Versteigerung, Gefängnis, Monatslohn: Strafen für Verkehrsdelikte in Europa

  • Strafen im europäischen Vergleich.
    grafik: apa

    Strafen im europäischen Vergleich.

Alkolenkern droht in Italien die Zwangsversteigerung des Autos und in Norwegen eine Haftstrafe

Wien - Der Ferienbeginn steht an, viele Österreicher werden sich ab 30. Juni (Wien, Burgenland, Niederösterreich) bzw. 7. Juli (alle anderen Bundesländer) mit dem Auto auf den Weg in den Urlaub machen. Reisende sollten sich über Tempolimits und Vorschriften informieren. Der ÖAMTC berichtete am Mittwoch von drakonischen Strafen in europäischen Ländern.

In Italien müssen alkoholisierte Lenker mit mehr als 1,5 Promille mit der Beschlagnahmung, Enteignung und Zwangsversteigerung des Fahrzeugs rechnen. "Von 22.00 bis 7.00 Uhr kosten Verstöße wie beispielsweise Geschwindigkeitsübertretungen oder Drängeln um ein Drittel mehr als tagsüber. So soll der hohe Anteil nächtlicher Unfälle bekämpft werden", sagte Silvie Bergant vom Autofahrerclub. 150 Euro Strafe droht für Telefonieren ohne Freisprechanlage.

Falschparken und Rasen in Spanien teuer

In Spanien sollten Falschparker aufpassen (bis zu 200 Euro Strafe). Mindestens 600 Euro sind bei schweren Vergehen - etwa bei Übertreten der zulässigen Geschwindigkeit um 50 km/h - zu bezahlen.

In Griechenland sollten Bußgelder rasch beglichen werden: Ein Überholverstoß kostet bei Sofortzahlung 350 Euro. "Nach Ablauf einer zehntägigen Frist beläuft sich das Bußgeld bereits auf das Doppelte", warnte Bergant. Mindestens 350 Euro könnten auch bei Nicht-Beachten der Gurtpflicht fällig sein.

Aktion scharf in Skandinavien

Unangefochtene Spitzenreiter in Sachen hohe Strafen sind die skandinavischen Länder. "In Dänemark werden zum Teil gehaltsbezogene Strafen verhängt", so die ÖAMTC-Expertin. Alkohol am Steuer kann in Dänemark einen ganzen Monatsverdienst kosten. In Norwegen führt alkoholisiertes Fahren in Einzelfällen sogar zu Gefängnisstrafen. Außerdem gelten in Norwegen für Überhol- und Rotlichtverstöße mit 670 Euro europaweit die höchsten Strafen.

In den Niederlande wurden heuer die Strafsätze um bis zu 40 Prozent angehoben. So ist ein Parkdelikt im Europavergleich mit mindestens 85 Euro Bußgeld ein relativ teures Unterfangen.

Auch die Schweiz langt zu

Die Schweiz ahndet schwere Verkehrsverstöße mit besonders hohen Strafen. Eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 50 km/h oder mehr kostet mindestens 690 Euro. Die Strafhöhe für Alkoholdelikte beginnt bei 465 Euro.

Offene Auslandsstrafen können von den österreichischen Behörden übrigens zwangsweise eingetrieben werden. Voraussetzung ist, dass das Reiseland die entsprechenden gesetzlichen Grundlagen für die grenzüberschreitende Vollstreckung geschaffen hat. (APA, 13.6.2012)

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