Versteigerung, Gefängnis, Monatslohn: Strafen für Verkehrsdelikte in Europa

13. Juni 2012, 11:47
  • Strafen im europäischen Vergleich.
    grafik: apa

    Strafen im europäischen Vergleich.

Alkolenkern droht in Italien die Zwangsversteigerung des Autos und in Norwegen eine Haftstrafe

Wien - Der Ferienbeginn steht an, viele Österreicher werden sich ab 30. Juni (Wien, Burgenland, Niederösterreich) bzw. 7. Juli (alle anderen Bundesländer) mit dem Auto auf den Weg in den Urlaub machen. Reisende sollten sich über Tempolimits und Vorschriften informieren. Der ÖAMTC berichtete am Mittwoch von drakonischen Strafen in europäischen Ländern.

In Italien müssen alkoholisierte Lenker mit mehr als 1,5 Promille mit der Beschlagnahmung, Enteignung und Zwangsversteigerung des Fahrzeugs rechnen. "Von 22.00 bis 7.00 Uhr kosten Verstöße wie beispielsweise Geschwindigkeitsübertretungen oder Drängeln um ein Drittel mehr als tagsüber. So soll der hohe Anteil nächtlicher Unfälle bekämpft werden", sagte Silvie Bergant vom Autofahrerclub. 150 Euro Strafe droht für Telefonieren ohne Freisprechanlage.

Falschparken und Rasen in Spanien teuer

In Spanien sollten Falschparker aufpassen (bis zu 200 Euro Strafe). Mindestens 600 Euro sind bei schweren Vergehen - etwa bei Übertreten der zulässigen Geschwindigkeit um 50 km/h - zu bezahlen.

In Griechenland sollten Bußgelder rasch beglichen werden: Ein Überholverstoß kostet bei Sofortzahlung 350 Euro. "Nach Ablauf einer zehntägigen Frist beläuft sich das Bußgeld bereits auf das Doppelte", warnte Bergant. Mindestens 350 Euro könnten auch bei Nicht-Beachten der Gurtpflicht fällig sein.

Aktion scharf in Skandinavien

Unangefochtene Spitzenreiter in Sachen hohe Strafen sind die skandinavischen Länder. "In Dänemark werden zum Teil gehaltsbezogene Strafen verhängt", so die ÖAMTC-Expertin. Alkohol am Steuer kann in Dänemark einen ganzen Monatsverdienst kosten. In Norwegen führt alkoholisiertes Fahren in Einzelfällen sogar zu Gefängnisstrafen. Außerdem gelten in Norwegen für Überhol- und Rotlichtverstöße mit 670 Euro europaweit die höchsten Strafen.

In den Niederlande wurden heuer die Strafsätze um bis zu 40 Prozent angehoben. So ist ein Parkdelikt im Europavergleich mit mindestens 85 Euro Bußgeld ein relativ teures Unterfangen.

Auch die Schweiz langt zu

Die Schweiz ahndet schwere Verkehrsverstöße mit besonders hohen Strafen. Eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 50 km/h oder mehr kostet mindestens 690 Euro. Die Strafhöhe für Alkoholdelikte beginnt bei 465 Euro.

Offene Auslandsstrafen können von den österreichischen Behörden übrigens zwangsweise eingetrieben werden. Voraussetzung ist, dass das Reiseland die entsprechenden gesetzlichen Grundlagen für die grenzüberschreitende Vollstreckung geschaffen hat. (APA, 13.6.2012)

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Gut einem Drittel der Österreicher dürfte selbst die Versteigerung wurscht sein...

...denn ein Leasing-Auto gehört der Bank - und nicht dem Fahrer.

Alle Jahre wieder

diese Meldungen über Strafen im Ausland, komisch immer zur Urlaubszeit...
In Italien gibt es zwar theoretisch drakonische Strafen, jedoch in der Praxis wird das alles eher nicht so streng gehandhabt.
Alkohol am Steuer war ja Jahrzehnte lang erlaubt.
Das hat sich natürlich verändert.
Bei m. Reisen durchs Land und lt. Informationen meiner Italienischen Verwandten musste ich feststellen, dass die Polizei einen lockeren Umgang( besonders mit Touristen) pflegt.
Polizei habe ich dort , obwohl bei Kontrollen häufig mit Maschinenpistole im Anschlag, oft als sympathische Erscheinung erlebt, z.B. nach der gestzl. Sperrstunde uniformiert ein Bier trinkend im Lokal. Zudem äusserst hilfsbereit.
Das sollte einmal erwähnt werden in dieser bösen Welt.

