen Provinz Ituri 2002 und 2003 tausende Kindersoldaten zwangsrekrutiert und in Ausbildungslagern geschlagen und mit Drogen gefügig gemacht haben. Junge Mädchen seien als Sexsklavinnen missbraucht worden. Lubanga war 2006 nach Den Haag überstellt worden, Anfang 2009 begann der Prozess gegen ihn. Während der insgesamt 204 Prozesstage riefen Staatsanwaltschaft und Verteidigung mehr als 60 Zeugen auf. Auch frühere Kindersoldaten kamen zu Wort. Lubanga hatte auf nicht schuldig plädiert. (APA, 13.6.2012)

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