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Die "Kultwirte" auf ATV.
Die Anstrengungen von Fernsehsendern, neben der allgegenwärtigen Fußball-EM wenigstens sichtbar zu bleiben, führt zu eindrucksvollen Effekten. Statt sich's mit dem Testprogramm gemütlich zu machen, schärfen die kickfreien Programme ihr Profil und zimmern sich nach ihren Vorstellungen die eigene Zielgruppe: Pro Wuchtel oder kontra, dazwischen ist nichts.
ProSieben nimmt sich etwa des klar definierten Kreises der " Fußballverweigerer, die trotzdem keine Warmduscher sind" an und überlässt 16 (!) Folgen dem lieben Onkel Charlie Sheen den Bildschirm. So sicher wie ein Elfer ohne Goali.
Mit ähnlicher Taktik versucht sich ATV: Man braucht schließlich nicht zwingend einen Fußballplatz, um sich ordentlich volllaufen zu lassen. Dafür reicht der Besuch bei den Kultwirten. Furchtlosigkeit beim Ansehen ist angesichts des bodenständigen Geschehens allerdings anzuraten.
Die komplette "EUROisierung" strebt der ORF an. Rund sechs Stunden tägliche Ballesterei reicht offensichtlich nicht, das Feld muss unterwandert werden. Der Club 2 eignet sich dafür besonders, weil man sich beim Thema "Fußball und Politik" mit den hauseigenen oder zumindest -nahen Gästen Martin Blumenau, Frenkie Schinkels und Anton Polster ein Heimspiel gönnt. Die naheliegende Transformation des von möglicher Einstellung bedrohten Diskussionsformats zum "Kultwirt" ist aber leider keine Option, schließlich wollte das schon im Extrazimmer niemand sehen. Wieder nichts.
Auf Nummer sicher hinsichtlich EURO-Alternativen geht Servus TV am Donnerstag: Ösis gegen Piefke stehen zur Diskussion im Hangar-7 - da jubelt der Kultwirt. (Doris Priesching, DER STANDARD, 14.6.2012)
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