Bin für alle drei Optionen auf einmal.

Das tut dann richtig weh und führt vielleicht langfristig zu einer Verbeserung!!!!

Jaja, her mit rot: Is mir schon klar.
Warum man im alkoholisierten Zustand (Promilleunabhängig) mit dem Auto oder Motorrad fahren muß ist mir trotzdem ein Rätsel.
Traurig find ich diese menschen, die sich nur mit Hilfe von Alkohol gut unterhalten können.
Zum Glück gibts sowas in unserem Freundeskreis nicht.

"Zum Glück gibts sowas in unserem Freundeskreis nicht"
klingt nach nem ursuper politisch korrekten freundeskreis. sicher mit quoten.

disclaimer: bin noch nie alkoholisiert autogefahren - das was ich normal zusammenfahre reicht vollkommen ;-)

Das war übrigens auch keine Verallgemenierung.

Aber wenn wer unter Alkoholeinfluß nicht mit dem Auto fährt damnn können ihm auch mögliche Srafen egal sein. Er tuts ja nicht.
Was sagt das aber jetzt über Menschen aus die sich darüber aufregen?

ich bin auch kein schwarzer und reg mich darüber auf wenn schwarzen weniger rechte eingeräumt werden.

was sagt das über leute aus denen gesetze und verhältnismäßigkeiten vollkommen egal sind wenn sie davon nicht betroffen sind?

Naja, ich reg mich darüber auf das Alkohol am Steuer in Österreich ein Kavaliersdelikt ist.

Für die potenzielle Gefahr die diese Lenker darstellen sind die Strafen einfach zu milde.
Das Selbe gilt natürlich auch für Medikamente usw.
Wenn ein Autofahrer unter Medikamenteinfluss ein 8-Jähriges Kind auf dem Zebrastreifen tötet und dafür nur ein paar hundert Euro Strafe zahlt, und obwohl es eine dauerhafte Erkrankung ist und daher der medikamentenkonsum auch weiterhin besteht, nicht einmal den Führerschein verliert, ist das für mich als Fußgänger und Vater von 2 Kindern ein grund mich aufzuregen.

unausgeschlafen autofahren ist noch viel gefährlicher. fürchtest dich davor auch? wie hart will man denn jemanden bestrafen der keinen vorsatz hatte, hm?

die aller-allermeisten leute die sich angetrunken (muss ja nicht gleich über 1 promille sein) ins auto setzen kommen heil nach hause. ich finds trotzdem nicht okay, aber statt höheren strafen wären weitaus mehr kontrollen angesagt. aber das ist finanziell halt nicht so einträglich als ein paar von vielen, dies erwischt, die existenz zu ruinieren.

Und noch was:

Was braucht uns die Existenz eines Menschen zu kümmern der aus Verantwortungslosigkeit oder Dummheit (beides sollte zum Entzug der Lenkerberechtigung führen) einen oder gar mehrere Menschen tötet?
Oder wollen sie Eltern, deren Kind am Zebrastreifen den Tod durch einen wie auch immer beinträchtigten Lenker fanf erklären, das man diesem menschne das ja nicht antun kann? Wenn ja, da will ich dabei sein, bitte.

Genau betrachtet dürfte es eigentlich überhaupt nichts einbringen.

Und zwar dann wenn sich Alle an die Gesetze halten. Wenn ich keinen Alkohol getrunken habe kann ich auch nicht wegen Alkohol am Steuer belangt werden.
Alles Andere sind müde Ausreden.
Ich finde die "Null Toleranz" in Skandinavien sehr gut.
Aber in der Alkoholnation Österreich gilt das ja als Reaktionär.

Nein, überhaupt nicht.

Es trinkt nur keiner Alkohol bei uns.

