Tweets über Juden bringen @sweden-Account in Verruf

Bizarre Aussagen über Juden lösen Diskussionen auf Twitter aus

Schon vor einiger Zeit hat die schwedische Tourismusbehörde in Zusammenarbeit mit dem Schwedischen Institut eine Kampagne auf Twitter gestartet, die es schwedischen Bürgern erlaubt, für eine Woche den offiziellen Landesaccount @sweden zu betreuen. Das offizielle Ziel ist es, authentische Personen im Namen des Landes twittern zu lassen und dabei Werbung für das eigene Land zu generieren. Das Projekt "Curators of Sweden" wurde vielerseits von Social Media Strategen kritisiert, da Ausuferungen befürchtet worden waren. Ideengeber war die Werbeagentur Volontaire.

Mehrere Tweets führen zu hitziger Debatte

Voraussetzung sind neben der schwedischen Staatsbürgerschaft lediglich Englisch-Kenntnisse. Sonja Abrahamsson, die im Momente als 27. den Twitter-Account für eine Woche übernommen hat, hat diese Voraussetzungen erfüllt, sich allerdings durch bizzare Aussagen im Microblogging-Dienst unbeliebt gemacht. Geführt haben dazu eine Reihe von Tweets über Juden. "Man kann nicht mal erkennen, ob Personen Juden sind, es sei denn, ihre Penisse sind zu sehen und nicht mal dann kann man sich sicher sein", ist nur ein Beispiel von Fragen, die sie sich und den Followern über Juden stellt. Im darauffolgenden Tweet schreibt sie, dass in Nazi-Deutschland Juden Sterne tragen mussten und falls sie es nicht getan haben, wusste niemand wer ein Jude ist oder nicht. Eine große Diskussion entstand, viele Twitter-User mischten sich ein.

Projekt läuft weiter

Die 27-Jährige ist nicht die erste, die mit solchen Aussagen Aufregung erzeugt: Schon Gizmodo berichtete im Dezember über den ersten Twitterer, der für @Sweden den Account übernommen hat. Damals schrieb der junge Schwede über Masturbation, Analsex, bezeichnete sich selbst als "Kaffee-Nazi" und erzeugte eine Welle der Empörung bei den Followern. Die schwedische Tourismusbehörde sieht Einzelfälle nicht als Grund das Projekt auf Eis zu legen und führt die Kampagne fort. (iw, derStandard.at, 13.6.2012)

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