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Eine ganz himmlische Warschauer Einrichtung ist die Bar mleczny. In diesen Lokalitäten, die mit altfadrisch-billigem Interieur manchmal den Charme von Betriebskantinen verbreiten, kann wunderbarste polnische Omaküche verzehrt werden - und das dank Subventionen der öffentlichen Hand zu unschlagbaren Preisen.
Die Milchbars funktionieren nach Selbstbedienungslogik, man ordert an der Ausgabestelle Essen und Trinken, bezahlt wird auf der Stelle. Apropos trinken: wir befinden uns auf abstinentem Boden, Alkoholisches gibt es nicht. Dafür zum Beispiel Trinkkompott, meist auf Basis von Zwetschken. In der derzeit schwülheißen Stadt eine ideale Erfrischung.
Der Name leitet sich vom ursprünglichen Vorhaben ab, breite Bevölkerungsschichten mit vegetarischer Kost und solcher auf Basis von Milchprodukten zu versorgen. Die Idee ist schon über 100 Jahre alt. Ihre weiteste Verbreitung erfuhr die Bar mleczny zur Zeit der sozialistischen Volksrepublik, als halb Polen in ihr speiste. Da hatten sich gehaltvolle Fleischsspeisen schon längst durchgesetzt: Rindsrouladen, die lokale Varante des Schnitzels, Innereien. Sämtlich häufig mit Kohlgemüse als Beilage. Selten fehlt die Königin der polnischen Suppen, der Barszcz. Prächtig rotrübisch leuchtend, etwa in der Variante mit Erdäpfeln und Kren.
Leider aber gehört die Bar mleczny einer aussterbenden Art an. Im marktwirtschaftlichen Umfeld seit 1989 mussten viele von ihnen den Löffel abgeben. Der Geruch von Armut und Gestrigkeit haftet ihnen an. Mittlerweile sind echte unbehübschte Milchbars eine Rarität. Schön zu sehen, dass am Tag nach dem mit Sorge erwarteten Match ihrer Sbornaja gegen die Gastgeber ein paar übrig gebliebene russische Anhänger den Weg in eine der übrig gebliebenen Vertreterin dieser so polnischen Institution fanden. Völkerverständigung durch den Magen, sozusagen. Und der gestrige Abend ohne Verlierer ist trotz ein paar Scharmützeln ja auch glimpflich über die Bühne gegangen. Ein erfreulicher Ausklang der Warschauer Tage des Reporters. (Michael Robausch, derStandard.at 13.6. 2012)
Die Essaysammlung "Totalniy Futbol" ist weder Reiseführer noch Fußballbuch - und gerade deshalb bestens geeignet, sich die EM-Länder Ukraine und Polen zu erlesen
Das Warschauer Nationalstadion am Ufer der Weichsel ist die Bühne für die Fußball-Inszenierung anno 2012
Stefan Szczepłek, Doyen der polnischen Fußballjournalistik, vor dem heutigen Duell in Gruppe A über die heikle polnisch-russische Fußballgeschichte, hilfsbereite Hooligans und einen schläfrigen Trainer
Leicht bewölkt, schwül, Luftbewegung nicht nennenswert. Und in der Fanzone wummert es schon
Warschau hat zwar immer noch keine Autobahn, seine übrigen Straßen sind aber ohnehin beeindruckend genug
alles, was diesen kulturellen Raum ausmachte, wird sorgsam weggetilgt. Hochhäuser mit den Logos amerikanischer Consultants, Coffee Heaven, Starbucks, KFC, und als Höhepunkt:
Auntie Annie Pretzels. Pfui Teufel, Wirtschaftskolonialismus pur. Und die dumme Masse spielt mit..na klar, mediales Dauerfeuer. Zugegeben, Kaczynski ist keine Alternative. Muss alles immer übertrieben werden ???
ob es mir gefällt ist nicht das thema. die meisten wollen das offensichtlich so. und gerade hier in polen ist die begeisterung für den american way of life besonders groß (was mich nach mehr als 40 jahren not und elend im kommunismus nicht wundert).
ich würde sagen die polen sind die us-amerikaner europas.
40 Jahre Kommunismus mit allen Einschränkungen schafft Überdruck. Aber zuletzt auch nur deswegen, weil auf der "anderen Seite" der - im übrigen weltzerstörende - Überfluss als Ideal gepriesen wird. Die Schwellenländer (ich nehm PL jetzt dazu..) bestehen darauf, die Fehler der 1. Welt zu wiederholen. Idiotisch. Und ich wiederhole: es ist die konzentrierte Medien- und Manipulationsmacht der Wirtschaft, die "Die Leute" das wollen macht. Es ginge sehr wohl auch anders.
da haben sie sich etwas in der zeitrechnung geirrt. aber macht nichts: nostalgiker gibt es auch noch in polen zur genüge. das sind vor allem die ganzen raunzer und die "früha woa ollas bessa"-typen.
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