Daxbacher: "Verblüfft, dass Spanien ohne Stürmer spielt"

Chat

Der LASK-Trainer stellte sich den Fragen der Userinnen - In Linz will er nicht nur als Trainer, sondern auch als Mediator tätig sein, derStandard.at-Postings studiert er und den Abgang bei der Austria kann man als "größte Enttäuschung" bezeichnen

Der neue LASK-Trainer Karl Daxbacher hat sich am Donnerstag im derStandard.at-Chat den Fragen der UserInnen gestellt. Mit seinem Regionalliga-Klub hat sich Daxbacher den sofortigen Wiederaufstieg in die Erste Liga zum Ziel gesetzt, obwohl die Kaderplanunge noch nicht abgeschlossen sei und die größte Herausforderung derzeit darin bestehe, eine möglichst starke Mannschaft zusammenzustellen.

Für Daxbacher sprachen einige Gründe dafür, den Job bei dem Regionalligisten anzunehmen. Zum einen sei kein konkretes Angebot eines österreichischen Spitzenklubs vorgelegen, zum anderen habe seine Profitrainerkarriere sehr erfolgreich beim LASK begonnen. Außerdem trugen die vielen Sympathien, die ihm in Linz von allen Seiten entgegengebracht werden, zum Entschluss bei, auch in der Regionalliga und in dieser vielleicht schwierigsten Phase des LASK mitzuwirken. Zwischen Klubpräsident Peter-Michael Reichel und den erzürnten Fans will er als Mediator agieren.

Die Entlassung bei der Austria empfindet Daxbacher als größte Enttäuschung seiner bisherigen Trainerlaufbahn. "Vor allem, wie sie passiert ist. Ich war der Meinung, den neuen Weg mit der Wiener Austria sehr erfolgreich bestritten zu haben", meinte der Ex-Trainer der Veilchen. Trotz der herben Enttäuschung will er ein Engagement bei den Wiener nicht für immer ausschließen: "Die Zeit heilt alle Wunden."

Bei der Europameisterschaft sieht Daxbacher taktisch hervorragend ausgerichtete Teams. Es komme mehr auf die Organisation als auf das Spielsystem an. Überrascht zeigte er sich von der Null-Stürmer-Taktik der Spanier, die er aufgrund ihrer offensiven Spielweise aber gerne als Europameister sehen würde. (red, derStandard.at, 14.6.2012)

Moderator-Message: Eine kurze Verspätung. Mr. Daxbacher sucht einen Parkplatz!

Moderator: Eine kurze Verspätung. Mr. Daxbacher sucht einen Parkplatz!

ModeratorIn: Karl Daxbacher hat in unserem Chatraum Platz genommen. Er wird nun bis 14 Uhr Ihre Fragen beantworten.

Karl Daxbacher: Guten Tag! Ich bin sehr gern hergekommen zum derStandard.at, um eure Fragen zu beantworten und lese sehr oft das Forum über Fußball, speziell zu der Zeit meiner Ablöse und hab mich sehr gefreut über die sehr positiven Reaktionen.

BlauerPenner: Sehr geehrter Herr Daxbacher, wieso die Regionalliga, wieso der LASK?

Karl Daxbacher: Eine Frage die mir in den letzten Tagen sehr sehr oft gestellt wurde, auch von den Journalisten in Linz. Es gibt einige Beweggründe. Zum ersten liegt kein wirklich konkretes Angebot eines österreichischen Spitzenclubs vor. Zum zweiten startete ich meine Profitrainerkarriere sehr erfolgreich in Linz und weiß, dass mir in Linz sehr viele Sympathien von allen Seiten entgegengebracht werden. Daher der Entschluss auch in der Regionalliga und in dieser vielleicht schwierigsten Phase des LASK mitzuwirken um den Club wieder dorthin zu bringen, wo er sein sollte im österreichischen Fußball.

angmar hexenkönig: Hätten Sie den Job beim LASK auch angenommen, wenn Sie gewußt hätten, dass plötzlich in Salzburg ein Platzerl frei wird?

Karl Daxbacher: Das ist wirklich eine schwierige Frage, weil sich Salzburg dann sofort um mich bemühen hätte müssen, bevor ich in Linz zugesagt hätte und dann wäre die Entscheidung wahrscheinlich für Salzburg gefallen, was jeder verstehen wird.