Alle nen vollknall !!! Tja brauchen Geld eh alle pleite tschüss Euro

finde ich auch

gerade vergehen wie rote ampel und ueberholen im verbot werden masslos ueberbewertet. sind doch eigentlich kavaliersdelikte, oder?

Kommt auf die ausschilderung an: In österreich passt das mit Überholverboten eh ziemlich gut, aber z.b. in Italien oder auch Slowenien seh ich soviele Straßen wo einfach kilometerweit durchgängige Sperrlinien sind. Dort gibts trotzdem genug stellen, wo man gefahrenlos überholen kann (besonders mit dem motorrad): -> Kavaliersdelikt.

Und bei einer gut einsichtbaren Kreuzung vl. 1 sek. zu spät bei rot drüber fahren seh ich jetzt auch nicht grad schlimm an.

bei einer ampel

die vorher 4xgruen blinkt dann noch eine gelbphase hat eine ausrede zu (er)finden das ein knappes rot eh nicht so schlimm ist finde ich eine gewaltige leistung.
im prinzip kann man da schon von einem vorsatz ausgehen.

Natürlich kanns vorsatz sein, darum gings ja nicht.

Ich meinte nur, man kann nicht verallgemeinern ob rotfahren/überholverbot überholen jetzt ein kavaliersdelikt ist oder nicht, sondern sicher situationsabhängig ist.

Wie war das noch, welche Länderkennzeichen sind bei uns "straffrei" unterwegs?

Irgendwas wegen "Nachverfolgung unmöglich", ich glaub mit nem tschechischen Kennzeichen kann man sich hier recht gut austoben was falschparken und co angeht...

Naja in der Praxis müssen sie in Italien schon viel pech haben wenn Sie wegen zu hoher Geschwindigkeit auf Autobahnen erwischt werden. Außerdem landen die meisten Strafverfügungen aus Italien so spät in Österreich, dass sie bereits verjährt sind.

In Italien müssen alkoholisierte Lenker mit mehr als 1,5 Promille mit der Beschlagnahmung, Enteignung und Zwangsversteigerung des Fahrzeugs rechnen.

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sollte auch in österreich eingeführt werden.

Ws hat bisher noch keinen einzigen Fall gegeben wo das auch durchgeführt wurde, aber im Prinzip wäre auch ich für eine Regelung, dass in so einen Fall das Auto für 1 Jahr beschlagnahmt wird, eine Versteigerung finde ich trotz der Schwere des Vergehens als überzogen.

möglicherweise. im wiederholungsfall oder bei mehr als 2 promille - sagen wir 2,5, was ja auch des öfteren vorkommen soll - wärs allerdings gerechtfertigt m.M..

Sehen wir einmal nach, was die "Aktion scharf" in Skandinavien gebracht hat

http://www.ssb.no/vtu/tab-2... 15-01.html

"Personer drept" sind die getöteten Personen.

Für ein Land (Norwegen), das halb soviel Einwohner wie Ö. hat und dann noch fast 5x so groß ist, frage ich mich, wo die alle verenden. In der Weite des Landes muss man sich ja den Unfallpartner fast suchen. Die Todesstatistik dort sieht jedenfalls beschi++en aus, trotz drakonischer Strafen.

schon mal in norwegen autogefahren? - so ab der hälfte richtung norden gibt's quasi nur mehr eine laange strasse, tunnel sind seeehr sparsam beleuchtet, dafür steht die sonne oft sehr tief und was dort autobahn heißt, muss man sich vorstellen wie hierzulande eine bundesstraße zur hauptverkehrszeit. von der typischen landstraße, wo man gleich einmal mit seinem leben abschließt,mwenn einem das erste mal ein wohnwagen entgegenkommt, ganz zu schweigen.

Sie werden es vielleicht nicht glauben, aber ich habe mehrere Jahre dort gelebt

Das wirklich gefährliche dort sind nicht die laangen Straßen, nicht die dunklen Tunneln und auch nicht die tiefstehende Sonne.

Viele schlafen dort am Steuer schlicht und einfach ein. Die Wegstrecken dort sind meist sehr lang und wenn man dann nur 70 km/h oder 80 km/h fahren darf, was die Monotonie noch erhöht, dann passiert eben etwas. Zu langsam ist auch schlecht.

Monotonie

2 Stunden 180 sind nicht monoton?

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