Knochenimplantate: Neues Verfahren für große Schädelöffnungen

  • Modell des Implantats im Schädel.
    foto: universitätsklinik für radiologie

    Modell des Implantats im Schädel.

  • Patientin mit Schädeldeckenimplantat.
    foto: universitätsklinik für neurochirurgie

    Patientin mit Schädeldeckenimplantat.

  • Patientin ohne Schädeldeckenimplantat.
    foto: universitätsklinik für neurochirurgie

    Patientin ohne Schädeldeckenimplantat.

An der Innsbrucker Neurochirurgie gibt es eine weltweit einzigartige Methode für passgenaue Knochenimplantate - Die Vorteile sind vor allem ästhetisch

Innsbruck - Als derzeit einzige Klinik weltweit bietet die Innsbrucker Neurochirurgie eigens angepasste und maßgefertigte Knochenimplantate für große Schädelöffnungen an. Für die Patienten entstehe dadurch vor allem ein ästhetischer Vorteil, erläuterte Claudia Unterhofer, Oberärztin der Universitätsklinik für Neurochirurgie, bei der Vorstellung des neuen Verfahrens.

Wenn Neurochirurgen den Schädel eines Patienten öffnen müssen, wird in der Regel versucht das entnommene Stück wieder einzusetzen. Nach Unfällen oder Entzündungen ist dies jedoch oft nicht möglich. Bei derartigen Fällen muss der offene Teil der Schädeldecke mit einem speziellen Zement verschlossen werden. "Diese Methode ist allerdings nicht ideal. Da die Patienten meist auf der Seite liegen entsteht eine unnatürliche Delle. Zum anderen wird das Material beim Aushärten sehr heiß", erklärte Unterhofer.

Anfertigung mittels 3D-Modell des Schädels

Bei dem neu entwickeltem Verfahren wird der Kopf mittels CT-Bildern rekonstruiert und ein dreidimensionales Modell des Schädels erstellt. Während der Operation wird der medizinische Zement auf das Modell aufgebracht und passgenau geformt. Das Implantat kann auf diese Weise komplett aushärten, ohne dass die Hitzeentwicklung eine Rolle spielt. Erst das fertige Implantat wird schließlich am Schädel des Patienten befestigt.

Bisher sei die Methode bei knapp 50 Patienten angewandt. Dabei habe es keine einzige Komplikation gegeben, betonte Unterhofer. Außerdem sei das neue Verfahren sehr kostengünstig. "Die Herstellung eines Präparats kostet uns ungefähr 80 Euro. Der Ankauf von Schädelknochenimplantaten würde sich auf 6.000 bis 12.000 Euro belaufen", erläuterte die Ärztin. (APA)

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6 Postings
Gemeinsames Projekt mit der Uni-Klinik f. Radiologie

Es sollte erwähnt werden, dass dies ein gemeinsames Projekt von Frau Dr.Unterhofer und dem Physiker Dr.Michael Verius von der Uni-Klinik f. Radiologie in Innsbruck ist...

Die Lorbeeren sollten wenn schon, dann gleichmässig vetreilt werden

Ich verstehe zwar das zweite Bild nicht, aber das ist eine super Sache! Danke!

zur Erklärung:

das dritte bild ist dieselbe Dame vom oberen Bild vor der Implantation des rekonstruierten Frontalschädelknochens

Der Ausschnitt ist wirklich schlecht gewählt und dadurch schwer zu erkennen, was man genau sieht. Es dürfte sich aber um eine ziemlich große Delle in der Stirn direkt oberhalb der Augenbrauen handeln.

Pardon das dritte Bild.

dieser patientin wurde aufgrund des wohl notwendigen eingriffs, der os frontale ("stirnbein") entfernt und konnte letzendlich nicht wieder eingesetzt werden.

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