Lask: Was sind Ihre vorrangigen Ziele in den nächsten Jahren beim LASK?

Karl Daxbacher: Für mich kann es nur ein Ziel geben: Trotz schwieriger Rahmenbedingungen den sofortigen Wiederaufstieg in die erste Liga zu schaffen.

stefan baumgartner: werden sie mit dem aktuellen spielerkader des lask auskommen oder brauchen sie noch einige neuverpflichtungen?

Karl Daxbacher: Wir werden nicht mit dem aktuellen Kader auskommen, da noch immer nicht klar ist, welche Spieler noch bei dem LASK bleiben werden und das wird in nächster Zeit meine größte Herausforderung werden - eine möglichst starke Mannschaft zusammenzustellen.

trojanischer_pferdedieb: Was müsste Ihrer Meinung nach geschehen, um den LASK langfristig in der Bundesliga zu etablieren und wohin kann diese Reise im besten Fall gehen?

Karl Daxbacher: Nachdem ich den Aufstieg mit dem LASK in die Bundesliga geschafft habe, waren wir ja auf dem besten Weg dazu, denn das erste Bundesligajahr ist sehr erfolgreich verlaufen und in dieser Phase hat man gesehen, welchen Stellenwert der LASK im österreichischen Fußball hat. Sprich Zuspruch der Fans und Bedeutung vorallem im oberösterreichischen Fußball. Es müssen in Linz und in Oberösterreich wieder alle an einem Strang ziehen, dann ist im Fall einer Bundesligazugehörigkeit sehr sehr viel möglich.

angmar hexenkönig: War die plötzliche Verabschiedung bei der Austria Ihre größte Enttäuschung Ihrer Trainerlaufbahn?

Karl Daxbacher: Kann man mit Ja beantworten. Vorallem wie sie passiert ist und ich der Meinung war, den neuen Weg mit der Wiener Austria sehr erfolgreich bestritten zu haben.

Süffisant: Sehr geehrter Herr Daxbacher! Also Violetter interessiert es mich, ob Sie sich nach diesem unschönen Ende im Dezember noch vorstellen könen, jemals wieder bei der Austria zu arbeiten, in welcher Funktion auch immer?

Karl Daxbacher: Wie man weiß, heilt die Zeit alle Wunden und da die Austria der Club ist, bei dem ich über 20 Jahre verbracht habe, ist es durchaus vorstellbar.

Kronen Zeitung Verbrennungsmobil: Sehr geehrter Herr Daxbacher, hat sich dieser charakterliche Offenbarungseid mit der Art der Entlassung beim Herrn Parits abgezeichnet?

Karl Daxbacher: Nein, überhaupt nicht, denn ich schätze den Thomas Parits sehr und hätte gedacht, es würde korrekter ablaufen.

Süffisant: Herr Daxbacher, warum hat es im Herbst mit der Austria fast nie funktioniert einen Vorsprung über die Zeit zu bringen? Das Wechseln von Defensivspieler für Offensivspieler endete meist mit dem Ausgleich in letzter Minute. Was war der Grund dafür?

Karl Daxbacher: Das ist relativ schwer zu begründen. Man sollte aber nicht vergessen, dass wir zusätzlich zu den 19 Meisterschaftsspielen 15 zusätzliche Bewerbsspiele zu bestreiten hatten und gerade in den internationalen Spielen sehr gute Leistungen gebracht haben und möglicherweise fehlte uns in den entscheidenden Phasen Konzentration und Kraft.

zauberlehrling70: Wie tief sitzt der Stachel die Meisterschaft in insgesammt 3 Meisterschaften den Titel um ...ich glaub ...8pkt verfehlt zu haben? Und was muss man als Austriatrainer tun, um in "im Kopf gewonnene" Spiele zu punkten. Die Austria ist ja bekannt dafür

Karl Daxbacher: Man sollte nicht vergessen, dass es vorallem in der Saison 2009/2010 einen Punktrekord der Wiener Austria in der Bundesliga gibt und es wirklich sehr sehr knapp war, den Meistertitel nicht erreicht zu haben. Wirklich wirklich ärgern tut mich die Vorsaison, in der wir tatsächlich den Meistertitel erreichen hätten können. Trotzdem war es wieder die letzte Runde, in dem der Meistertitel noch möglich gewesen wäre.

f833df03-4c44-478d-b82b-8d0c19f42251: Sehr geehrter Herr Daxbacher! Danke für die schöne Zeit bei der Austria Wien. Rückblickend waren wir zwei mal knapp zweiter. Woran sind wir in der vorletzten und vorvorletzten Saison gescheitert?

Karl Daxbacher: In der vorvorletzten Saison kann ich nicht viele Gründe finden, da hatten wir im Frühjahr einen sensationellen Siegeslauf. In der Vorsaison verließ uns leider Dragovic im Winter und andere Schlüsselspieler spekulierten schon mit dem Abgang. Dies könnten mögliche Gründe gewesen sein.

quoband: Wie haben sie die letzten Monate nach der Beurlaubung von der Austria verbracht? Spiele beobachtet, sich weitergebildet oder eine gewisse Auszeit vom Fußball genommen?

Karl Daxbacher: Natürlich immer wieder Spiele beobachtet, sowohl live wie natürlich auch im Fernsehen. Weiterbildung passiert laufend, mit Fachzeitschriften und Internet. Ich habe aber auch viele Arbeiten erledigt, die schon dringend notwendig waren abseits vom Fußball.

MellowMood: Die Fans des LASK sind mächtig enttäuscht, viele Sprechen von Heimspielboykott, möchten den LASK in dieser (Führungs)form nicht mehr unterstützen. Werden sie auch in dieser Sache interagieren, bzw. wo sehen sie da die Lösungsansätze?

Karl Daxbacher: Ich wünsche mir mit meiner Verpflichtung, nicht nur als Trainer tätig zu sein, sondern auch als Mediator, um sowohl mit den Fans, als auch mit vielen verantwortlichen Gönnern, Sympathisanten, wieder einen Konsens zu finden, um wieder eine positive Stimmung gegenüber dem LASK zu erreichen.

Kronen Zeitung Verbrennungsmobil: Herr Daxbacher, viele sind der Meinung, dass Präsident Reichel für den Untergang des LASK verantwortlich ist. Wieso will man unter ihm arbeiten?

Karl Daxbacher: Da ich mit dem Herrn Reichel zwei Jahre sehr erfolgreich zusammengearbeitet habe, konnte ich auch einen anderen Menschen kennenlernen, der nicht der vorgefassten Meinung entspricht. Ausserdem glaube ich, dass Herr Reichel in den ganz schwierigen Jahren, den letzten zehn Jahren, für den LASK sehr viel getan hat.

cat.: der lask hat in den letzten jahren gezeigt, das kein kohärentes langfristiges konzept vorliegt, das jugendarbeit, spielphilosophie, finanzen und kaderzusammenstellung unter einen hut bringt, coaches kommen und gehen, der kader wird jeden sommer ausg

Karl Daxbacher: Die ständige Veränderung in einem Spielerkader ist im heutigen Fußball fast als normal zu bezeichnen. Die Strukturen waren vorhanden, sie müssen nur wieder aktiviert werden gegenüber den Sponsoren und Gönnern des LASK.

Schreck: Die Austria hat ja ein massives Problem mit rechtsextremen Fans. Auch der LASK ist diesbezüglich kein unbeschriebenes Blatt. (und viele andere auch nicht, das ist kein Problem von nur zwei Vereinen oder allein des Fußballs). Planen sie mehr Engagmen

Karl Daxbacher: Ich bin auch der Meinung, dass in Österreich dieses Phänomen zu oft bagatellisiert wird und hab mir schon bei der Austria fest vorgenommen, aktiver dagegen aufzutreten.

Fiji 75: Es wird derzeit viel über moderne Trainer diskutiert. Was macht aus Ihrer Sicht einen modernen Trainer aus und sind Sie ein moderner Trainer laut Ihrer Definition?

Karl Daxbacher: Ich denke mit dem Begriff moderner Trainer wird vorallem das intensive Beschäftigen mit Taktik gemeint und wenn ich mir die Entwicklung des Fußballs genauer ansehe, war ich schon zu Beginn meiner Karriere moderner Trainer, da ich immer das Forcieren der Ballarbeit, des Passspiels und der offensiven Ausrichtung meine Überzeugung war.

andyman1609: Halten Sie Taktik für überbewertet?

Karl Daxbacher: Nein, halte ich nicht für überbewertet, denn wenn man sich die Spiele der EM genauer ansieht, merkt man auf welchem hohen taktischen Niveau die Mannschaften agieren und Taktik ist eine Grundvoraussetzung, um erfolgreich Fußball spielen zu können.

Kronen Zeitung Verbrennungsmobil: Herr Daxbacher, Wieso sind Ihrer Meinung nach die ausländischen Clubs völlig uninteressiert an öster. Trainer. Mangelt es tatsächlich an Fachwissen und Professionalität? Es gibt ja einige Beispiele, die diese These bestätigen würden...

Karl Daxbacher: Ich denke, dass hängt in erster Linie mit den internationalen Erfolgen österreichischer Clubs zusammen. In meiner aktiven Zeit, als es diese Erfolge gab, waren auch österreichische Trainer im Ausland gefragt.

ganzimsueden: Herr Daxbacher, Sie waren 2011 bei der Bestellung Marcel Kollers zum Nationalteamtrainer "wohlwollend" gestimmt, im Gegensatz zu manch anderem Bundesligatrainer. Wie stehen Sie jetzt, nachdem das Team unter Koller vier Spiele bestritten hat, zu sein

Karl Daxbacher: Mein Eindruck von Marcel Koller, ohne ihn genau gekannt zu haben, hat sich meiner Meinung nach bestätigt. Für mich macht er sehr gute Arbeit im Nationalteam.

andyman1609: Wie sehen Sie die Chancen der österreichischen Nationalmannschaft für eine Qualifikation für Brasilien 2014?

Karl Daxbacher: Nach der Entwicklung der österreichischen Nationalmannschaft und den vielen international tätigen österreichischen Spielern, besteht durchaus Hoffnung, diese Qualifikation erfolgreich zu bestreiten.

unkrautvagetnix: Stimmt das Gerücht, dass Sie ein Angebot von Ried hatten ?

Karl Daxbacher: Nein, Ried hat sich nie persönlich bei mir gemeldet.

JeanPaulGaultier: Hallo Herr Daxbacher, weiß man schon wo der LASK seine Heimspiele austragen wird ?

Karl Daxbacher: Man weiß es leider noch nicht genau, wir versuchen alles um im Linzer Stadion bleiben zu können. Die Alternative dazu wäre Traun.

Schlumpf83: Glauben Sie der Aufstieg ist diese Saison machbar? GAK und Pasching werden ja keine leichten Gegner sein.

Karl Daxbacher: Ich sehe auch die Regionalliga mit als sehr stark an in dieser Saison und es wird ein sehr schwieriges Unterfangen, aber es muss letztendlich unser Ziel sein.

davidlang: Herr Daxbacher, gibt es im Vertrag eine Ausstiegsklausel, wenn Sie ein Angebot eines Profivereines haben?

Karl Daxbacher: Gibt es nicht, diese Klausel, denn es wäre keine korrekte Voraussetzung, zu einem Club zu wechseln, mit dem Hintergedanken bei der ersten Gelegenheit diesen wieder zu verlassen.

Nix Nistan, der herzigere heidelbeerkönig: Herr Daxbacher, Sie scheinen ein Trainer zu sein, dem die Herausforderung wichtiger ist, als das mögliche Risiko eine schon hohe Reputation einzubüßen. Ist das eine richtige Einschätzung und ist es eine Art Erfolgsrezept?

Karl Daxbacher: Als Trainer kann man sich nie auf die sichere Seite begeben, ohne ein Risiko einzugehen kann man es nicht nach oben schaffen und so ist es mir erst gelungen von kleineren Clubs auch bis zur Wiener Austria zu gelangen.

crazzta zasta: LASK-Spieler Kevin Wimmer verhandelt mit Köln. Würden Sie grundsätzlich jungen, talentierten Spielern aus Österreich den frühen Weg ins Ausland raten?

Karl Daxbacher: Einerseits gibt es mehr negative Beispiele wie positive. Meine grundsätzliche Einstellung dazu ist es, es zuerst in Österreich "zu schaffen", um dann den Sprung ins Ausland zu wagen. Es zeigen eine Spieler auch, dass der umgekehrte Weg durchaus möglich ist. Im Speziellen Kevin Wimmer und Köln kann ich mir gut vorstellen.

Milenko: Hallo Karli. Vorab vielen vielen Dank für alles was du bei unserer Austria geleistet hast. Einen derartigen Abgang hast mit Sicherheit nicht verdient, und ich hoffe dass du noch diese Saison "nach Hause" kommst um dich gebührend zu verabschieden. Nu

Karl Daxbacher: Die Austria hat in den letzten Jahren sehr viel geleistet, um die Infrastrukturen zu verbessern. Das hätte meiner Meinung nach schon in Stronachzeiten passieren sollen. Dies belastet natürlich das Budget, aber es war ein notwendiger Schritt. Die Trainingsmöglichkeiten in meiner ersten Zeit beim LASK waren in Ordnung, wie es jetzt nach dem Lizenzverlust wirklich sein wird, kann ich noch nicht sagen.

ANB0815: Herr Daxbacher, welche Taktik-Trends konnten Sie der EM soweit schon entnehmen? Welche Spielsystem sind ihrer Meinung von Erfolg gekrönt?

Karl Daxbacher: Wie schon erwähnt ist die taktische Ausrichtung der Teams hervorragend, dabei kommt es meiner Meinung nach nicht auf das Spielsystem an, sondern auf die Organisation. Verblüfft hat mich allerdings, dass Spanien faktisch ohne Stürmer gespielt hat und das war sehr überraschend, für eine so offensiv ausgerichtete Mannschaft. Es hat aber gezeigt, dass im modernen Fußball vieles möglich ist.

Schlumpf83: Wer wird Europameister?

Karl Daxbacher: Ich bin ein Anhänger der Art und Weise, wie Spanien Fußball spielt. Hier würde ich auch Spanien gern als Europameister sehen.

eamonclever: stellen sie für die arbeit in der regionalliga ihr trainingskonzept um oder behalten sie das profi-erprobte konzept bei?

Karl Daxbacher: Wir wollen den Profibetrieb aufrecht erhalten, das heißt auch zweimaliges Training am Tag und alles was so ein Betrieb erfordert. Das Bekenntnis zum offensiven Fußball wird sich auch beim LASK und in der Regionalliga nicht ändern.

Günter Berndl: hr. daxbacher: was ist dran am gerücht das ernst baumeister sie nach linz begleiten soll? vielen dank!

Karl Daxbacher: Davon habe ich überhaupt nichts gehört.

zauberlehrling70: Herr Daxbacher...wenn sie sagen ..sie haben in den Foren mitgelesen, wie hat das auf Sie gewirkt? Juckt es da nicht in den Fingern einen Nickname zu schnappen, und jemand mal ordentlich und Anonym den Marsch zu blasen? :-)

Karl Daxbacher: Nein, das würde mir nie einfallen.

ANB0815: Sehr geehrter Herr Daxbacher, könnten Sie sich eine Aufstockung der Bundesliga auf 12 oder 18 Mannschaften in Österreich vorstellen?

Karl Daxbacher: Ich denke, das System mit zehn Mannschaften ist gut. Man sollte es beibehalten.

crazzta zasta: Auch auf den LASK könnte in einem Jahr das leidige Thema Relegation zukommen. Wie sähe denn Ihre Lösung, Ihr perfektes Ligen-System für Österreich aus?

Karl Daxbacher: Das kann ich ohne darauf jetzt vorbereitet zu sein nicht wirklich beantworten. Allerdings wurden die verschiedensten Systeme schon versucht und wie schon oben erwähnte, denke ich wir sollten es so belassen, mit zehn Bundesligaclubs. Natürlich wäre es wünschenswert als Meister einer Liga immer aufzusteigen.

Edi Rudlinger: Sehr geehrter Herr Daxbacher! Kam Ihnen in der Kabine schon mal der Satz " gehts aussi und spüts eia spü !" über die Lippen

Karl Daxbacher: In der Form nicht. Ich habe manchmal das Gefühl, die Spieler vorallem kurz vor dem Spiel nicht mit zu vielen Informationen zu hemmen, denn dann ist es meistens zu spät und man blockiert den einen oder anderen. Das heißt, die Spieler sollen das Gefühl bekommen, in den Spielsituationen selbst das Richtige zu entscheiden.

HolzfällerJoe: Herr Daxbacher, haben Sie eigentlich Mitbestimmungsrecht was Spielerverpflichtungen angeht, oder wird es da voraussichtlich wieder eine Reichel-Aktion geben?

Karl Daxbacher: Herr Reichel erwartet von mir, dass ich mich aktiv in die Spielerverpflichtungen einbringe und vertraut sicher auf meinen Rat.

ANB0815: Herr Daxbacher, wiederholt bekommt man als Fan zu hören, Roland Linz wäre schwer zu trainieren, hat einen starken Eigenwillen etc. Er ist auch mit Ihnen aneinander geraten. Wie tickt Roland Linz eigentlich? Warum konnte er unter Ihnen seine Stärken

Karl Daxbacher: Roland Linz ist nicht schwer zu trainieren. Ihn nicht aufzustellen ist eine reine sportliche Entscheidung, weil man sehr oft das Gefühl hat, dass ein andere Spieler der Mannschaft im Gesamten besser helfen könnte. Das war meine Überlegung und auch die von Ivo Vastic. Er widerlegt das allerdings oft mit Toren.

scandigypt: Herr Daxbacher. Was halten sie von den Analysen zur Euro im ORF? Ich persönlich halte sie beispielsweise im Vergleich zum Deutschen Fernsehen für sehr dürftig. Setzt der ORF zu sehr auf Schmäh und zu wenig auf Fachwissen?

Karl Daxbacher: Würde ich oft zu großem Teil zustimmen.

Geschützter Modus: sehr geehrter herr daxbacher wie erklären sie sich die nominierung ehemaliger fussballprofis als trainer bei den top klubs der liga ohne als trainer wirklich viel erfolg vorweisen zu können

Karl Daxbacher: Ich denke, die allerbesten Fußballer eines Landes haben immer einen gewissen Bonus, sofort ins Profitrainergeschäft einzusteigen. Das ist auch in anderen Ländern so.

Zu Schön: Es wird im österreichischen Fußball sehr viel über "Verhaberung" gesprochen. Mittlerweile hat der ÖFB mit seiner Teamchefentscheidung schon einen Schritt aus dieser Affäre gewagt. Waren Sie jemals mit solchen Vorwürfen konfrontiert?

Karl Daxbacher: Ich war damit nie konfrontiert, denn ich musste mich ja von ganz unten im Trainergeschäft nach oben dienen.

P.M. Reichel: Welche Musik hören Sie? Welche Bücher lesen Sie? Und welche Filme sind Ihre Favoriten?

Karl Daxbacher: Da ich zu meiner Austriazeit nebenbei auch Schallplatten verkauft habe, ist mein Musikgeschmack sehr vielfältig, das heißt von Klassik bis Freejazz ist alles möglich. Allerdings in letzter Zeit sehr wenig. Ich war in meiner Jugendzeit ein Vielleser aller möglichen Bücher, das beschränkt sich leider nur mehr auf Tageszeitungen und Fachzeitschriften. Da jeden Tag ein Fußballspiel zu verfolgen ist, egal aus welcher Liga und welchem Land, ist Filme schauen eine echte Rarität bei mir.

Schlumpf83: Ist Blau Weiss Linz jetzt die Nummer 1 in Linz?

Karl Daxbacher: Da sie eine Liga über dem LASK spielen, sportlich ja, aber der LASK ist bei den Anhängern, Sympathisanten und Fußballbegeisterten bei weitem die Nummer 1 in Linz und Oberösterreich.

ModeratorIn: Es ist nun 14.10 Uhr, wir entlassen Karl Daxbacher wieder in die Freiheit und überlassen dem Chef die letzten Worte.

Karl Daxbacher: Danke für das Interesse an meinem Chat und leider konnte ich nicht alle an mich gestellten Fragen beantworten, aber ich verfolge natürlich weiterhin derStandard.at und das Forum zu aktuellen Fußballfragen, weil es auch fachlich sehr interessant ist.

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